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Freitag, 27. Mai 05

Musikclub Münster - Fast ein wenig unschein­bar wirkt das etwas ver­setzt ste­hende Back­stein­gebäude an der Hafen­straße 34 in Müns­ter. Nur das Stahl­blau der Fens­ter­rah­men und Türen fängt strei­fende Blicke.

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„Gleis 22” in Münster ist Deutschlands bester Club

Münster - Fast ein wenig unscheinbar wirkt das etwas versetzt stehende Backsteingebäude an der Hafenstraße 34 in Münster.

Musikclub

Deutschlands bester Club: Das "Gleis 22" in Münster.

Nur das Stahlblau der Fensterrahmen und Türen fängt streifende Blicke. Über dem Eingang hängt ein schwarzes Schild - „Gleis 22” steht in schlichten weißen Lettern darauf.

Der beste Musikclub im deutschsprachigen Raum kommt ganz ohne Glanz und Glamour aus. Wie der Name vermuten lässt, liegt das „Gleis 22” ganz nah am Hauptbahnhof, abseits der Kneipenmeilen und Partyschuppen der Studentenhochburg.

Zum zweiten Mal in Folge wählten Leser der Zeitschrift „Spex”, einem Magazin für Popkultur in Deutschland, das „Gleis 22” zum besten Musikclub im deutschsprachigen Raum. „An der Umfrage haben sich per Fax, Brief und E-Mail rund 1500 Leser beteiligt”, sagt Spex-Redakteur Markus Hablizel. Das „Gleis 22” kam mit rund 8,5 Prozent auf Platz eins. Auf Platz zwei unter den 20 gewählten Clubs landete „Gebäude 9” in Köln mit 3,9 Prozent, gefolgt von „Flex” in Wien mit 3,8 Prozent.

Die Umfrage, die seit über 15 Jahren eine feste Größe im Spex- Jahresrückblick sei, suche nach Bewertungen in 25 Rubriken. „Wir fragen etwa nach dem besten Künstler, dem besten Album, dem besten Konzert und eben auch nach dem besten Club”, sagt Hablizel.

Seit 1987 bietet das „Gleis 22” unzähligen Bands aller Genres, vor allem aber Punkrock-, Ska-, Indie- und Alternativgruppen eine Bühne. Über 300 Besucher haben in dem etwas staubigen und verrauchten Konzertsaal Platz. „Oft ist der Raum viel zu klein für alle Gäste”, sagt Frank Dietrich, verantwortlich für die Konzertbuchungen. Nur ein schwarzer Vorhang trennt die Fans von der Bühne - keine Armlänge. Rückzugsraum bietet den Bands ein kleiner Raum mit schnöden Sofas und alten Möbeln direkt neben der Bühne: Die mit unzähligen Autogrammen, Kritzeleien und Botschaften bedeckten vormals weißen, nun teilweise bröckeligen Wände geben Zeugnis von vielen bewegten Auftritten.

Allein 2004 besuchten über 40 000 Menschen die rund 230 Veranstaltungen im Club. Früher galt das „Gleis” als „Punkerschuppen”, sagt Dietrich. „Heute steht es schlicht für hohe Musikqualität außerhalb der Charts, und auch Anzugträger kommen manchmal hierher.” Seit 13 Jahren arbeitet er im „Gleis 22”: „Es ist Teil meines Lebens, ich hänge dran, es ist eine Herzensangelegenheit.”

Die meisten Konzertgänger kommen aus dem Münsterland, aber auch weit über die Stadtgrenzen hinaus ist das „Gleis 22” längst bekannt. Viele reisen aus dem Ruhrgebiet, aus Frankfurt am Main oder aus der niederländischen Grenzregion an. „Wir hatten schon mal zwei Männer hier, die extra aus München für ein Konzert eingeflogen sind”, erinnert sich Dietrich. „Und auch unser E-Mail-Verteiler geht über die ganze Welt - von Europa über Südamerika bis nach Japan”, sagt der 35-Jährige.

Das Besondere am „Gleis 22” ist, dass es ein nicht-kommerzieller Club ist. Als Teil des Jugendinformations- und -beratungszentrums (Jib) der Stadt hat es einen festen Platz in der Szene. „Das Gleis 22 ist längst Marke geworden”, sagt Jib-Leiter Michael Geringhoff. „In unserer Einrichtung ist es mit Abstand der markanteste Punkt.”

Ebenso außergewöhnlich wie der Club ist seiner Meinung nach die Jugendeinrichtung: „Bei uns gibt es kein Kicker, Billard und Dart, sondern eine Fahrrad- und Holzwerkstatt, ein Atelier und eine Au- pair-Vermittlung.” Das „Gleis 22” sei eben einmalig: „Man kann es nicht einfach irgendwohin versetzen, es ist ein Teil des Jibs und damit ein Teil von Münster.” Andere Clubs dürften sich aber natürlich gern Anregungen holen.

www.gleis22.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/magazin/szene/t/rzo154254.html
Freitag, 27. Mai 2005, 9:54 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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