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Archiviert am
Freitag, 04. März 05 |
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Daviscup: Kiefer und Haas sorgen für 2:0-Führung Johannesburg - Nicolas Kiefer siegte mit dem Mute der Verzweiflung, Thomas Haas wurde zum Lehrmeister für Routinier Wayne Ferreira.
Trotz eines wechselvollen Auftakts ist das DTB-Team in Johannesburg im Daviscup-Aufstiegsspiel gegen Südafrika mit 2:0 in Führung gegangen. Der Mannschaft von Patrik Kühnen fehlt damit nur noch ein Punkt zum Einzug in die Relegationsrunde, in der es im September um die Rückkehr in die Weltgruppe geht. „Es war ein großer Kampf, und ich bin froh, ihn bestanden zu haben”, sagte Kiefer, der beim Fünfsatzsieg gegen Wesley Moodie dicht am Abgrund stand. Erst im Tiebreak des dritten Satzes besann er sich seiner Stärken und kam nach 3:42 Stunden harter Arbeit zu einem 4:6, 6:7 (3:7), 7:6 (7:4), 6:3, 6:2-Erfolg. Es war in seinem 17. Einsatz der 8. Sieg und einer seiner wichtigsten. Haas hatte danach leichtes Spiel und fertigte Südafrikas einstiges Aushängeschild Ferreira, der für den kranken Rik de Voest eingesprungen war, vor knapp 1000 Zuschauern im Ellis Parks in 1:26 Stunden mit 6:3, 6:0, 7:6 (7:3) ab. „Jeder Profi, der ein bisschen Matchpraxis hat, hätte nicht so leichte Fehler gemacht wie er heute”, sagte der stark servierende Haas über seinen Gegner. „Ich kenne das ja aus eigener Erfahrung, wie man sich fühlt, wenn man ein paar Monate nicht gespielt hat.” Vor seinem Match hatte er noch mit Kiefer gebangt: „Aber ich wusste: Wenn er den dritten Satz gewinnt, wird er es noch umbiegen.” „Sieg ist Sieg”, meinte Kiefer nach seiner Zitterpartie und warf sein schwarz-rot-goldenes Schweißband in die kleine, aber lautstarke deutsche Fan-Kolonie. „Wesley hat unglaublich aufgeschlagen. Ich hatte im Prinzip keine Chance, ins Spiel zu kommen und habe einfach nur gewartet. Nach den Breaks im vierten und fünften Satz ist mir ein Riesenstein vom Herzen gefallen. In der Höhe hier ist es nicht leicht zu spielen.” Thomas Haas zeigte danach kein Erbarmen mit dem 33. Jahre alten Ferreira, der seine Karriere eigentlich schon im September beendet hatte. Ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen ließen die einstige Nummer sechs der Tennis-Welt zeitweise zum Spielball werden. Seinen Auftritt im Doppel gegen Rainer Schüttler und Waske-Ersatz Kiefer muss Ferreira wohl abschreiben. An seiner Stelle will Kapitän Kevin Curren offenbar Moodie aufbieten, der an der Seite von Jeff Coetzee die vorzeitige Niederlage abwenden soll. Kiefer musste schon nach dem dritten Spiel gegen Moodie am linken Fuß behandelt werden. Physiotherapeut Klaus Eder wechselte später noch einige Male die Verbände. Die Probleme an den Füßen waren ein Spiegelbild der spielerischen Leistung Kiefers, die anfänglich weit von den zuletzt starken Vorstellungen abwich. Als Moodie, mit dem er manches Doppel auf der ATP-Tour gespielt hat, nicht nur glänzend aufschlug, sondern auch das Service seines Gegenübers durchbrach, standen die Zeichen nach einer halben Stunde auf Niederlage. Die Marschroute von Kapitän Patrik Kühnen, den als Nummer 112 in der Weltrangliste 82 Plätze schlechter postierten Gegner früh zu attackieren, konnte Kiefer drei Sätze lang kaum umsetzen. „Er serviert den zweiten Aufschlag fast wie den ersten”, meinte Kühnen, der es vor dem Match noch als Vorteil angesehen hatte, dass Kiefer seinen Kontrahenten gut kennt. Erst im Tiebreak des dritten Satzes, in dem er zuvor wegen Beleidigung einer Linienrichterin eine Verwarnung kassiert hatte, wendete sich das Blatt. „Natürlich habe ich auch an mein Daviscup- Debüt vor sieben Jahren gedacht”, bekannte Kiefer. Damals beim 5:0 gegen Südafrika in Bremen hatte er Grant Stafford ebenfalls nach einem 0:2-Rückstand niedergerungen. Diese Erinnerung habe ihn beflügelt, erzählte der Niedersachse: „Der Daviscup hat eben seine eigenen Gesetze.” Dem stark abbauenden Moodie, der in den ersten drei Sätzen 26 Asse serviert hatte, dann aber nur noch sieben weitere schaffte, ließ er keine Chance mehr. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/03/04/sport/t/rzo132794.html |
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