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Samstag, 04. Juni 05

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Hitzfeld Kandidat beim VfB Stuttgart

Stuttgart - Der VfB Stuttgart will nach der Trennung von Matthias Sammer einen Trainer großen Kalibers verpflichten und kann bis zum 13. Juni mit einer Entscheidung im Fall Kevin Kuranyi rechnen.

Sammer-Nachfolger?

Ottmar Hitzfeld steht vor der Eröffnung in der neuen Münchner Allianz Arena.

Ottmar Hitzfeld, Christoph Daum und der Österreicher Walter Schachner sind nach Zeitungsberichten die heißen Kandidaten beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten. „Sie werden kein weißes Blatt bekommen, sondern einen, der das Charisma hat, ein Erfolgsgarant zu sein”, versprach Präsident Erwin Staudt den Journalisten.

Derweil hat Kuranyi in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt” angekündigt, bis zum 12. oder 13. Juni zu entscheiden, ob er beim VfB bleibt. „Ich habe von Vereinen aus Deutschland Angebote. Aber ich habe auch Angebote aus dem Ausland, die sehr interessant sind”, sagte der Nationalstürmer. „Es ist reizvoll, ein anderes Land kennen zu lernen. Ich werde mit der Familie darüber reden und noch ein bisschen überlegen, und mich dann entscheiden.”

Nachdem Schalke 04 Kuranyis Nationalmannschaftskollege Mike Hanke zum VfL Wolfsburg ziehen lässt, wird ein Wechsel des Stuttgarters zum Vizemeister jedoch immer wahrscheinlicher. Mit der Ablösesumme für Hanke in Höhe von vier Millionen Euro könnte Manager Rudi Assauer fast die Verpflichtung Kuranyis finanzieren. Der gebürtige Brasilianer kann aus seinem bis 2007 laufenden Vertrag beim VfB für etwa fünf Millionen aussteigen.

Der VfB hätte dann auch wieder Geld in der Kasse, die durch die verpasste Champions-League-Teilnahme ansonsten nicht so schnell gefüllt werden kann. Zumal die Stuttgarter in der nächsten Woche erst einmal eine Abfindung für Sammer (Vertrag bis 2007/Jahresverdienst etwa 1,5 Millionen) aushandeln müssen. Allerdings findet Sammer möglicherweise beim VfL Wolfsburg schnell einen neuen Arbeitgeber. „Wir werden uns mit dem Thema beschäftigen”, sagte VfL-Manager Thomas Strunz, der mit Sammer einst in der Nationalmannschaft spielte und 1996 Europameister war.

Der VfB will spätestens bis zum Trainingsauftakt am 27. Juni den neuen Chefcoach präsentieren. „Es ist wichtig, dass wir schnell Klarheit über den neuen Mann bekommen, ohne dass wir dabei etwas überstürzen”, sagte Staudt. Ein entscheidendes Wort mitreden wird dabei der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt, der die treibende Kraft beim Sammer-Rauswurf gewesen sein soll. Da der Arbeitgeberpräsident mit Walter Schachner (48) vom Grazer AK befreundet ist, zählt der österreichische Ex-Nationalspieler - wie schon vor der Verpflichtung Sammers - wieder zum Kandidatenkreis für die Cheftrainerposten.

Schachner soll in seinem Vertrag (bis 2007) eine Freigabeklausel haben. „Für jeden österreichischen Trainer ist es eine Ehre, in der Bundesliga zu arbeiten”, sagte Schachner. „Deswegen ist man ja Trainer, man hat die selben Ziele wie die Spieler.” Als Wunschkandidat der VfB-Verantwortlichen gilt jedoch Hitzfeld. Ob der frühere Erfolgscoach des FC Bayern München nach einem Jahr „Rentnerdasein” wieder ins Fußballgeschäft zurück will, ist noch offen. Der „Bild”-Zeitung sagte der 56-Jährige, der von 1975 bis '78 für den VfB spielte, er wolle Sammers Abschied in Stuttgart „nicht weiter kommentieren”. Großes Ansehen bei Hundt genießt auch Christoph Daum. Der VfB-Meistermacher von 1992 hat allerdings gerade bei Fenerbahce Istanbul bis 2007 verlängert.

Matthias Sammer ist unterdessen in den Kreis der Trainer-Kandidaten beim VfL Wolfsburg gerückt. Nach Sammers Beurlaubung beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart hat sich für den Liga-Rivalen in Wolfsburg eine neue Situation ergeben. Das bestätigte VfL-Manager Thomas Strunz bei einer Diskussionsrunde mit Fans. „Wir werden uns mit diesem Thema beschäftigen”, sagte Strunz. Er kennt Sammer aus der Nationalmannschaft. Beide wurden 1996 in England Europameister.

Als Favorit auf den Wolfsburger Trainerposten gilt allerdings Dieter Hecking. Er trainiert derzeit den Zweitligisten Alemannia Aachen und hat dort einen Vertrag bis 2006. Die VfL-Führung hat bereits Kontakt zur Alemannia aufgenommen. Strunz und Aachens Sportchef Jörg Schmadtke wollten am Wochenende die Gespräche fortsetzen. Dabei dürfte es auch um eine Ablösesumme für Ex-Profi Hecking gehen, der bisher noch keinen Erstligaclub trainiert hat.

Außenseiterchancen werden in Wolfsburg den Kandidaten Holger Fach und Bernd Schuster eingeräumt. Die Niedersachsen suchen einen Nachfolger für Trainer Erik Gerets, der seinen Vertrag gekündigt hatte.

dpa-infocom



http://rhein-zeitung.de/on/05/06/04/sport/t/rzo156402.html
Samstag, 04. Juni 2005, 13:41 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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