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| Fußball Formel 1 Sporttabellen Foto des Tages |
Archiviert am
Freitag, 04. März 05 |
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Mainz 05 vor Schlüsselspiel gegen SC Freiburg Abstiegskampf ist noch mehr... Mainz - Jürgen Klopp fühlt sich inspiriert von einer großen Chance. Nach Wochen und Monaten des Misserfolgs bietet sich dem Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg die wegweisende Möglichkeit, mit einem Sieg einige Versäumnisse aus der Vergangenheit zu korrigieren. Diese Perspektive will der Teamchef seinen Spielern bis zum Anpfiff am Samstag um 15.30 Uhr die die Köpfe hämmern: Vorsprung im Tabellenkeller vergrößern, endlich mal wieder feiern mit den Fans. Zumindest sechs extrem enge, sich dramatisch zuspitzende Abstiegskämpfe haben sich zu Zweitligazeiten am Bruchweg ereignet. Wenn sich dieser Klub mit seinen Anhängern, Vorständlern, Mitarbeitern, vielen Spielern und seinem derzeitigen Teamchef in einem auskennt, dann ist es die fußballerische Spezialwissenschaft "Abstiegskampf". Die Leute beim FSV Mainz 05 haben ein feines Gespür dafür entwickelt, was Abstiegskampf bedeutet, wie der aussieht, wie der riecht, wie der sich anfühlt, was man da tun muss. Aus diesem reichhaltigen Erfahrungsschatz geschöpft, lässt sich feststellen: Was diese Mannschaft seit Beginn der Rückrunde angeboten hat, das war teilweise Kampf, aber noch lange kein Abstiegskampf. Druck aus der Seele rennen, kämpfen und spielen Selbst das rechtschaffen gezimmerte 0:0 im jüngsten Heimspiel gegen Arminia Bielefeld hat Luft nach oben gelassen. Die 05-Profis sind gelaufen, sie haben gegrätscht, sie haben nach bestem Wissen und Gewissen ihrer Tagesform gemäß Fußball gespielt. Aber man merkt es einer Mannschaft an, ob sie beseelt ist von dem kollektiven Geist, an diesem Tag die Dinge zwingen zu wollen. Mit Herz, mit Verstand, mit Entschlossenheit, mit Leidenschaft. Druck in Folge fehlender Erfolgserlebnisse und einer sich zuspitzender Tabellenkonstellation? Klar, dieses Gefühl stellt sich ein. Aber man kann es sich aus der Seele rennen, kämpfen und spielen. Wie oft haben Mannschaften des FSV Mainz 05 genau das geschafft? In der Zweiten Liga unzählige Male. Im Abstiegskampf 2005 fehlt dieser Nachweis noch. Und es wäre nicht nachvollziehbar, würden einige Mainzer Profis von der Annahme ausgehen, man könnte ausgerechnet in der Bundesliga diese Prüfung bestehen, ohne alle Register gezogen, ohne an allen Schrauben gedreht, ohne an allen Ketten gezerrt, ohne mit dem Vorschlaghammer eiserne Pflöcke in den Rasen gerammt zu haben. Da geht es nicht um Fehlabspiele, um verlorene Dribblings, um Querschläger oder vertane Torchancen. Das verzeihen die Leute im Stadion in dieser Situation. Hier geht es um eine Demonstration des Willens: ein Sieg muss her, egal wie, Hauptsache drei Punkte. Der Wille ist entscheidend In diesen 90 Minuten am Samstag (15.30 Uhr) im ausverkauften Bruchwegstadion gegen den SC Freiburg muss man den 05-Profis nach dem Abpfiff in hohem Maße eine Motivation angemerkt haben: Das ist unsere Liga, in der wollen wir bleiben, die geben wir ohne das Menschenmögliche versucht zu haben nicht preis. Mit dieser Grundüberzeugung geht noch viel mehr als vor 14 Tagen gegen Arminia Bielefeld, als beim Stand von 0:0 in der letzten Viertelstunde im gegnerischen Strafraum Friedhofsruhe herrschte. Man muss nicht unbedingt noch mehr rennen oder noch mehr grätschen, diese Schlüsselspiele werden gewonnen über noch mehr wollen, über noch mehr zwingen - auf der Basis extrem hoher gemeinschaftlicher Konzentration (Systemsicherheit), Zielstrebigkeit (Chancenvorbereitung) und einer unverkrampft- lustbetonten Herangehensweise (Abschluss). Soll niemand behaupten, das sei in Mainz nicht bekannt. Klopp will nichts von einem "Endspiel" wissen Wie der Gegner heißt, das war in diesen Momenten in Liga zwei eher von untergeordneter Bedeutung. In der Bundesliga darf man sich durchaus glücklich schätzen, wenn man in der Not nicht gerade den FC Bayern München oder Werder Bremen vorgesetzt bekommt. Der SC Freiburg, das ist die adäquate Mainzer Kragenweite. Die spielerisch talentierte Elf von Trainer Volker Finke ist keinen Deut weniger angeschlagen als die 05er. Dafür hätte es der Klatsche im DFB-Pokal gegen die Bayern nicht mal bedurft. Dieses 0:7 ist kein Maßstab. "Da sind wir sehr realistisch", sagt Teamchef Jürgen Klopp. Die Freiburger haben in dieser Rückrunde zu einer guten taktischen Ordnung zurück gefunden. Das Team trifft nur nach wie vor die Hütte nicht. Die Einschätzung "Endspiel" vermeidet Klopp sehr bewusst. Nach einem Endspiel ist alles entschieden, in die eine wie in die andere Richtung. Das wird am Samstag nicht der Fall sein. Lediglich die Freiburger werden von dem Gefühl geleitet sein, dass nach einer Niederlage in Mainz alles vorbei ist: Zehn Punkte Rückstand auf die 05er - das ginge dann wohl wirklich nicht mehr. Die 05er könnten mit einem Heimsieg den SC Freiburg abhängen, den VfL Bochum schocken (der gegen Schalke 04 eine ganz schwere Aufgabe zu bewältigen hat) - und das eigene Bewusstsein mächtig aufhelllen. Diese Perspektive zuzüglich einer abschließenden Jubelorgie mit den Fans, die erste im Jubiläumsjahr 2005, will Klopp seinen Spielern bis zum Anpfiff am Samstag aufzeigen und in die Köpfe hämmern. Reinhard Rehberg, MRZ - Foto: Bernd Eßling
http://rhein-zeitung.de/on/05/03/04/sport/r/mainz-1.html |
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