NachrichtenSportMagazinService
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Internet-Service Kontakt
Kino Musik Szene Reise Charts Event-Kalender Ticket-Shop
Archiviert am
Dienstag, 24. Mai 05

Talkmaster Jay Leno Santa Maria - Im Miss­brauch­pro­zess gegen Popsän­ger Michael Jackson haben Zeugen der Ver­tei­digung neue Zweifel an der Glaub­wür­dig­keit der Familie des angeb­lichen Opfers geäußert. So habe die Mutter des heu­te...

Paris HiltonNew York - Hote­ler­bin Paris Hilton (24) hat eine Inter­net-Seite für vier Stunden zusam­men brechen lassen. Wie der Inter­net­dienst „imd­b.com” berich­tet, wollten offen­bar zu viele User die Pro­minente sehen...

Paris - Durch den geschlos­senen Kreis gefei­erter Sterne-Restau­rants in Frank­reich weht ein fri­scher Wind. Die Zeiten ändern sich. Star­koch Alain Sen­derens (65) ist Herr­scher über das berühmte „Lucas Carton” an der...

London - Vor Erschei­nen des sechs­ten Harry-Pot­ter-Ban­des am 16. Juli spe­kulie­ren auch in Groß­bri­tan­nien Pot­ter-Fans darü­ber, ob der Direk­tor der Zau­ber­schule Hog­warts, Albus Dum­ble­dore, in dem Buch sterben wird.

New York - Hol­lywood-Star Tom Cruise (42) hat mit seiner neuen Freun­din, der Hol­lywood-Schau­spie­lerin Katie Holmes (26), die US-Mode­rato­rin Oprah Winfrey (51) in ihrer TV-Show besucht.

Berlin - Bun­des­kanz­ler Gerhard Schrö­der (SPD) hat die geret­teten Arbei­ten von Künst­lern im Ver­nich­tungs­lager Ausch­witz als „be­wegende Zeug­nisse des Wider­stands” gewür­digt.

Wandernd durch das Valle Maira im Piemont

Dronero - Endlich oben. Durchatmen. Die Hand fasst das Gipfelkreuz, das seit einer Woche immer wieder im Blick aufgetaucht war.

Valle Maira

Der Weg führt durch größtenteils verlassene Dörfer. (Bild: Schneider/dpa/gms)

Ein halbes Dutzend Etappen lang dauerte der Weg zum 3026 Meter hohen Monte Chersogno im Valle Maira im Piemont.

In dem Tal an der Alpensüdseite finden Wanderer ein altes, in weiten Teilen intaktes Wegenetz. Und das Tal gilt als eines der „schwarzen Löcher” Europas: Die geringe Bevölkerungsdichte ist mit der Alaskas zu vergleichen. Verlassene Weiler versinken in den Wäldern, Orte mit windschiefen Häusern liegen Schwindel erregend hoch auf Felsspornen.

Start- und Zielort der Valle-Maira-Tour ist der Ort Dronero. In der Ferne schimmert schon der Gipfel des Chersogno in der Sonne - und ist doch erst in einer Woche zu erobern. Vor Jahrzehnten wurden die zugewachsenen Verbindungswege in der verfallenden Kulturlandschaft freigelegt und die „percorsi occitani” geschaffen, ein ein- bis zweiwöchiger Wanderweg, der einst die Weiler verknüpfte. Auf der Sonnenseite führen die grellgelb markierten Wege bis Campo Base, dann geht es mit dem Bus oder erneut zu Fuß zurück nach Dronero.

Hotels, Pensionen, Matratzenlager oder unbenutzte Schul- oder Pfarrhäuser warten als Etappenposten auf die Wanderer. Für eiserne Selbstverpfleger gibt es auch Kochgelegenheiten, wenngleich dann die einheimischen Kochkünste zu fairen Preisen verpasst werden. Unterwegs sind Italienisch-Kenntnisse von Vorteil. Im unteren Tal wird zudem Piemontesisch gesprochen und in den oberen Weilern teils sogar noch Okzitanisch, die Sprache der mittelalterlichen Troubadours.

Schon auf den ersten Etappen kann es sein, dass außer einem Schäfer oder einem Rentner, der sein Elternhaus in Schuss hält, keine Menschenseele den Weg quert. War das Mairatal im 19. Jahrhundert noch intensiv besiedelt, sah es sich durch die Gründung Italiens und die neue Grenze an den Rand gedrängt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Bevölkerungszahl zurück. In den meisten Gemeinden seien „die Hälfte bis zwei Drittel der Häuser nicht mehr bewohnt”, hieß es schon 1932. Etliche Orte zählten 1999 weniger als ein Zehntel ihrer Bevölkerung von 1861. In vielen Dörfern halten nur noch einige Alte die Stellung.

Naturstraßen führen an gackernden Hühnern vorbei durch Landstriche mit Hausruinen und Geschichte: Vor 60 Jahren zogen sich die Partisanen auf der Flucht vor der Wehrmacht in diese Dörfer zurück. Im Bergnest San Martino erinnert sich die Österreicherin Maria Schneider an die ersten Erfolge des Rundwegs. Seit mehr als 20 Jahren führt sie in den Bergen ein „Centro Culturale” mit Koch- und Sprachkursen, Wanderwochen, Konzerten und Ausstellungen. Einen Boom werde es nicht mehr geben, sagt Schneider - dafür sei das Tal als Urlaubsziel zu speziell. „Aber es bleibt ein unglaublicher Luxus, mitten in Europa einen Tag lang für sich alleine gehen zu können.”

Das Ziel des fünften Wandertages, Elva, wurde in einer der jüngeren Steuerstatistiken Italiens als ärmste Gemeinde des Landes registriert. Knapp sechs Stunden und 1500 Höhenmeter weiter zeigt sich stolz das Gipfelkreuz des Chersogno, und dann geht es zurück nach Dronero an den Talausgang dieser verträumten, vergessenen und teils bizarren Landschaft aus dem Märchenbuch.

Informationen: Tourismusbüro Dronero (Tel. von Deutschland: 0039/0171/91 70 80), Italienisches Fremdenverkehrsamt ENIT (Kostenloses Broschüren-Tel.: 00800/00 48 25 42).

www.enit.it

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/24/magazin/t/rzo151530.html
Dienstag, 17. Mai 2005, 11:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum    

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
Kino
Event-Kalender
Druckversion

Kino-Memo-Quiz
Kino-Memo-Quiz
Doppelkarten für Koblenz
oder Mainz zu gewinnen!