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Dienstag, 24. Mai 05

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DFB erhebt Anklage gegen Referee Jansen

Frankfurt/Main - Der Wettskandal im deutschen Fußball hat die Bundesliga doch noch eingeholt.

Auf der Anklagebank

Jürgen Jansen leitet 2004 ein Fußballspiel.

Drei Tage nach Saisonende hat der DFB-Kontrollausschuss Anklage gegen Schiedsrichter Jürgen Jansen erhoben und dessen Ausschluss aus dem Verband auf Lebenszeit gefordert.

Der Essener soll für die Partie 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg (3:0) am 27. November 2004 „Absprachen zur Manipulation” getroffen haben. Dasselbe gilt für den Dresdner Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller. Dies teilte der DFB mit. Betroffen von der Manipulation ist auch die Zweitligapartie Dynamo Dresden - SpVgg Unterhaching (1:0) vom 21. November 2004. Die insgesamt vier beteiligten Vereine haben nach einem Beschluss des DFB-Bundestages Ende April allerdings keine Möglichkeit mehr, beim Verband Protest gegen die Wertungen der Begegnungen einzulegen.

„Beide Beschuldigte haben dem Ansehen der Schiedsrichter damit großen Schaden zugeführt und den Fußballsport in Deutschland tief getroffen. Das beantragte Strafmaß halte ich daher für angemessen”, sagte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert. Der DFB wirft Jansen und Ziller vor, sich in zwei Fällen sportstrafrechtlicher Verfehlungen schuldig gemacht und dabei schuldhaft gegen die DFB-Satzung und mehrere DFB-Ordnungen verstoßen zu haben. Sie seien an Wettabsprachen bei beiden Spielen beteiligt gewesen und hätten dafür Geld kassiert. Auch eine sofortige Vorsperre wurde beantragt. Mit denselben Strafen war der Hauptbeschuldigte im Wett- und Manipulationsskandal, Robert Hoyzer, belegt worden.

Jansen, der seit dem 2. Februar wegen des Verdachts der Manipulation bereits nicht mehr eingesetzt worden ist, war bereits von Hoyzer belastet worden. Daraufhin hatte Jansen in einer spektakulären eigenen Pressekonferenz am 4. Februar in Passau seine Unschuld beteuert („Ich habe nie ein Spiel manipuliert”) und versucht, dies anhand von Videobildern zu beweisen. Auch vor dem DFB-Bundesgericht hatte der 44-Jährige am 6. April auf die Frage von Richter Georg-Adolf Schnarr, ob er in der betreffenden Bundesliga- Partie bestochen gewesen sei, geantwortet: „Nein, Herr Vorsitzender, war ich nicht.”

Bereits am 11. Februar, 20 Tage nach Bekanntwerden des Wettskandals, hatte der DFB-Kontrollausschuss Jansen zweieinhalb Stunden vernommen. In der Kaiserslautern-Partie hatte der Referee nach Befinden der DFB-Richter allerdings nicht entsprechend eingreifen müssen, um das gewünschte Ergebnis herbeizuführen. Daher hatten sowohl die erste als auch die zweite Instanz den Protest des SC Freiburg abgelehnt.

Laut Presseberichten gab aber auch Ante S. von der kroatischen Wettmafia in seinem Geständnis vor der Berliner Staatsanwaltschaft an, dass Jansen - teilweise über Ziller - 45 000 Euro bekommen haben soll. Dafür hätte es mit Ziller Absprachen über die von Jansen geleiteten Spiele Dynamo Dresden gegen SpVgg Unterhaching (2. Liga) und 1. FC Kaiserslautern gegen SC Freiburg (Bundesliga) gegeben. Ante S. hatte zudem den vorgesperrten Dominik Marks belastet. Dieser streitet bislang allerdings alle Vorwürfe ab.

Die Kontaktaufnahme zu Jansen soll laut Ante S. über den Dynamo-Spieler Torsten Bittermann sowie den ehemaligen FIFA-Referee und Jansen-Freund Ziller gelaufen sein. In einem Dresdner Fischrestaurant sollen 35 000 Euro an Jansen sowie je 5000 Euro an Ziller und Bittermann übergeben worden sein. Später habe Ante S. 10 000 Euro an Jansen „nachgeschossen”. Am 26. November 2004, dem Vortag der Bundesliga-Partie FCK - Freiburg soll Jansen zwei Mal mit Ante S. - um 15.13 Uhr und um 15.17 Uhr - per Telefon gesprochen haben.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/24/sport/fussball/t/rzo153540.html
Dienstag, 24. Mai 2005, 18:22 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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