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Prägung macht Aufhören so schwer

Berlin - Fast alle Raucher denken darüber nach, mehr als die Hälfte hat es schon probiert.

Zigaretten

Eine Zigarette wird in einem vollen Aschenbecher gelöscht.

„Je länger und stärker jemand raucht, desto schwieriger ist das mit dem Aufhören”, so die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott.

Der US-Schriftsteller Mark Twain bemerkte einst in bitterem Spott: „Mit dem Rauchen aufzuhören ist leicht. Ich habe es schon hundert mal geschafft.” Das in Zigaretten enthaltene Nikotin hat schon bei einmaligem „Gebrauch” ein viel höheres langfristiges Suchtpotenzial als andere Drogen wie Heroin. Die Substanz wirkt schnell: Schon nach sieben Sekunden erreicht sie das Gehirn und löst über Hormonketten Belohnungssequenzen und Wohlbehagen aus.

Zusätze der Hersteller erleichtern mit mildem Geschmack und Verstärkung des „Nikotin-Kicks” nicht nur den Einstieg ins Raucherleben. „Sie erschweren auch das Aufhören, weil es beispielsweise keinen Hustenreiz gibt”, sagt die Medizinerin Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Problematisch für Aufhörwillige sind aber vor allem die über Jahre Zug für Zug eingeprägten Verhaltensmuster: Ganz automatisch greift die Hand des Rauchers zur Packung, wenn der erste Kaffee auf dem Tisch steht, der Bus erst in fünf Minuten kommt oder das Handy klingelt. „Eine Zigarette anzuzünden ist meist keine überlegte, bewusste Entscheidung”, sagt der Psychologe Thomas Haar von der Universität Heidelberg.

In einer Studie hat sein Team den Einfluss der unbewussten Prägung auf die Erfolgsquote von Aufhörwilligen untersucht. Angehende Nichtraucher ordneten dabei am Computer eine schnelle Abfolge von Bildern den Kategorien „negativ” und „positiv” zu. Bei dieser spontanen Einschätzung rutschten häufig auch bei denjenigen Probanden Raucherbilder ins „Positiv”-Kästchen, die den Griff zum Glimmstängel vehement ablehnten.

„Das Unbewusste wird sehr von der Tabakwerbung geprägt”, erläutert Haar. „Auch wenn wir es bewusst verneinen, assoziiert das Gehirn Zigaretten mit coolen Cowboys, Freiheit und Lebensglück.” Diese Konditionierung werde mit jedem Zug verstärkt, dessen Nikotin im Hirn angenehme Gefühlskaskaden auslöse. „Wir Menschen denken, wir seien stets Herr unserer Entscheidungen, dabei wird so vieles automatisch gesteuert.”

In Ländern ohne Tabakwerbung sei der Anteil der Raucher deutlich geringer, bestätigt Pötschke-Langer den Einfluss. Auch in Deutschland müsse deshalb endlich ein Verbot her. „Wir mahnen dringend an, dass dieser desolate Zustand geändert wird”, forderte die Wissenschaftlerin. „Rauchern darf nicht ständig suggeriert werden, dass sie auf der richtigen Seite sind.”

Ein Grund mutlos zu werden ist die Fehlprogrammierung aber nicht. „Wenn die Absicht aufzuhören sehr stark ist, verliert die unbewusste Prägung an Einfluss”, erklärt Haar. „Entscheidend ist letztlich immer der feste Wille”, betont auch Pott. Sie empfiehlt Aufhörwilligen, sich genau über ihre Motivation klar zu werden, ein genaues Datum festzulegen und sich frühzeitig eine Strategie zu überlegen.

Weil vor allem die bei Millionen Zügen antrainierten Verhaltensmuster problematisch sind, sollte morgens statt Kaffee ein Tee auf dem Tisch stehen, bei Wartezeit lieber eine Busstation weiter angesteuert werden und stets ein Kaugummi neben dem Handy liegen. Neben den Vermeidungsstrategien seien Belohnungen wie die Investition des eingesparten Geldes in ein neues Paar Schuhe wichtig, erklärt Pötschke-Langer. „Die Psyche ist bestechlich. Man kann sein Verhalten umkonditionieren.”

Momente der Gier können mit Nikotinersatzpräparaten vermieden werden. „Auch Methoden wie Hypnose und Akupunktur können kurzfristig gute Erfolge haben”, sagt Pott. „Entscheidend ist aber immer die Stärke der Motivation.” Und selbst für mehrfach Gescheiterte gibt es Pötschke-Langer zufolge keinen Grund zur Resignation: „Hoffnungslose Fälle? Gibt es nicht!”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/service/gesundheit/t/rzo154312.html
Freitag, 27. Mai 2005, 13:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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