Nachrichten Sport Magazin Service
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Internet-Service Kontakt
Auto Computer Multimedia Wirtschaft Freizeit Urlaub Gesundheit Beruf Lexikon
Donnerstag, 14. Nov. 19

-Coimbra - Tou­ris­ten, die beschau­liche Ruhe suchen, sollten in Coimbra nur kurz ver­wei­len. Stu­den­tisches Leben prägt die por­tugie­sische Uni­ver­sitäts­stadt knapp 200 Kilo­meter nörd­lich von Lissa­bon.

-Hep­pen­heim - Manche Dinge schafft die Natur, um Kindern eine Freude zu machen. Begeis­tert kraxeln Fre­derik und Gabriele über die Gra­nit­bro­cken des Fel­sen­meers bei Rei­chen­bach im Oden­wald.

Vilnius - Die Straße schlän­gelt sich durch dichten Laub­wald. Doch statt Wild­tie­ren ragen plötz­lich bei­der­seits des Weges riesige abstrakte Skulp­turen aus dem Grün. Ins­gesamt 100 Kunst­werke gibt es in den...

Wal­chen­see - Schnit­zel in allen Varia­tio­nen sowie die Spe­zia­lität „Wal­chen­see-Ren­ke”, ein Fisch aus dem gleich­nami­gen Gewäs­ser. Ser­viert wird er „unten” in den Gasthö­fen am Wal­chen­see in Ober­bay­ern...

Mül­heim/Ruhr - Wulf-Jür­gen Franke tritt kräftig in die Peda­len, doch die „Es­car­got” kommt nur langsam in Fahrt. Wie in Zeit­lupe gleitet das Haus­boot über die Ruhr.

Halifax - Links führt die schmale Asphalt­straße nach West Berlin, rechts geht es nach East Berlin, von Wie­der­ver­eini­gung keine Spur. Seit mehr als 100 Jahren liegen sich die beiden Berlins an der Ost­küs­te...

Urlaub

News  

Deutschland-Reisen  

Gesundheit auf Reisen  

Neues aus dem Katalog  

Recht  

Tipps  

Traumziele  

Coimbra: In Portugals erster Hauptstadt herrschen heute Studenten

Coimbra - Touristen, die beschauliche Ruhe suchen, sollten in Coimbra nur kurz verweilen.

Coimbra

Universitätsbibliothek von Coimbra Foto: Inst. de Turismo de Portugal/dpa/gms

Studentisches Leben prägt die portugiesische Universitätsstadt knapp 200 Kilometer nördlich von Lissabon. Entsprechend bunt ist das Treiben während der Semester.

Besucher und Studenten verweisen stolz auf die Vergangenheit Coimbras: „Portugals erster König Alfons I. richtete an dieser Stelle 1139 seine Hauptstadt des jungen Staates ein”, sagt der angehende Historiker Francisco Souza. Er spricht gern mit Fremden über die Geschichte, die er später einmal an Schulen lehren wird.

Die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert erhebt sich hoch über der Stadt. „Es ist der bedeutendste romanische Kirchenbau in Portugal”, ergänzt Souzas Kommilitone Teixeira Lomos. „Besonders sehenswert ist der Kreuzgang, eine Mischung von Romanik und Gotik.”

Direkt neben der Kathedrale liegt die alte Universität mit dem Glockenturm als Wahrzeichen. „Wir nennen ihn seit jeher "cabra" (Ziege), weil die Glocke einen so meckernden Klang hat”, sagen Souza und Lomos wie aus einem Mund. Störend wirken die Betonklötze, die vor etwa sechs Jahrzehnten als neue Fakultäten hingesetzt wurden.

Von einem alten Befestigungsturm der mittelalterlichen Stadtmauer in der Unterstadt nahe des Rio Mondego führen enge, steile Gassen und Treppen in die Almedina, die Altstadt. Sie war einst dem Adel, der Geistlichkeit und den Studenten vorbehalten. Die übrige Bevölkerung siedelte an den Ufern des Flusses, der in den Atlantik mündet.

Schmuckstück der im ehemaligen Königspalast untergebrachten Universität ist die im Barockstil mit viel Gold gestaltete Bibliothek aus dem Jahr 1717. Etwa 250 000 Bücher aus dem 16. Jahrhundert und der Zeit davor stehen hier. Besucher werden schon lange nur noch in begrenzter Zahl eingelassen. Im Festsaal mit der vertafelten Decke erhalten die Studenten auch heute noch ihre Promotionsurkunden.

Pedro da Silva, der Rechtswissenschaft studiert, trägt über seinem dunklen Anzug einen schwarzen Umhang. Er ist nicht der einzige, der in dieser akademisch-traditionellen Kleidung erscheint. Der Laptop, den er aus der Tasche zieht, gehört zur neuesten Produktion. „Das ist kein Widerspruch”, meint er. „Wir pflegen hier Traditionen ebenso wie liberales, ja fast schon revolutionäres Denken.”

Studenten in Coimbra waren ein tragender Faktor der Opposition in den siebziger Jahren. Ein hier geschriebenes Lied war das Signal zur „Nelkenrevolution” am 25. April 1974, mit der Offiziere das faschistische Regime nach mehr als drei Jahrzehnten stürzten.

Coimbra ist reich an Zeugen der Vergangenheit. Aus dem 12. Jahrhundert stammt die Kirche Santa Cruz, wo heutige Besucher in den Gewölben der ehemaligen Sakristei Kaffee und Bier serviert bekommen. Sehenswert sind auch die Markthallen, die drei Stockwerke einnehmen. Knapp 20 Kilometer außerhalb liegen die gut erhaltenen Ruinen der einstigen römischen Siedlung Conimbriga.

In einer Parklandschaft südlich des Mondego steht das luxuriöse Hotel „Quinta das Lagrimas”, das Landgut der Tränen. Fremdenführerin Sonia Alvares verbindet den Namen sofort mit einem Liebesdrama aus dem 14. Jahrhundert, das sich hier abspielte: „Königssohn Pedro wurde vom Vater zur Heirat mit der Spanierin Constanza gezwungen, liebte aber die Hofdame Ines. Nach dem Tod seiner Frau ehelichte er sofort die Geliebte, die der Herrscher aber umbringen ließ. Als Pedro zwei Jahre später selbst den Thron bestieg, rächte er sich blutig an den Mördern. In der Kathedrale krönte er den Leichnam seiner Frau und zwang alle Hofschranzen zum Handkuss.” Coimbra ist eben nicht nur eine Stadt voller Geschichte, sondern auch eine voller Geschichten.

Informationen: www.turismo-centro.pt.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/service/reise/reisetipp/t/rzo152379.html
Freitag, 20. Mai 2005, 10:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
E-Paper

Die heutige Ausgabe der Rhein-Zeitung


Verlags-Service Abo-Service Anzeigen-Service
E-Paper
 
Druckversion