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Freitag, 27. Mai 05

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Vom Strand in die Stadt: Die neue Bademode ist vielseitig tragbar

Leipzig/Bindlach - Den Bikini sieht man diesen Sommer nicht nur am Strand.

Bademode

Aktuelle Bikini-Mode Foto: Arena/dpa/gms

Bademode wird salonfähig und wagt den Schritt auf die Straße, in die Biergärten und in die Clubs. Das Triangel-Top wird zur Jeans getragen oder lugt unter der Bluse hervor.

Und der knappe String-Bikini wird mit dem passenden Minirock zum Outfit für den Stadtbummel. Schick am Strand wie auf der Straße soll die neue Bademode sein - und daher vor allem eins: kombinierbar.

Immer mehr Hersteller bieten deshalb zum Bikini gleich eine Auswahl an passenden Wickelröcken oder Shorts, Tuniken oder Blousons. „Die Menschen wollen wieder korrekt angezogen sein, auch wenn sie vom Strand an die Strandbar wechseln”, erklärt Ruth Justen von der Messe Leipzig, die die Wäschemesse „Body Look” veranstaltet.

Was den Aufstieg der Bademode in die Oberbekleidung ebenso fördert, sind Entwicklungen im Dessous-Bereich. „Dort wird die Unterwäsche immer öfter auch sichtbar getragen”, sagt Hendrik Hwang, Designer beim Bademodenhersteller Solar. „Ähnliches geschieht nun in der Bademode.” Folgerichtig hat das Unternehmen aus Bindlach (Bayern) das „Sun Set” entwickelt aus Triangel-Bikini, Stringtanga und halbtransparenter Panty, welche nach dem Sonnenbad übergezogen wird.

Das Modell „Multi Use” der Firma Sunflair aus Bayreuth kann nicht nur als Badeanzug getragen werden, sondern ebenso heruntergerollt als Höschen. Auch die Badehose stylt sich für den Auftritt im Strandcafé. Sie zeigt sich in diesem Sommer kaum noch ohne Gürtel um die Hüften.

„Die Hosen haben oft Schnüre und Schleifchen, die man auch abmachen kann, und sind mit Einsätzen, zum Beispiel aus Plastik, verziert”, sagt Susan Wolf, Leiterin des Hennes & Mauritz-Showrooms in Hamburg. Der Hersteller Opera aus Bayreuth schmückt seine Slips mit asymmetrischen Gürteln oder Gold- und Silberspangen.

Bei den Oberteilen ist das Dekolleté der Hingucker. „Das Selbstverständnis der Frauen, ihren Körper von seiner schönsten weiblichen Seite zu zeigen, scheint sich immer weiter durchzusetzen”, sagt Hwang. Bei Bikinis sind Bandeaux-Form und Triangelformen mit seitlichen Schiebeeffekten angesagt, bei Einteilern ein hoher Rücken.

Dieser Retro-Trend inspiriert nicht nur die Schnitte, sondern auch die Prints und Farben. „Es geht diesen Sommer neben der typischen Karibik-Exotik auch um Motive aus Südfrankreich oder von Italiens Küsten aus den fünfziger und siebziger Jahren”, beobachtet Justen. So genannte Retro-Dots, Schwarzweiß-Tupfen im Riviera-Stil, finden sich etwa bei Opera. Die Prints bei Seafolly aus Australien zeigen Hawaii-Motive sowie Streifen und Punkte im Stil der fünfziger Jahre.

Bei den Herren erlebt die klassische Badehose à la Cary Grant eine Rückkehr, und zwar mit seitlichen Bundhöhen von acht bis zehn Zentimetern, zum Beispiel beim Unternehmen Speedo aus Großbritannien. Bei Arena aus München geht ein weiterer Trend zur Mini-Short, bei Hennes & Mauritz kommt die Surfershort groß raus.

Während sich Drucke und Schnitte an der Vergangenheit orientieren, sind die Materialien auf dem neuesten Stand. „Frauen haben heute mehr denn je das Bedürfnis, so wenig Kompromisse wie möglich einzugehen”, erklärt Designer Hwang. Damen im mittleren Alter fragten vor allem nach körperformenden Stoffen. „Sculpture” heißt das Material bei Speedo. Seafolly bietet mit „Sunpaque” ein Material, das auch nass blickdicht bleibt und Solar mit „Tan Thru” durchbräunendes Gewebe.

„In der Mode für junge Frauen werden zunehmend auf Mikrofaser basierende Stoffe eingesetzt, die seidig glänzen und sich sehr bequem tragen lassen”, sagt Hwang. Aus dem Dessous-Bereich kennt man sie schon. Und so dürften sich Bikini-Tops, die zunehmend aus der Bluse schauen, genauso anfühlen wie der BH, der dies bisher schon tat.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/news/t/rzo153053.html
Montag, 23. Mai 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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