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Stadtstrände in Europa

Paris/Wien - Im Sommer liegt halb Europa am Strand. Für Mittelmeer-Urlauber ist das Baden in den kühlen Fluten und in der warmen Sonne oft ein wesentlicher Grund für ihre Reise. Doch auch Stadturlaub lässt sich vielerorts mit einem Strandbesuch verknüpfen.

Stadtstrände

Strandstimmung am "Paris-Plage" Foto: Röwekamp/dpa/gms

Zürich und Genf etwa locken mit ihren Seen, Barcelona hat die Küste Kataloniens direkt vor der Haustür, Athen die Ägäis. Und wo kein Meer oder See in der Nähe ist, werden Strände an Flussufern eingerichtet und zum Teil sogar künstlich aufgeschüttet. Hier eine Übersicht zu Europas Stadtstränden 2005 - von Paris über Wien bis nach Brüssel.

Eines der bekanntesten künstlich geschaffenen Strandvergnügen ist „Paris-Plage” an der Seine. In den vergangenen Jahren kamen bis zu drei Millionen Menschen, um sich in der Sonne zu aalen, entlang des Flusses zu flanieren, die Füße in Wasserbecken zu stecken oder den Kindern beim Trampolinspringen zuzuschauen. Gebadet werden durfte in der Seine dort allerdings nicht. In diesem Sommer gibt es die vierte Auflage von „Paris-Plage” vom 20. Juli bis Ende August. Details will die Stadt Paris im Juni bekannt geben (Internet: www.parisinfo.com).

Auch in Prag existiert ein künstlicher Stadtstrand: Im südwestlich gelegenen Stadtviertel Smichov wurden im vergangenen Jahr erstmals rund 450 Tonnen Sand entlang der Moldau verteilt. Der Strand ist etwa 130 Meter lang und bietet Platz für etwa 800 Gäste. Geöffnet ist bis Mitte September täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr. Der Eintritt beträgt umgerechnet 1,65 Euro inklusive Miete für Liege und Sonnenschirm. Jeden Donnerstag findet eine „Beachparty” statt. „Es geht uns nicht nur ums Sonnen, sondern auch um ein attraktives Freizeitangebot”, sagt Vojtech Hlavacek von der Betreibergesellschaft RZA Media.

In Wien gibt es auf der Donauinsel einen Stadtstrand von 42 Kilometern Länge. Er gilt als der längste Badestrand innerhalb einer europäischen Großstadt. Dazu kommen noch etwa 10 Kilometer Strand - darunter mehrere Kilometer für FKK-Fans - entlang der Alten Donau. An normalen Sommer-Wochenenden kommen etwa 300 000 Menschen auf die Insel zum Baden, Sport treiben und Erholen. Beim Donauinselfest, das in diesem Jahr vom 24. bis 26. Juni stattfindet, sind es noch bedeutend mehr. Die Strandsaison hat bereits begonnen und dauert noch bis zum 30. September. Geöffnet ist täglich von 11.00 Uhr vormittags bis 4.00 Uhr nachts (Internet: www.wien.info, www.donauinselfest.at).

In Brüssel gab es einen Stadtstrand unter dem Titel „Bruxelles les bains” erstmals im Jahr 2003. In diesem Sommer wird die Aktion vom 22. Juli bis 21. August wiederholt. Geöffnet ist das Strandvergnügen dienstags bis donnerstag von 11.00 bis 20.00 Uhr, freitags bis sonntags bis 22.00 Uhr. Geboten wird bei freiem Eintritt ein Kultur-, Sport- und Kinderprogramm (Internet: www.bruxelleslesbains.be).

In Südeuropa sind Stadtstrände dagegen kaum bekannt. In Spanien zum Beispiel dürfte das daran liegen, dass viele Flüsse im Sommer ausgetrocknet oder zu Rinnsalen geschrumpft sind. Außerdem suchen die Spanier bei Hitze eher den Schatten auf als dass sie sich in die Sonne legen. Auch ist das Wasser der Flüsse häufig so verschmutzt, dass es eher abschrecken als anlocken würde. In Madrid verläuft an beiden Ufern des Manzanares außerdem eine Stadtautobahn - ein Strand wäre undenkbar. Allerdings hat auch Madrid seine „playa”, und zwar an Stauseen in der Umgebung, die etwa eine Autostunde entfernt sind.

So weit müssen Athen-Besucher nicht fahren: Einige Strände, die von der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr betrieben werden, liegen wie Flisvos und Batis nur rund acht Kilometer vom Zentrum entfernt und mit einer Straßenbahn erreichbar. Strände mit besserem Freizeitangebot liegen aber ein wenig weiter weg: Glyfada, Voula und Vouliagmeni sind 18 bis 22 Kilometer von der Stadtmitte entfernt. Dort kann man surfen und Wasserski fahren sowie tageweise kleine Bungalows mieten. Eintrittskarten zum Strand kosten 6 bis 12 Euro, die Bungalows 20 bis 45 Euro am Tag. Alle Strände sind von 7.00 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet - und das sogar bis Ende November. Davon können die Touristen in Paris oder Brüssel nur träumen.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/05/27/service/reise/t/rzo152373.html
Freitag, 20. Mai 2005, 10:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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