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Montag, 9. Dez. 19

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Diagnostika und Medikamente gegen Tuberkulose veraltet

Berlin - Tuberkulose ist eine der ältesten Plagen der Menschheit. Schon die Knochen ägyptischer Mumien zeigen Spuren der Infektion.

Röntgenbild

In der rechten Lunge ist Tuberkulose. (Bild: Robert-Koch-Klinik Leipzig/dpa/gms)

Jahrzehntelang erfolgreich bekämpft, könnte die „Krankheit der Armen” bald wieder zum Problem werden - auch in Industrieländern.

„Tuberkulose ist alles andere als unter Kontrolle”, sagt Tido von Schön-Angerer, Leiter der Projektabteilung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Berlin anlässlich des Welt- Tuberkulose-Tages am Donnerstag (24. März). „Der Impfstoff gegen die Infektion ist der unwirksamste, den wir in der gesamten Medizin haben.”

Tuberkulose (Tb) wird von dem Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht. Zwei Milliarden Menschen sind mit dem Erreger infiziert, der 1882 von Robert Koch entdeckt wurde. Jedes Jahr bricht die Krankheit bei fast neun Millionen Menschen aus. Unbehandelt sterben mehr als die Hälfte der Betroffenen binnen zwei Jahren. Dem Ausbruch vorzubeugen ist derzeit kaum möglich: „Der eingesetzte Impfstoff wird seit fast einem Jahrhundert verwendet”, erklärt von Schön-Angerer. „Er bietet keinen Schutz bei Erwachsenen und mildert bei Kindern nur die schlimmsten Symptome.” Der Impfstoff werde fast nur noch für Kinder in ärmeren Ländern verwendet.

Jahrzehntelang sei sträflich vernachlässigt worden, neue Methoden zur Erkennung und Behandlung zu entwickeln. „Mit den existierenden Diagnostika und Medikamenten haben wir keine Chance, die Situation in den Griff zu bekommen.” Die einzig praktikable Methode zum Aufspüren von Tuberkulose-Bakterien sei in armen Ländern, den Auswurf mikroskopisch zu untersuchen.

Bei HIV-Infizierten versage die Methode zudem oft, weil bei ihnen schon einige wenige und damit schwer nachweisbare Erreger die Krankheit auslösten. Tb ist der Hauptauslöser für den Tod von Aidskranken. Mit dem Tb-Test werde zudem nur die Lungentuberkulose erfasst, obwohl die Bakterien auch die Lymphknoten, Knochen und viele Organe befallen könnten, sagte Schön-Angerer.

Größtes Problem beim Kampf gegen Tuberkulose ist jedoch, dass immer mehr Bakterienstämme resistent gegen die eingesetzten Medikamente sind. „Vor allem die Situation in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion ist Besorgnis erregend”, sagt der Direktor des Max- Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin, Stefan Kaufmann. „In einigen Regionen sind mehr als zehn Prozent der Erkrankten gleich gegen mehrere Wirkstoffe resistent.”

Ursache der Multiresistenzen seien die maroden Gesundheitssysteme der Nachfolgestaaten, erklärt der Leiter des Fachgebietes Respiratorische Erkrankungen und Impfprävention im Berliner Robert Koch-Institut, Walter Haas. „Zu Resistenzen kommt es, wenn einzelne Medikamente fehlen und die Wirkstoffe nicht wie notwendig mindestens sechs Monate lang eingenommen werden.”

Weil von der Ostgrenze Europas viele Menschen nach Deutschland einwandern, ist Tuberkulose auch hier zu Lande ein Problem. „7484 Menschen erkrankten in 2003”, berichtet Haas. „Fast die Hälfte der Patienten waren im Ausland geboren.” Ohne neue Medikamente, die auch gegen multiresistente Erreger wirken, drohen die Zahlen rasant zu steigen. „Wir könnten die Bedingungen wiederbekommen, wie wir sie in den Zeiten ohne Behandlungsmöglichkeiten hatten”, warnt Haas. Das sei gerade vor dem Hintergrund zunehmender Kinderarmut bedenklich. „Tuberkulose ist immer eine Krankheit der sozial schwach Gestellten - auch in Deutschland.”

Abhilfe könnten MPI-Chef Kaufmann zufolge neue Therapiestrategien schaffen. „Wir greifen bislang nur die aktiven Tuberkulose-Bakterien an, künftig müssen wir zeitgleich auch ruhende Erreger im Körper bekämpfen.” Bei Ausbruch der Krankheit bleiben laut Kaufmann jedoch einige Bakterienherde in kleinen Läsionen versteckt und liefern stetig Nachschub. Ziel müsse es sein, diese „Reservearmee” aus ihrem Ruhezustand zu locken und damit angreifbar zu machen. Am MPI werde mit diesem Ansatz ein neuer Impfstoff entwickelt, der im Tierversuch bereits Wirkung gezeigt habe. Ende des Jahres sollen klinische Studien folgen.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/service/gesundheit/t/rzo150287.html
Mittwoch, 11. Mai 2005, 17:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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