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Donnerstag, 21. Nov. 19

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Schreckensnächte durch Pseudokrupp

Bremen/Köln - Es passiert meist ohne Warnung und mitten in der Nacht: Eltern werden wach, weil ihr Kind bellend hustet und kaum noch Luft bekommt.

Krankes Kind

Bellender Husten und Atemnot. Quelle: DAK/Wigger/dpa/gms

Bei einem solchen Pseudokrupp-Anfall müssen Eltern Ruhe bewahren und schnell handeln.

„Man sollte das Kind erst einmal hochnehmen, das reduziert bei den meisten schon die Schwellung”, rät Martin Raguse, Kinderarzt in Hannover. „Unter Pseudokrupp leiden vor allem Kinder im Alter von ein bis drei Jahren”, sagt Wolfram Wiebicke, Oberarzt an der Professor-Hess-Kinderklinik in Bremen. In der Regel verschwinden die Anfälle bis zur Einschulung. Typisch sind Attacken mitten in der Nacht, vor allem in der nasskalten Jahreszeit.

Auslöser sind grippeähnliche Viren. Sie führen zu einer Schwellung der Schleimhäute im Bereich des Kehlkopfes, wodurch sich die Atemwege verengen. Dass darunter hauptsächlich jüngere Kinder leiden, hat anatomische Gründe: Bei Kindern sei diese Stelle relativ eng, sagt Wiebicke.

Beim Pseudokrupp fällt das Einatmen schwer. „Dabei entwickelt sich ein ziehendes, ziependes Geräusch”, erläutert Wiebicke. Außerdem wirken die Kinder ängstlich und unruhig. Hinzu kommt ein plötzlicher, bellender Husten, die Stimme wird oft heiser. Im fortgeschrittenen Stadium zieht sich die Haut zwischen Rippen und Hals ein, und der Puls des Kindes beschleunigt sich.

Bei besonders schweren Attacken kann die schlechte Sauerstoffversorgung dazu führen, dass sich Haut und Lippen bläulich oder blass färben. „Das kann dann bis zur Bewusstlosigkeit gehen”, warnt Wiebicke. Die Regel sei das allerdings nicht. In 80 Prozent der Fälle verlaufe Pseudokrupp unproblematisch.

Bei einem Anfall sollten Eltern Ruhe bewahren. Aufregung beschleunigt den Atemfluss, das Engegefühl des Kindes nimmt noch zu, warnt Kinderarzt Raguse. Eltern, die einen solchen Anfall das erste Mal erleben, sollten aber direkt zum Arzt oder in die Kinderklinik gehen, empfiehlt Eckhard Korsch, Oberarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Köln. Das gelte auch, wenn der Pseudokrupp schon bekannt ist, jedoch mit besonders heftigen Symptomen auftritt.

„Auch wenn den Eltern das Kind anders vorkommt, als sie es sonst bei einem solchen Anfall kennen, sollten sie den Arzt aufsuchen”, rät Korsch. In seltenen Fällen bestehe die Gefahr einer akuten Kehlkopfdeckelentzündung (Epiglottitis). Die Symptome sind ähnlich wie bei Pseudokrupp, doch kommen Fieber und starker Speichelfluss hinzu. Ohne Behandlung kann die Krankheit innerhalb weniger Stunden tödlich verlaufen.

Eltern, die mit Pseudokrupp bereits vertraut sind, können versuchen, das Kind alleine zu beruhigen und ihm das Atmen zu erleichtern. Oft hilft frische Luft am offenen Fenster oder auf dem Balkon. „Wenn sich das Kind dadurch entspannt, kann man es nach 20 bis 30 Minuten wieder hinlegen”, rät Raguse.

Erleichterung kann auch das Inhalieren von Kochsalzlösung aus der Apotheke verschaffen. Das erforderliche Inhalationsgerät ist laut Kinderarzt Raguse bei Kindern, die zu Pseudokrupp neigen, oft bereits vorhanden. Hat das Kind Angst vor der Atemmaske, kann es helfen, einfach die Dusche aufzudrehen und Wassernebel zu erzeugen. „Bei manchen Kinder hilft Nebel aus warmem Wasser. Anderen bekommt kalter Nebel besser”, sagt Raguse. Kalter Nebel entsteht, wenn der Duschkopf mit Druck auf den Wannenboden gehalten wird.

Günstig ist es auch, wenn das Kind viel trinkt, der Oberkörper hoch gelagert wird und Eltern die Nacht im Zimmer des erkrankten Kindes verbringen. Zu viel Aktivität kann allerdings auch schaden. „Dann kommt das Kind überhaupt nicht zur Ruhe”, warnt Wiebicke.

In den meisten Familien mit einem kleinen Krupp-Patienten liegen zudem Kortisonzäpfchen bereit. Diese gibt der Kinderarzt den Eltern oft beim ersten Anfall als Notfallreserve mit nach Hause. Den Einsatz von Kortison sollten Eltern in dieser Situation nicht scheuen, rät Korsch. Da die Anfälle meist nur ein oder zwei Nächte lang auftreten, habe das Kortison keine Nebenwirkungen.

Der Ausdruck Notfallzäpfchen sei aber eigentlich irreführend, warnt Korsch: „Das wirkt nicht sofort, das kann einige Stunden dauern.” Schneller helfe eine Adrenalin-Inhalation, die Anwendung sei in den allermeisten Fällen aber dem Arzt vorbehalten.

Vor und nach den Anfällen leben Pseudokrupp-Patienten meist ohne Einschränkungen. Schon am Morgen nach dem Anfall ist oft alles wieder normal. „Man sollte das Kind aber einen Tag pausieren lassen und sehen, wie es in der nächsten Nacht wird”, rät Korsch. Mittel zur Vorbeugung gibt es nicht. „Da müssen die Kinder einfach durch”, hält Kinderarzt Wiebicke fest.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/02/25/service/gesundheit/t/rzo110030.html
Dienstag, 07. Dezember 2004, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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