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Donnerstag, 24. Mai. 12
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Beruf & Bildung
Neue Medien im Unterricht oft nutzlos Stuttgart - Der Einsatz neuer Medien in der Schule stößt bei vielen Eltern und Lehrern auf Skepsis.
Oft sei die Mediennutzung nach Angaben des Landeselternbeirats ein „Zeitschlucker” und bereite Lehrern technische Probleme. Auch die Verlage verzeichnen einen Trend zum herkömmlichen Schulbuch. Die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesfamilienministeriums, Marieluise Beck (Grüne), sprach am Freitag auf der Messe didacta von „Schwellenängsten” vieler Lehrer: „Es gibt so etwas wie eine Rückkehr zu alten Tugenden”, sagte Beck. Die Vorsitzende des Landeselternbeirats Elke Picker kritisierte, es gehe beim Einsatz der Multimediatechnik in der Schule oft mehr um die schöne Form als um den Inhalt. „Viele Texte der Schülerreferate sehen toll aus. Es steht aber kein Satz logisch neben dem anderen.” Auch sollten die Schüler aktiv lernen und sich nicht „berieseln” lassen. Der Philologenverband sprach sich für eine Rückbesinnung auf „Tafel und Kreide” aus: „Guter Unterricht braucht nicht unbedingt eine Powerpoint-Präsentation”, sagte Wulfdieter Berk vom Landesverband. Bei der Lernsoftware sei „viel Schrott dabei.” Die Schulbuchverlage spüren diese Skepsis. Der erwartete Boom bei Lernsoftware hat sich nicht eingestellt. „Viele Modelle haben nicht funktioniert. Wir haben nur fünf bis sechs Prozent der Schüler mit unserem Multimedia-Angebot erreicht”, sagte der Leiter der elektronischen Medienentwicklung beim Stuttgarter Ernst Klett Verlag, Hartmut Wick. Es sei kein Geheimnis, dass die Verlage dies im Nachhinein als Fehlinvestition sehen. Der Klett Verlag will Software jetzt günstiger verkaufen. „Wir haben die Bildungsspaltung durch die Hochpreis-Strategie zementiert”, sagte Wick. Die Ablehnung der Lehrer und Eltern kann die Direktorin des Landesmedienzentrums, Susanne Pacher, nicht verstehen: „Wir sollten die Chancen sehen.” Mit Computern könnten Kinder individuell gefördert werden. „Welcher Lehrer kann das schon?” Das Zentrum unterstützt zusammen mit dem Kultusministerium die „Medienoffensive Schule II”. Dadurch sollen die Vorbehalte gegen den Einsatz neuer Medien im Unterricht ausgeräumt werden. Bis 2007 stehen rund 29 Millionen Euro bereit. Im Schuljahr 2003/04 hatten knapp 98 Prozent der allgemein bildenden Schulen im Südwesten einen Internetanschluss. Dabei teilten sich im Durchschnitt neun Schüler einen Computer. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/03/04/service/berufbildung/t/rzo132675.html |
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