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Donnerstag, 12. Dez. 19

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Lauras Alltag mit Neurodermitis

Leun - Manchmal zetert Laura noch ein bisschen herum. So wie andere Kinder sich etwa vor dem Zähneputzen drücken wollen, sträubt sich das blonde Mädchen gegen die tägliche Prozedur, mit der sie ihre Neurodermitis in Schach hält.

Laura

Im Haus wurden fast alle Teppiche entfernt.

Jeden Morgen cremen, jeden Abend cremen, nach jedem Duschen oder Baden cremen: Damit sich die entzündliche, stark juckende Hautveränderung nicht verschlimmert, damit die Haut nicht schorft und blutet, muss die Sechsjährige ständig verschiedene Salben und Lotionen auftragen.

Schon mit drei, vier Monaten traten die ersten Anzeichen der chronischen Krankheit auf - zunächst veränderte sich die Haut an den Handgelenken, später im Gesicht. „Die Diagnose "Neurodermitis" hab' ich zunächst gar nicht geglaubt, das hat bei uns keiner gehabt”, erzählt Rita Messerschmidt, Lauras Mutter. Die Ärzte fahndeten nach dem Auslöser der Ekzeme - und entdeckten prompt eine Allergie gegen Hausstaubmilben. Erst Jahre später erfuhr die 35-jährige Mutter, dass auch sie überempfindlich auf Milben reagiert. Die Bereitschaft des Körpers, allergisch zu reagieren, wird vererbt. Lauras kleine Schwester Sarah dagegen hat Glück gehabt: Die Dreijährige ist gesund.

In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen an dem Krankheitsbild, heißt es beim Bundesverband Neurodermitiskranker. Mindestens jedes zehnte Kind erkranke im ersten Lebensjahr an Neurodermitis - mit dramatisch steigender Tendenz. Als Auslöser kommen Vererbung, hormonelle und psychische Faktoren oder eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel in Betracht. Mit dem Thema Kindergesundheit hat sich am Montag auch eine Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin beschäftigt.

Obwohl die Messerschmidts versuchten , Laura tunlichst von den Allergenen fern zu halten, wurde ihre Haut immer röter und schuppiger. Die Familie tauschte Teppiche aus, bezog die Matratze des Kindes mit einem milbendichten Bezug, verbannte sogar Teddys und Stofftiere auf den Speicher ihres Hauses in Leun bei Wetzlar. Nichts brachte etwas.

Im Alter zwischen zwei und drei Jahren hatte die Krankheit bei Laura ihren Höhepunkt, der ganze Körper war befallen. Auf Fotos aus dieser Zeit sieht man ein unglücklich dreinschauendes Mädchen mit einem feuerroten Gesicht und nässenden Wunden. „Damals hat sie nur dagesessen und sich gejuckt, sie hat sich kaum weiter entwickelt”, sagt die Mutter, die selbst Krankenschwester ist. „Das war für mich der absolute Horror, sie so leiden zu sehen.” Keine Nacht konnte die Kleine durchschlafen, beinahe jeden Tag musste die blutige Bettwäsche gewechselt werden, Bakterien siedelten sich auf der geschundenen Haut an.

Die Eltern probierten alle möglichen Behandlungen aus, gingen zu Homöopathen und testeten Ziegenmolke. „Am Anfang hat alles geholfen, aber nach kurzer Zeit war der Zauber dahin”, erzählt Messerschmidt. Auch eine Kur im Hochgebirge brachte keinen Erfolg. Doch allmählich, mit verschiedenen Cremes und Wirkstoffen, bekam sie Lauras Krankheit in den Griff - unter anderem mit Kortison, das die Haut bei häufiger Anwendung papierdünn werden lässt. Heute braucht die Sechsjährige nur noch selten davon, die Krankheit sieht man ihr kaum noch an.

Dafür muss sie jedoch viel Disziplin aufbringen: Aus einer Sammlung verschiedener Cremes wird jeden Tag die passende ausgewählt, sie muss auf ihre Ernährung achten - erst seit kurzem kennt sie den Geschmack von Erdbeeren und Schokolade -, wegen des Juckreizes werden die Fingernägel stets kurz gehalten. Nachts schläft Laura in einem Neurodermitis-Overall, einem einteiligen Anzug, der auch Hände und Füße komplett mit Stoff bedeckt. Ihr Leben wird aber immer normaler: Im Rekordsommer 2003 war sie zum ersten Mal im Freibad und ist inzwischen eine begeisterte Schwimmerin, sie singt im Kinderchor und kommt im Sommer in die Grundschule. Ihre Mutter hofft, dass sich die Krankheit weiter „auswächst”: „Das Schlimmste ist vorbei.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/service/gesundheit/t/rzo151797.html
Mittwoch, 18. Mai 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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