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Fahrrad-Kinderanhänger setzen sich durch

Bremen - Anhänger am Fahrrad galten lange als Domäne älterer Herren.

Kinder-Anhänger

Mit dem Nachwuchs im Fahrrad-Gespann unterwegs. (Bild: Chariot/dpa/gms)

Mittlerweile setzt sich aber eine neue Hänger-Generation durch: Bunte Konstruktionen für den Transport der Kinder, meldet der allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen.

„Immer mehr Menschen benutzen Anhänger statt eines Kindersitzes”, sagt Bettina Cibulski des Vereins. Verglichen mit dem Sitz bieten die Hänger Vorteile, auch in Sachen Sicherheit.

„Untersuchungen bestätigen, dass Kinder im Hänger sicherer sind”, sagt Siegfried Neuberger vom Zweirad Industrie-Verband (ZIV) in Schwalbach (Hessen). Das wird bei einem Sturz oder dem Umkippen des Rades deutlich: Im Sitz fällt das Kind mindestens einen Meter tief. Stürzt das „Zugfahrzeug” eines Anhänger-Gespanns, bleibt der Hänger selbst meist auf seinen Rädern stehen.

„Ein Fahrrad mit Kindersitz fährt sich wackeliger”, sagt Bettina Cibulski. Das ist eine Folge des höheren Schwerpunktes. Anders sieht es beim Fahren mit einem Anhänger aus: „Das Fahrverhalten ändert sich in der Regel fast gar nicht”, sagt Esther Kusche vom Hänger-Anbieter „Zwei plus zwei” in Köln.

Dennoch gibt es einiges zu beachten. Fachleute raten, zunächst mit dem Anhängsel, aber ohne Kind auf Probetour zu gehen. „Wichtig ist auch, dass das Zugfahrrad richtig in Schuss ist”, sagt Kusche. Vor allem auf die Bremsen kommt es an: Hänger haben meist keine eigene. „In engen Rechtskurven kann das Hinterrad an die Deichsel des Hängers anschlagen.” Das liegt daran, dass die Deichsel meist an der hinteren Radachse oder der linken Strebe des Hinterbaus befestigt wird.

Der ADAC hat bei einem Test festgestellt, dass nicht jedes Modell sein Geld wert ist. Drei von sieben Typen schnitten vergleichsweise schlecht ab. „Der Test hat gezeigt, dass die empfehlenswerten Modelle allesamt im oberen Preisbereich liegen”, sagt ADAC-Sprecher Jochen Oesterle. Bei den Exemplaren für 500 bis 600 Euro gab es weniger zu bemängeln. Menschen mit schmalem Geldbeutel rät Bettina Cibulski vom ADFC deshalb, Gebrauchtangebote zu prüfen.

Der ADAC bemängelt zudem, dass nur zwei der getesteten Hänger eine Beleuchtung haben. Deshalb muss unter Umständen nachgerüstet werden. „Man sollte nicht an der Sicherheit sparen und gleich zwei Leuchten befestigen”, sagt Siegfried Neuberger. „Der Hänger sollte kippsicher sein, daher einen niedrigen Schwerpunkt, eine breite Spur und große 20-Zoll-Räder haben”, so Cibulski. Oesterle weist darauf hin, dass die Anhänger-Kupplung eine Zusatzsicherung haben sollte.

Die jungen Insassen müssen einen Helm tragen und angegurtet sein. „Das Gurtsystem sollte "rahmenfest" montiert und nicht nur am Sitz befestigt sein”, sagt Kusche. Über einen Rückspiegel kann der Radler sehen, was im Hänger geschieht. Noch wichtiger ist jedoch der Blick nach vorn - mit dem Bewusstsein, dass sich etwas Breites hinter dem Rad befindet: Sonst ist die Fahrt an einem Engpass leicht zu Ende.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/service/auto/t/rzo148145.html
Dienstag, 03. Mai 2005, 11:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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