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| Fußball Formel 1 Sporttabellen Foto des Tages |
Archiviert am
Donnerstag, 07. Juli 05 |
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05-Trainingslager in Bad Sobernheim: Wunschspieler mit Selbstdisziplin Bad Sobernheim - Der FSV Mainz 05 benötigte 15 Jahre, um seinen Traum von der ersten Liga zu verwirklichen. Der vierte und vorerst letzte Profi-Neuzugang startete in atemberaubendem Tempo durch in die Bundesliga. Tom Geißler benötigte ganze anderthalb Jahre für seinen Sprung aus der Regionalliga (Sachsen Leipzig) über die Zweite Liga (Wacker Burghausen) in die Eliteklasse. "Je früher, desto besser", sagt der 21-Jährige im Trainingslager der 05er in Bad Sobernheim. Tom Geißler ist 1983 geboren. Von den Kaderschmieden in der alten DDR hat der Fußballer nichts mehr mitbekommen. Dennoch erinnert der Werdegang des Mittelfeldspielers an die Fußballschule im früheren Arbeiter- und Bauernstaat. Mit 12 Jahren, so erzählt der gebürtige Sachse im Trainingslager des FSV Mainz 05 in Bad Sobernheim, steckten ihn seine Eltern ins Sportinternat in Leipzig und in die Jugend des früheren 05-Rivalen VfB. 1996 im Sommer war das. "Das war ein Fulltimejob", sagt Geißler zurückblickend. "Hobbys konnte ich mir keine leisten." Es gab nur Fußballtraining und pauken. Training in der Schule, Training in allen Sportarten und nachmittags speziell beim VfB Leipzig. "Sehr viel Selbstdisziplin" "Man braucht dafür sehr viel Selbstdisziplin, um den ganzen Tücken zu widerstehen, die auf einen Jugendlichen einwirken. Doch ich bin da ganz stabil. Ich wollte mich einfach nicht beeinflussen lassen." Tom Geißler, das merkt man schnell im Gespräch, ist ein junger Mann, der hartnäckig und mit Ehrgeiz seine Ziele verfolgt. Das Abitur zu machen hatte Priorität vor allem anderen. Doch es gab da auch noch den Kindheitstraum, den sich Geißler erfüllen wollte: Fußballprofi in der Bundesliga zu werden. Davon hat sich der Leipziger nie abbringen lassen. Dafür setzt er sich selbst unter Druck. Mehr als dies von Außen jemand tun könnte. Der Ehrgeiz ist groß, Aufgaben gibt es viele. Geißler ist der einzige einer Gruppe von fünf gleichaltrigen Kumpels, die als Jugendliche in der sächsischen Landesauswahl spielten, der es in die Bundesliga geschafft hat. "Ich bin in Leipzig geblieben, die anderen sind früh weg. Vielleicht war das der Grund, warum sie sich nicht so entwickelt haben." Einer der Kumpels, mit dem Geißler damals in einer WG zusammen lebte, war Daniel Baude. Der spielt bei den 05-Amateuren in der Oberliga. Geißlers Eltern waren es, die ihren Filius darin bestärkten, nicht schon in der Jugend aus Leipzig wegzugehen. Im Nachhinein die richtige Entscheidung. "Es muss einfach Spaß machen, hier zu spielen" 2000 wechselte der kompakte Mittelfeldrenner zu den Sachsen nach Leipzig, spielte dort in der A-Jugend, dann in der Oberligamannschaft und stieg mit dem Klub auf in die Regionalliga. Nach der ersten Halbrunde kam schon der SV Wacker Burghausen und schnappte sich den talentierten jungen Mann in der Winterpause, im Januar 2004. Mittlerweile ist der Sachse der teuerste Neuzugang des FSV Mainz 05. Rund 250 000 Euro musste 05-Manager Christian Heidel für den Wunschspieler hinblättern. Möglich war der Deal sicher nur, weil Heidel bis fast zum Start in die Vorbereitungsphase wartete, um die Bundesligakonkurrenz nicht auf den 1,74 Meter großen Spieler aufmerksam zu machen. "Burghausens Manager Kurt Gaugler kam dann zu mir und fragte mich, ob ich nach Mainz wolle", erzählt der Neu-05er. "Ich wollte unbedingt. Es muss einfach Spaß machen, hier zu spielen. Der Manager sagte okay, aber für lau lasse er mich nicht gehen." Der Transfer gelang. Uwe Rahpolder wollte Geißler ebenfalls, doch diese Geschichte scheiterte, weil der Trainer von Bielefeld zum 1. FC Köln wechselte und der Aufsteiger keinen Bedarf hatte. Und nach Bielefeld, wo Geißler Auflösungserscheinungen vermutet, wollte der Spieler später nicht mehr. Also Mainz. "Nach einem Treffen mit Jürgen Klopp in Leipzig war klar. Das ist der richtige Schritt für mich", erzählt der Spieler. Und die Sache mit dem teuersten Neuzugang stört ihn nicht. "Der Trainer hat mir das Gefühl vermittelt, dass er auf mich baut. Und wenn, dann setze ich mich selbst am meisten unter Druck." Dabei will sich Tom Geißler kein Zeitlimit setzen, gönnt sich die Eingewöhnungsphase. Denn er weiß inzwischen, dass dieses Mainzer System mit seinen spezifischen Besonderheiten erst einmal verstanden und umgesetzt sein will. Der Stammplatz als Ziel ist dennoch der Ansporn für die Mühen. Geißlers Vorteil, er ist körperlich sehr stabil, beidfüßig ausgebildet ("ich habe als linker Verteidiger begonnen"), hat ein Kämpferherz und einen festen Schuss. "Je früher, desto besser" "Viele haben zu mir gesagt, ich soll doch lieber noch ein Jahr in der Zweiten Liga spielen, um meine Leistung zu stabilisieren", berichtet der 21-Jährige. "ich denke aber, je früher, desto besser. Am Limit arbeiten, um sich zu verbessern, das ist für mich der ausschlaggebende Punkt." Geißler freut sich riesig auf die Bundesliga. Auf die neuen Stadien und die großen Gegner. "Das macht richtig Bock aufs Fußballspielen", sagt er. "Es hat schon einen besonderen Reiz, herzukommen und sofort auf internationalem Parkett spielen zu dürfen. Das sind etliche Pflichtspiele mehr, um sich zu beweisen." Und diese Aussicht entfacht bei jemandem wie Tom Geißler sofort den Ehrgeiz. Jörg Schneider - Foto: Julia Rau
http://rhein-zeitung.de/on/05/07/07/sport/r/mainz.html |
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