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Mittwoch, 23. März 05

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Berlin - Wenn Annette Humpe zu spre­chen beginnt, horcht jeder auf. Mit dieser rauen, unterkühl­ten Stimme hat sie einst als Front­frau der Kult­band Ideal Rock­geschichte geschrie­ben.

Han­nover - Um 17 Uhr wurden die Fans hek­tisch. Bei der „Bravo Supers­how” in Han­nover hätte zu diesem Zeit­punkt der ame­rika­nische Rap-Star 50 Cent über den roten Teppich vor der Halle laufen sollen…

Ideal-Sängerin Annette Humpe startet Comeback

Berlin - Wenn Annette Humpe zu sprechen beginnt, horcht jeder auf.

Annette Humpe & Adel Tawil

Annette Humpe und Adel Tawil von der Band Ich+Ich.

Mit dieser rauen, unterkühlten Stimme hat sie einst als Frontfrau der Kultband Ideal Rockgeschichte geschrieben.

Beinahe ein Vierteljahrhundert ist seitdem ins Land gezogen, Ideal, für viele die herausragende Band der Neuen Deutschen Welle, ist zur Legende geworden. Annette, Schwester von Inga Humpe (2raumwohnung), kehrte nach kommerziell durchwachsenen Soloprojekten 1990 der Bühne den Rücken. Seither ist sie erfolgreich als Produzentin etwa für den 1996 gestorbenen Rio Reiser und Die Prinzen im Geschäft.

Jetzt will es die 54-Jährige noch einmal wissen. Mit dem Rapsänger Adel Tawil (26) hat sie die Band Ich + Ich gegründet und eine CD mit demselben Titel eingespielt. Das Album, das am 18. April auf den markt kommt, handelt von der Einsamkeit des Individuums und der Erlösung durch Liebe. Am 29. März erscheint daraus die Single „Du erinnerst mich an Liebe”. „Was sonst als Liebe soll uns denn erlösen - etwa Geld?”, fragt die Sängerin, die die Texte verfasst hat.

Für den Spätsommer ist an eine Tournee gedacht, falls das Album erfolgreich ist, betont Humpe. Derzeit ist nur ein Konzert geplant, am 30. April im thüringischen Sonneberg. Von Ideal will die Band dabei nur den eher zurückgenommenen Song „Monotonie” spielen. „Ich finde es doof, wenn 50-Jährige so eine aggressive Nummer fahren”, meint die Sängerin. „Es wäre doch plemplem, wenn ich jetzt noch so auftreten würde wie damals. Ideal ist Teil meiner Geschichte, aber ich würde nicht noch einmal "Blaue Augen" singen. Damals hab ich gesungen: "Mit mir beginnt die Eiszeit" oder "Komm wir lassen uns erschießen..." - das stimmt heute einfach nicht mehr.”

„Wir sitzen hier seit tausend Jahren und stellen uns die gleichen Fragen”, heißt es im Titelsong der CD. Und in einem anderen Lied singt das Paar „Ich bin ein Felsen im Meer”. „Man muss dieses Leben allein durchstehen, egal ob man verheiratet oder Single ist oder in einer Wohngemeinschaft zu zwölft wohnt”, philosophiert Annette Humpe. Der junge Adel sitzt lächelnd dabei.

Seine poppige, ohrwurmverdächtige Musik, die hie und da an Spliff oder an Xavier Naidoo erinnert, steht zu den düsteren Texten im seltsamen Kontrast. „Der Gegensatz ist gewollt”, sagt die Sängerin. „Es wäre nicht auszuhalten, wenn die Musik auch noch so melancholisch um die Ecke käme.” Doch mit den Problemen, die die Texte aufwerfen, müsse sich jeder herumschlagen. „Ich sehe bei meinem Kind, wie die Fragen aufkommen.” Der Junge ist jetzt zwölf. Auch ihm zuliebe hatte sie bislang auf ein Comeback verzichtet. „Als ich mit Anfang 40 das Kind bekam, war ich aus dem Häuschen, ich wollte immer mit ihm zusammen sein.”

Das neue Musikergespann traf sich im Jahr 2002 zufällig in einem Berliner Tonstudio - bei der Produktion für einen anderen Künstler. „Ich habe den Chorus eingesungen”, erinnert sich Adel. „Dabei gab es Stellen, die ich nicht gut brachte. Annette sprang ein und hatte Spaß daran.” Später setzte sich das Paar bei einer Flasche Wein in Annettes Küche zusammen. „Schnell standen vier neue Songs”, erzählt der Musiker. „Und Annette schrieb wie im Rausch fast jeden Tag einen neuen Text.”

Adel könnte gut und gern der Sohn der Sängerin sein. „Das ist ja gerade spannend”, lautet ihr Kommentar. Musikalisch musste sich das ungleiche Paar erst zusammenraufen. Adel, der von Rap und Downbeat kommt, spielte ihr Stücke seiner Band The Boyz vor. Annette legte Ideal, Velvet Underground und Rio Reiser auf. „Anette ist als Produzentin sehr kritisch, bei ihr muss alles stimmen”, meint Adel. Und sie sagt: „Er hat mich bestärkt, das Comeback zu wagen. Ich dachte vorher, ich bin zu alt, ich darf das nicht mehr. Dann aber pfiff ich auf die Konventionen, ich hab schließlich mein Leben lang nicht nach Konventionen gelebt.”

www.ich-und-ich.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/03/23/magazin/musik/t/rzo137393.html
Dienstag, 22. März 2005, 10:42 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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