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Donnerstag, 13. Aug. 20

Mag­deburg - Zwei neu­e Broschüren sollen Urlau­bern neue Mög­lich­kei­ten für Sach­sen-Anhalt-Rei­sen auf­zei­gen. Das teilt das Lan­des­mar­keting Sach­sen-Anhalt in Mag­deburg mit.

Hamburg - Ein neuer Besu­cher­pass soll Tou­ris­ten in der Schwei­zer Haupt­stadt Bern beim Sparen helfen. Das teilte Schweiz Tou­ris­mus bei einer Prä­sen­tation in Hamburg mit.

Düs­sel­dorf - Die Deut­sche Bahn AG hat in den ver­gan­genen Monaten Fahr­scheine zu über­höh­ten Preisen ver­kauft. Der Grund waren Com­puter­pro­bleme, bestätigte Bahn-Spre­cher Achim Stauß ent­spre­chende Medien­berichte.

Köln - Vor allem Besit­zer älterer Autos sollten vor einer Urlaubs­fahrt unbe­dingt einen Blick auf ihre Reifen werfen. Der TÜV Rhein­land in Köln rät, den Rei­fen­druck und die Pro­fil­tiefe zu prüfen.

Gar­misch-Par­ten­kir­chen - Hinter die Kulis­sen der Zug­spitz­bahn blicken Bay­ern-Tou­ris­ten am 8. und 9. Juli. Zum 75-jäh­rigen Beste­hen der Berg­bahn wird die Betriebs­werkstätte der Zahn­rad­bahn in Grainau geöff­net...

Nagoya - Die Schwei­zer Flug­gesell­schaft Swiss wird dem inter­natio­nalen Luft­fahrt­bünd­nis Star Alliance bei­tre­ten. Der Bei­tritt solle im kom­men­den Jahr voll­zogen wer­den...

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Gestrandete Türkei-Urlauber zurück

Stuttgart - Einsam und mit leerem Blick schlendert ein Mann am späten Montagabend durch die leeren Flure des Stuttgarter Flughafens - in der Hand zwei Kuscheltiere für seine Töchter.

Urlauber

Bodo Helios begrüßt Angehörige nach ihrer Ankunft auf dem Stuttgarter Flughafen.

Bodo Helios aus Schwäbisch Hall erwartet mit dem Sonderflug für die gestrandeten Urlauber aus dem türkischen Antalya auch seine Familie zurück. Ein herzlicher Empfang soll vor allem bei seinen sechs und elf Jahre alten Kindern die Strapazen der Urlaubs-Odyssee mit dem Reiseveranstalter Interflug vergessen machen.

Bereits die Hinreise in die Türkei sei chaotisch verlaufen, berichtet Helios. Erst wenige Stunden vor Abflug wurde die Buchung telefonisch bestätigt. Das Flugticket lag nicht wie versprochen am Flughafen bereit. Schließlich angekommen verbrachte seine Ehefrau mit den beiden Töchtern eine Woche an der türkischen Riviera: Sonne, Sandstrand. Zum Urlaubsende aber setzte wieder das Chaos ein. „Ich habe erst am Morgen des Abflugtags vom Reiseleiter erfahren, dass Interflug zahlungsunfähig ist und dass es keine Rückflugmöglichkeit nach Deutschland gibt”, berichtet Luzie Helios. Zu diesem Zeitpunkt saßen bereits seit Tagen hunderte deutsche Urlauber in Antalya fest.

Am Flughafen ging es drunter und drüber. „Da war eine richtige Panikstimmung”, berichtet Bernhard Boche aus Blaubeuren. „Keiner wusste weiter.” Informationen über die Interflug-Krise erhielten die Wartenden vor allem aus dem Fernsehen und über Telefonate mit Angehörigen in Deutschland, wie Steffi Weingärtner aus Freiburg berichtet. Am Montagabend dann bestätigten sich die Gerüchte: Der Türkei-Spezialist Öger Tours hatte ein Flugzeug nach Deutschland organisiert. Der Preis pro Passagier: 200 Euro. „Sogar für Säuglinge wollten sie das Geld haben”, sagt Weingärtner.

Doch ungeachtet der Kosten wollten alle so schnell wie möglich in die Heimat zurück. „Für meine Familie musste ich 800 Euro auf den Tisch legen„, berichtet der Nürnberger Gerold Kümmer. Da er das nicht konnte, habe er sich Geld bei einem Mitreisenden geliehen. Weniger Glück hatte Luzie Helios mit ihren Kindern. Aus Mangel an Bargeld musste sie ihr Mobiltelefon als Pfand am Schalter von Öger Tours in Antalya zurücklassen. Erst wenn die Summe beglichen sei, bekomme sie ihre Wertsachen zurück, habe der Veranstalter gedroht. Mit dem Lachen der Verzweiflung zieht sie einen handgeschriebenen Beleg für die Pfandleihe aus der Tasche. Viele Heimkehrer berichten von Freunden, die Handys oder Schmuck gegen einen Rückflug eingetauscht hatten.

Einige Reisende bekamen die Flugtickets letztlich kostenlos. Warum, das wussten sie selbst nicht. „Eine halbe Stunde vor uns, mussten noch alle bezahlen”, erzählt Boche. „Aber wir haben lange mit Warten durchgehalten. Wir sind halt echte Schwaben.”

Auf die deutschen Vertretungen in der Türkei sind die Heimkehrer nicht sehr gut zu sprechen. Überwiegend fühlten sich die Gestrandeten im Stich gelassen. „Auf das deutsche Konsulat in Ankara kann man pfeifen„, schimpft Tobias Edel. „Die haben gesagt, ich soll mich selbst an den Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) in Deutschland wenden.” Boche berichtet Ähnliches: „Mir sagten sie: "Die Kassen sind leer. Um die Heimreise müssen sie sich selbst kümmern".”

Viele der Rückkehrer denken bei der Ankunft noch nicht daran, zusätzlich entstandene Kosten einzufordern. So ganz genau wissen sie auch nicht, an wen sie sich wenden sollten. Ihre Hoffnungen setzen sie meist auf den von Interflug ausgehändigten Versicherungsschein, der Pauschalreisende gegen eine Veranstalter-Pleite absichern soll.

Weit nach Mitternacht erst leeren sich die Flughafenhallen. Als letzter stolpert Kümmer übermüdet mit seiner Familie über die bereits gewienerten Böden. Auf der Suche nach einem Zug in Richtung Nürnberg begegnet er zwei Polizisten. „Da werden sie wohl kaum noch Glück haben”, sagt einer. Angesichts einer drohenden Nacht am Stuttgarter Flughafen bleibt Kümmer gelassen: „Ganz ehrlich, erst einmal bin ich froh, dass ich wieder in Deutschland bin.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/06/04/service/reise/t/rzo155335.html
Dienstag, 31. Mai 2005, 16:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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