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Montag, 9. Dez. 19
RZ-Akademie

Saarbrücker BerufsschuleWies­baden - Die Berufs­schu­len in Deutsch­land ver­zeich­nen immer größere Schü­ler­zah­len. Rund 2,76 Mil­lio­nen junger Männer und Frauen lernen im lau­fen­den Schul­jahr 2004/05 an den ent­spre­chen­den Ein­rich­tun­gen.

Hamburg - Eine Schwarze Liste mit den Namen von mehr als 90 unse­riö­sen Anbie­tern von Neben­ver­diens­ten hat die Ver­brau­cher­zen­trale Hamburg online unter www.vz­hh.de bereit­gestellt.

Bie­lefeld - Über den deutsch­land­wei­ten „Girls' Day” am 28. April können sich Mädchen jetzt im Inter­net unter www.­girls-day.de infor­mie­ren.

Leipzig - Best­sel­ler schrei­ben ist ein erlern­bares Hand­werk. Davon ist Josef Has­lin­ger, Direk­tor des Deut­schen Lite­ratur­insti­tutes und „Opern­ball”-Autor, über­zeugt.

Hamburg - Das Siech­tum alter und kranker Men­schen setzt Alten­pfle­gerin­nen am meisten unter Stress. Das erläu­tert die Berufs­genos­sen­schaft für Gesund­heits­dienst und Wohl­fahrts­pflege (BGW) in Ham­burg. Für 91…

Köln - Trotz erschwer­ter Bedin­gun­gen hält das Inter­esse an der Grün­dung von Ich-AGs an. Allein im Januar dieses Jahres gingen mehr als 29 000 Arbeits­lose den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit mit staat­licher…

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Autorenhochschule wird 50

Leipzig - Bestseller schreiben ist ein erlernbares Handwerk. Davon ist Josef Haslinger, Direktor des Deutschen Literaturinstitutes und „Opernball”-Autor, überzeugt.

Deutschen Literaturinstitut Leipzig

Der Student Claudius Nießen am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Die deutschlandweit einmalige Dichterschmiede in Leipzig feiert dieses Jahr 50-jähriges Bestehen.

Doch nicht alle Absolventen schaffen den Sprung in die Bestsellerlisten wie der Student der ersten Stunde Erich Loest („Nikolaikirche”, „Völkerschlachtdenkmal”) oder die prominenteste Absolventin der Gegenwart, Juli Zeh („Die Stille ist ein Geräusch”, „Spieltrieb”).

Die Literaten-Hochschule mit jährlich gerade einmal 20 Erstsemestern liegt in einem Idyll. Umrankt von dichten Baumkronen trägt der Wind an manchen Tagen Klänge der benachbarten Musikhochschule herüber. In den Ateliers vis-à-vis eifern junge Maler der neuen Leipziger Schule nach - das richtige Ambiente für Prosa, Lyrik, Dramen und epische Filme. „Wir haben nicht die Ambition, jeden zum Schriftsteller zu machen”, sagt Prosaprofessor und Essayist Haslinger. „Eine kleine Auswahl von Autoren ist schon Schriftsteller, wenngleich es die Öffentlichkeit noch nicht weiß. Diese können wir ein paar Jahre lang in ihrer Weiterentwicklung begleiten. Aber wir sagen keinem, wie er schreiben soll.”

Seit der Neugründung unter dem Dach der Universität vor zehn Jahren setzen die Leipziger auf Internationalität. Parallel zur Leipziger Buchmesse diskutieren Schriftsteller und Dozenten aus Europa und den USA über Lehr- und Lernbarkeit literarischen Schaffens. „Wir laden die Welt ein und wollen lernen, wie man die Autorenausbildung noch besser machen kann”, sagt Haslinger über den in Europa ersten Kongress dieser Art.

Die Mischung aus Hilfestellung und künstlerischer Freiheit schätzt auch Student Claudius Nießen, der über den Journalismus an die Hochschule fand. „Die Königsdisziplin unter Journalisten ist die Reportage, unter Schriftstellern der Roman”, sagt der 25 Jahre alte Autor von Kurzgeschichten. Für lange Stücke sei er zu hibbelig, außerdem dürfe man auch nicht zu blauäugig sein. „Die Diplomarbeit ist bei vielen zwar das erste Buch, doch noch lange nicht der Durchbruch.” Lektoren renommierter Verlage finden immer öfter den Weg ins so genannte Musikerviertel, dem Ort der Schriftsteller-Kommune, um nach jungen Talenten Ausschau zu halten.

„Das Institut wirkt wie ein Katalysator. Wofür ich sonst vielleicht 10 bis 15 Jahre gebraucht hätte, schaffe ich hier durch den engen Austausch in 3 bis 4 Jahren”, sagt Nießen. Dazu gehöre auch, dass in den Werkstattseminaren größtenteils hoch motivierte Kommilitonen als Lektoren auftreten „und mir manchmal einen Text um die Ohren hauen”. Wie eine Karriere im besten Fall aussehen kann, ist an der Vita der Juristin Juli Zeh ablesbar, deren Erstling „Adler und Engel” 2001 euphorisch von der Kritik gefeiert worden war.

Mit dem Literaturinstitut von 1955, das in einer politisch sehr aufgeheizten Zeit entstand, hat die heutige Schreibschule wenig zu tun. „Ich wollte nicht, mich hat die SED dahin befohlen. Ich empfand den Einfluss der Partei als sehr groß”, erinnert sich Romanautor Loest. Gemeinsam mit dem späteren Fernseh-Grimmepreisträger Ralph Giordano, Adolf Endler und Fred Wander „genoss” er die Vollausbildung. „Der ehemalige Leiter Alfred Kurella sagte einmal: Das Institut ist dazu da, die Schriftsteller mit literarischen Mitteln zu befähigen, die Politik der Partei umzusetzen”, erinnert sich Loest. Nach diesen Maßstäben ist seine Ausbildung erfolgreich misslungen.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/03/11/service/berufbildung/t/rzo134199.html
Donnerstag, 10. März 2005, 12:18 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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