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Archiviert am
Freitag, 04. März 05 |
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WM-Chance für Markus Babbel Stuttgart - Markus Babbel winkt ein Comeback im DFB-Team und möglicherweise sogar die WM-Teilnahme 2006. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat den 33 Jahre alten Abwehrspieler etwas überraschend zum Fitnesstest am 22./23. März im Vorfeld des Länderspiels gegen Slowenien eingeladen.
„Es imponiert uns, wie er sich nach seiner schweren Krankheit herangearbeitet und zu einer wichtigen Stütze beim VfB Stuttgart entwickelt hat”, begründete Klinsmann die Berufung. „Markus wird sich bis zur WM im nächsten Jahr sicherlich noch weiter steigern und zählt deshalb zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft.” Babbel reagierte begeistert: „Diese Einladung freut und ehrt mich.” Dabei schien das Kapitel Nationalmannschaft für Babbel nach der völlig verkorksten EURO 2000 abgeschlossen zu sein. Frustriert hatte er nach dem kläglichen Scheitern in der Vorrunde seinen Rücktritt erklärt. Bei der 0:1-Niederlage am 17. Juni 2000 gegen England bestritt der Bayer das letzte von 51 Länderspielen. Einige Monate später schien die Bilderbuchkarriere des inzwischen vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München zum FC Liverpool gewechselten Verteidigers sogar ganz vorbei. Erst erkrankte Babbel am Pfeiffer'schen Drüsenfieber, dann erlitt er eine tückische Nervenkrankheit, das so genannte Guillain-Barré-Syndrom. „Eine Gesichtshälfte war gelähmt, ich konnte maximal noch zehn Meter gehen und musste dann in den Rollstuhl”, erinnerte er später an die acht Monate währende Leidenszeit. Dieses Schicksal hat das Leben des einstigen Gaudiburschen grundlegend verändert. „Ich bin nicht mehr der Babbel von früher und werde das auch nie mehr sein”, sagte er. „Das war ein großer Einschnitt.” Ebenso sehr prägte ihn eine andere Erfahrung. „Während meiner Krankheit habe ich gelernt, dass man niemals nie sagen soll.” Selbst in seinen schwersten Stunden hatte der Fußball-Verrückte darauf gehofft, wieder spielen zu können - und es auch geschafft. Wegen eines Zerwürfnisses mit Liverpools Trainer klappte dies zwar nicht mehr wie gewünscht bei den „Reds” und Babbel wurde zu den Blackburn Rovers abgeschoben. Der Abstieg bildete letztlich aber das Sprungbrett für die Rückkehr in die Bundesliga zum VfB. Die Schwaben verpflichteten den Routinier im Sommer 2004 ablösefrei für ihren zum FC Schalke 04 gewechselten Abwehrchef Marcelo Bordon. Nach Anlaufschwierigkeiten hat sich Babbel inzwischen in Stuttgart einen Stammplatz in der Innenverteidigung erkämpft und steht in der Mannschaftshierarchie hinter dem unumstrittenen Kapitän Zvonimir Soldo an zweiter Stelle. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich zunächst beim VfB beweisen und hier meine Leistung bringen muss. Alles andere wird man dann sehen”, kommentierte er vor dem Nachmittagstraining die Rückkehr in den erweiterten Kreis der deutschen Kicker-Elite. Nachdem die Integration in den Verein und die Bundesliga gelungen ist, kann sich Babbel die nächsten ehrgeizigen Ziele setzen: „Wenn ich bei der WM 2006 im eigenen Land dabei sein dürfte, wäre das ein krönender Abschluss meiner Karriere.” Klinsmann, mit dem er als junger Kerl 1996 Europameister wurde, scheint das ähnlich zu sehen. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/03/04/sport/fussball/t/rzo132693.html |
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