|
|
|
|||||||||||||||||
| Fußball Formel 1 Sporttabellen Foto des Tages |
Archiviert am
Freitag, 04. März 05 |
||
|
Der Fußball und die Krux mit dem Wetter Wettbewerbsverzerrung vermeiden Koblenz - Was wird dieser Tage nicht alles unter Fußballern diskutiert: Warum soll schon Mitte Februar die Kugel wieder rollen? Was spricht eigentlich gegen mehr vorweihnachtliche Pflichtspiele im Dezember? Und wäre es nicht die beste Lösung, im Sommer durchzukicken? Eine Erkenntnis, die unabhängig von jeglichen Gedankenspielen bleibt: Auf das Wetter hat der gemeine Balltreter keinen Einfluss.
Leicht machen es sich Herbert Kommer, der Spielausschuss-Vorsitzende im Fußballverband Rheinland (FVR), und seine Kollegen nicht, wenn es - wie am Mittwoch dieser Woche - darum geht, erneut eine Generalabsage zu verhängen. "Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Freundschaftsspiele jetzt noch kurzfristig vereinbart werden", sagt Kommer mit Blick auf das (eigentlich) spielfreie Wochenende. "Aber wir müssen reagieren, um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Wenn im März oder April eine Mannschaft über mehrere Wochen sonntags und mittwochs spielen muss, ist das nicht fair." 2006 erst Anfang März Derlei Absage-Sorgen könnten sich Kommer und Co. vielleicht ersparen, indem sie den Rahmenspielplan so gestalten, dass nicht schon im Februar die ersten Punktspiele terminiert sind. "In der Saison 2005/2006 wird es so sein, dass im August zwei Mittwoch- Spieltage eingeplant sind. Im Dezember wird es auch noch einen Spieltag geben, dafür geht es dann erst Anfang März weiter", blickt Kommer nach vorne. Grundsätzlich die Winterpause zu verschieben, kurz vor Weihnachten in die fußballfreie Zeit zu starten und erst bei frühlingshaften Bedingungen wieder loszulegen, ist allerdings nicht Kommers Absicht. Die Planungen für die kommende Spielzeit sind zum jetzigen Zeitpunkt gut und schön", sagt der Spielausschuss-Vorsitzende. "Aber wenn nächstes Jahr erst im März der Schnee kommt, dann war wieder alles falsch." Bleibt die entscheidende Frage: Wann kommt der Schnee eigentlich? Die "gefühlte Wahrnehmung" im balltretenden Teil der Bevölkerung ist, dass der Winter sich tendenziell immer weiter Richtung Februar und März verschiebt. Ein Eindruck, den Klimaexperte Reik Schaab vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach allerdings nicht bestätigen kann. "Die Tage, an denen es überhaupt eine Schneedecke von nennenswerter Höhe gab, konnte man in den vergangenen Jahren meist an einer Hand abzählen", weiß der Fachmann. "Der letzte Ausreißer war der Januar 1997. Damals lag über Wochen Schnee, zudem war es bitterkalt." Auch was das Jahresmittel angeht, liegen die Fußballer nicht falsch, wenn sie im Freien die Kugel insbesondere in den Monaten Dezember, Januar und Februar ruhen lassen. Schaab: "Im Januar ist die Wahrscheinlichkeit für eine geschlossene Schneedecke am größten. Eine Tendenz, dass sich die Messwerte diesbezüglich verschieben, ist nicht zu erkennen." Hallenrunden würden leiden Davon ist auch Herbert Kommer überzeugt. "Eine Situation, wie wir sie momentan haben, gab's doch schon Jahre nicht mehr", gibt der Spielausschuss-Vorsitzende zu bedenken. "Und was würde es bringen, wenn wir im Dezember und bis in den Januar hinein spielen? Dann wären die Hallenturniere, die sich stets wachsender Beliebtheit erfreuen, schlagartig kaputt." Das Argument stützt auch der im FVR für den Jugendspielbetrieb zuständige Detlef Schmitz: "Die Hallenrunden sind gerade bei der Jugend längst ein fester Bestandteil des Fußballjahres und geben den Trainern durch das Melden von mehreren Mannschaften die Gelegenheit, auch Spieler aus der zweiten Reihe einzubauen." Die Überlegungen, es anders zu machen, werden bleiben. Ebenso die Gewissheit, dass niemand weiß, wann der Winter den Fußballern einen Strich durch die Rechnung macht. Nur eines ist klar: Fallen Spiele aus, gehen die Diskussionen aufs Neue los. RZ
http://rhein-zeitung.de/on/05/03/04/sport/r/regio.html |
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
|
|||||||||||