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Archiviert am
Freitag, 04. März 05 |
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US-Truppen beschießen befreite Irak-Geisel Sgrena Rom - Die vor einem Monat im Irak entführte italienische Journalistin Giuliana Sgrena ist wieder frei.
Allerdings wurde die 56-Jährige kurz nach ihrer Freilassung von US-Truppen beschossen und an der Schulter verletzt. Sie liege in Bagdad im Krankenhaus, berichtete das italienische Fernsehen. Das Pentagon bestätigte inzwischen , dass der Konvoi mit Sgrena unter Beschuss gekommen war. Das Auto habe sich mit hoher Geschwindigkeit einer Straßensperre der Koalitionskräfte genähert, sagte Pentagonsprecher Slaju Thomas. Ein Insasse des Autos sei erschossen, die Journalistin verletzt worden. Bei dem Toten handelt es sich offenbar um einen italienischen Geheimdienstbeamten. Der Vorfall werde untersucht. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bestellte umgehend den amerikanischen Botschafter in Rom ein, um von ihm eine Erklärung über den Zwischenfall zu verlangen. Die Freude habe sich sich in Trauer verwandelt, sagte er im Fernsehen. „Wir sind wie versteinert. Wir suchen die Verantwortlichen. Für einen so schwerwiegenden Vorfall muss jemand die Verantwortung übernehmen.” Sgrena war kurz zuvor nach mehrwöchiger Geiselhaft im Irak frei gekommen. Ihre Freilassung bestätigten am Freitagabend die italienische Regierung und die linke römische Zeitung „Il Manifesto”, für die die Reporterin arbeitet. Wann sie nach Italien zurückkehren kann, war noch unklar. Die Regierung in Rom kündigte die Entsendung eines Flugzeugs an, das Sgrena nach Hause bringen soll. Sgrena, die auch für die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit” tätig ist, war am 4. Februar in Bagdad von Unbekannten verschleppt worden. Seitdem hatten sich die Geheimdienste Regierungsangaben zufolge unermüdlich um eine Freilassung bemüht. Unter welchen Umständen sie frei kam, war zunächst unklar. In einem am Abend vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlten Video bedankte sich Sgrena bei ihren Entführern für die „gute Behandlung” während ihrer Gefangenschaft. Wer hinter der Entführung steckte , war ebenfalls weiter unklar. Mehrfach hatten sich vermeintliche islamistische Gruppen per Internet zu Wort gemeldet und den Rückzug der italienischen Truppen verlangt. Eine Gruppe behauptete sogar, Sgrena getötet zu haben. Mitte Februar war ein Video verbreitet worden, auf dem die Journalistin die Regierung in Rom unter Tränen aufrief, den Forderungen der Kidnapper nachzugeben und die 3000 italienischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Die römische Regierung lehnte dies stets ab. Vor allem Ministerpräsident Silvio Berlusconi sprach sich für einen Verbleib der Truppen aus. Erst am 19. Februar hatten Hunderttausende Menschen in Rom für die Freilassung der Geisel demonstriert. Auch Papst Johannes Paul II. hatte zur Freilassung der Journalistin aufgerufen. Der im Krankenhaus liegende Kirchenführer sei sehr glücklich darüber, dass die Reporterin wieder frei sei, berichtete das italienische Fernsehen. Das Schicksal der französischen Journalistin Florence Aubenas, die vor über zwei Monaten im Irak verschleppt worden war, war indes weiter unklar. Vor wenigen Tagen rief Aubenas in einem verzweifelten Hilferuf per Video den umstrittenen französischen Abgeordneten Didier Julia dazu auf, sich um ihre Freilassung zu bemühen. Auf dem Video wirkte Aubenas müde, abgemagert und verzweifelt. Es war das erste Lebenszeichen der Französin, die vor fast 60 Tagen in Bagdad zusammen mit ihrem Übersetzer Hussein Hanoun verschwunden war. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/03/04/news/t/rzo132802.html |
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