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Donnerstag, 23. Mai. 19
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Wies­baden - Oft genug muss Gabriele Kyritz während ihrer Arbeits­zeit nur eines - warten! „Da ist viel Geduld und Hart­näckig­keit gefor­der­t”, sagt die 36-jäh­rige Inha­berin einer Detek­tei in Wies­baden.

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Wie werde ich...? Privatdetektiv

Wiesbaden - Oft genug muss Gabriele Kyritz während ihrer Arbeitszeit nur eines - warten! „Da ist viel Geduld und Hartnäckigkeit gefordert”, sagt die 36-jährige Inhaberin einer Detektei in Wiesbaden.

Privatdetektiv

Viel Geduld gefordert. Quelle: Katharina Klink/dpa/gms

In der Regel gilt es, eine Zielperson zu beobachten, und wenn diese den ganzen Tag lang ihre Wohnung nicht verlässt, gibt es nicht viel zu tun. „Ich darf mich aber nicht einlullen lassen und muss bereit sein für den Augenblick, in dem endlich etwas passiert”, sagt die Privatdetektivin.

Eigentlich wollte Kyritz Tierärztin werden. Als sie nach dem Abitur nicht den gewünschten Studienplatz bekam, überbrückte sie die Wartezeit mit einer Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin. In einem Fachblatt las sie dann eine Anzeige und wurde Detektivin.

Der Beruf des Privatdetektivs ist nicht gesetzlich geschützt. Jeder kann ihn ohne eine vorgeschriebene Vorbildung ausüben. Mehrere Berufsverbände bemühen sich aber darum, gewisse Standards durchzusetzen. So empfiehlt der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) in Meckenheim bei Bonn die Ausbildung bei der ZAD. Die Ausbildung an dieser Zentralstelle für Ausbildung im Detektivgewerbe in Braunschweig hat auch Gabriele Kyritz absolviert. Zwei Jahre lang erhalten angehende Privatermittler dort Fernunterricht in Fächern wie Recht, Wirtschaft und Kriminalistik. Daneben werden sie auch in Blockseminaren vor Ort geschult.

Vor allem gilt es aber „für die Praxis durch die Praxis” zu lernen, so Josef Riehl vom BDD. Deshalb arbeiten die Azubi-Detektive in der Regel schon während der Ausbildung in ihrem neuen Beruf. Mitunter zahlt sogar der Arbeitgeber die Kursgebühren von immerhin 3384 Euro - neben einem monatlichen Praktikantengehalt von etwa 750 Euro. Als Berufseinsteiger verdient ein Detektiv nach Angaben des BDD etwa 1500 bis 1800 Euro brutto.

Die Aufgaben von Gabriele Kyritz sind vielfältig: Unternehmen beauftragen sie, Blaumacher zu überführen. Privatleute nehmen ihre Dienste vor allem in Beziehungs-Angelegenheiten in Anspruch. Da sind etwa Männer, die ihren geschiedenen Frauen nachweisen wollen, dass diese längst wieder in einer neuen „eheähnlichen” Beziehung leben.

Einmal beauftragt, beschattet die Privatdetektivin ihre Zielperson und folgt ihr soweit möglich. Sie sammelt Beweise und dokumentiert ihre Arbeit auf Fotos oder Videobändern. „Manchmal packt mich auch der Jagdinstinkt”, sagt Gabriele Kyritz.

Doch mit dem aus Film und Fernsehen bekannten Privatdetektiv haben sie und ihre Berufskollegen so gut wie nichts gemeinsam. „Matula ist kein Vorbild”, betont auch Josef Riehl vom BDD und spielt damit auf die TV-Serie „Ein Fall für Zwei” an. „Der Privatdetektiv hat nicht mehr Rechte als jeder normale Bürger”, sagt Riehl. Er dürfe nicht in fremde Wohnungen eindringen, und er trage auch keine Schusswaffe.

80 Prozent aller Aufträge kommen von Wirtschaftsunternehmen. Da gilt es, den Aufenthaltsort von Schuldnern zu bestimmen, gegen Industriespionage vorzugehen, betrügerische Mitarbeiter zu überführen und nicht zuletzt Fälle von Versicherungsbetrug aufzuklären. „Viele Detektive haben vorher bei der Kriminalpolizei oder beim Nachrichtendienst gearbeitet”, sagt Riehl.

www.z-a-d.de , www.bdd.de , www.bid-detektive.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/service/berufbildung/wiewerdeich/t/rzo142262.html
Montag, 11. April 2005, 10:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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