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Mittwoch, 27. Mai. 20

-Mailand - „Osso di Sepia” - das hört sich mehr nach ita­lie­nischer Vor­speise als nach lie­bevol­ler Namens­gebung für einen Sport­wagen an. Tatsäch­lich hat der harte Knochen eines Tin­ten­fisches auf der…

-München - Er ist eine Art Golf der Bes­ser­ver­die­nen­den: Wer mit einem 3er von BMW vor­fährt, macht klar, dass er nicht beim Dis­coun­ter ein­kau­fen muss und gern flott unter­wegs ist.

Ingol­stadt - Sport­wagen sollen ihren Fahrer mög­lichst flott von einem Punkt zum nächs­ten beför­dern. Neu­wagen­besit­zer sport­licher Autos ordern daher häufig All­rad­antrieb. Zu ver­dan­ken ist das unter anderem Audi.

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Die lange Geschichte des Alfa Spider

Mailand - „Osso di Sepia” - das hört sich mehr nach italienischer Vorspeise als nach liebevoller Namensgebung für einen Sportwagen an.

Alfa Spider

Klassiker mit Prothese. Quelle: Alfa Romeo/dpa/gms

Tatsächlich hat der harte Knochen eines Tintenfisches auf der Vorspeisenplatte wenig zu suchen.

An ihm erfreuen sich eher Käfig-Vögel. Und liebevoll war der Begriff als Spitzname für den Alfa Spider auch nicht gemeint: Wer heute begehrlich über die Karosse eines frühen Modells blickt, wird kaum für möglich halten, dass man einst abfällig über das Design des legendären Zweisitzers sprach.

Im Frühjahr 1966 wurde er erstmals gezeigt, Anfang der Neunziger gab es ihn immer noch - sicher unter anderem deshalb, weil an seiner später als zeitlos geltenden Form zehn Jahre gefeilt wurde. Mitte der Fünfziger brachte der Designer Battista Pininfarina erste Ideen zu Papier. Er war dabei von einem Modetrend inspiriert: Damals hatten vor allem US-Hersteller den Weltraum entdeckt und orientierten sich an Formen, wie sie für Raketen und Raumschiffe typisch waren.

Also begann auch Pininfarina damit , Raumfahrt-Fantasien auf einem Alfa-Fahrwerk zu realisieren. Den Entwurf „Super Flow Disco Volante” zierten 1956 mächtige Leitwerke am Heck - trotzdem lässt sich schon das eine oder andere Element des späteren Spider erkennen. Pininfarina feilte weiter, und immer mehr schälten sich Merkmale wie die breite Sicke in der Seite und die rundliche Grundform heraus.

Das Endprodukt wurde 1966 auf dem Genfer Automobilsalon gezeigt, ohne wirklich gewürdigt zu werden. Zu modern wirkte die glatte Form auf manchen Alfa-Anhänger, zu wenig hatte der Neue von den Vorgängern Giulietta und Giulia Spider. Und dann war da der Name, der eigentlich keiner war: Spider, das ist ja eigentlich nur eine Zusatzbezeichnung.

Doch wozu hatte man bei Alfa Romeo Arbeiter, sie sich gelegentlich unterhielten - etwa über die Form des Zweisitzers, die irgendjemanden an einen Tintenfisch-Knochen erinnerte. Bald fand der Begriff den Weg in die Öffentlichkeit, was den Alfa-Oberen nicht behagte. Mit einem Gewinnspiel wurde ein neuer Name gesucht, es siegte „Duetto”. In den USA galt der Spider jedoch ab 1967 als das Graduate-Car. Namensgeber war der Film „The Graduate”, in Deutschland als „Die Reifeprüfung” bekannt. In dem Streifen spielte der Alfa eine tragende Rolle.

Bei aller Aufregung sollte nicht vergessen werden, dass es Leute gab, für die das Auto auch Jägerschnitzel hätte heißen dürfen. Ihnen kam es auf die Werte unter der Motorhaube an: ein Aggregat, das für Sportmotorenbau in Reinkultur stand. Der Aluminiummotor mobilisierte bei 1,6 Liter Hubraum 109 PS und beschleunigte den Spider auf 185 Stundenkilometer. Später kamen weitere Motoren zum Einsatz, vom Einsteigermodell mit 1300 Kubikzentimetern und 87 PS über den 113 PS starken 1750er bis zum 2,0-Liter mit 131 PS.

Designer Pininfarina erlebte das Genörgel an der Form nicht mehr - er starb kurz nach der Präsentation des Spider. Aber auch er hätte wohl nicht verhindern können, dass man sich schon drei Jahre später an eine Überarbeitung des Designs machte. Im Grunde wurde nur ein schlichter gerader Schnitt vorgenommen und damit das Heck mitsamt der entfernten Anmutung eines Schlauchbootes gekappt. Aus dem später Rundheck-Spider genannten Urmodell wurde so das „Fastback”.

Dass die Diskussion danach verstummte, ließ Alfa wohl keine Ruhe: Mit einem weiteren Facelift entfachten sie Anfang der Achtziger das Entsetzen neu. Mit Blick auf den US-Markt und aktuelle Accessoires schaffte es das Unternehmen, die meist verabscheute Ausführung des Spider zu formen. Besonders schlimm stach Anhängern das Spoilerwerk in die Augen, vor allem am Heck mit seinem schwarzen Gummispoiler.

Rund 25 Jahre nach Vorstellung des Urmodells hatte Alfa ein Einsehen: Eine letzte Überarbeitung kam zwar wieder mit zusätzlichem Kunststoff daher, doch diesmal wirkte die Modifikation stimmiger. Das heißt aber nicht, dass Alfa Romeo nun wirklich wusste, wie ein Spider aussehen muss, damit ihn alle mögen: Nachdem der Veteran 1993 eingestellt wurde, kam Mitte der Neunziger ein komplett neuer Spider. Seine kantig-keilförmige Erscheinung ist bis heute umstritten.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/03/23/service/auto/liebhaberautos/t/rzo132395.html
Donnerstag, 03. März 2005, 12:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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