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Donnerstag, 07. Juli 05

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Rou­tinier soll im Mit­tel­feld für Ordnung sor­gen

Ko­lin­ger macht Station in Koblenz

Ko­blenz - An Vor­schuss­lor­bee­ren, aber auch an großen Erwar­tun­gen mangelt es nicht. Dubravko Kolin­ger, der seit Wochen­frist auf der Gehalts­liste des Fuß­ball-Regio­nal­ligis­ten TuS Koblenz steht, soll wohl so etwas wie die ominöse "Eier legende Woll­milchsau" sein.

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Guter Dinge: Der 29-jäh­rige Dubravko Kolin­ger soll beim Fuß­ball-Regio­nal­ligis­ten TuS Koblenz ein Schlüs­sel­spie­ler wer­den.

Ein zen­tra­ler kopf­ball­star­ker Mit­tel­feld­spie­ler, der vor der Abwehr für Ordnung sorgt, der darüber hinaus Impulse für das Offen­sivspiel gibt und zu guter Letzt auch selbst das ein oder andere Tor erzie­len soll - mit dieser beschei­denen Vorgabe wird sich der 29-Jäh­rige in den nächs­ten Wochen und Monaten aus­ein­ander setzen müssen, um Trai­ner, Fans und die Ver­ein­sobe­ren der TuS zufrie­den zu stel­len. "Dieses Profil haben wir gesucht, wir hoffen nun, dass er das umset­zen kann", sagt TuS-Trai­ner Milan Sasic über den poten­ziel­len Schlüs­sel­spie­ler.

Kein Problem für einen gestan­denen Fuß­ball-Pro­fi, der in den letzten neun Jahren so einiges erlebt hat. Dubravko Kolin­ger, 1,84 Meter groß, 78 Kilo schwer, Deut­scher, 15 Bun­des­liga-, 56 Zweit­liga- und 75 Regio­nal­liga­spiele, so die nackten Zahlen rund um den Rou­tinier, hinter denen sich zahl­rei­che Sta­tio­nen und Epi­soden ver­ber­gen.

Be­wegte Lauf­bahn begann beim KSC

An­gefan­gen hat alles im Badi­schen, wo Kolin­ger auch heute noch hei­misch ist und inzwi­schen mit seiner Familie ein Haus gebaut hat. Zwei Jahre Bun­des­liga beim Karls­ruher SC, wo aber der Durch­bruch nicht so recht gelin­gen wollte, bil­deten dabei den Anfang einer Kar­riere, die den so genann­ten "Sech­ser" durch die kom­plette Repu­blik führen sollte. "Ich war jung und wollte mal was anderes erle­ben", erzählt Kolin­ger - und wo gibt"s mehr zu erleben als bei den Kiez-Kickern des FC St. Pauli, wo man mit den Fans alle Höhen und Tiefen gemein­sam feiert oder erlei­det. "Das war schon eine tolle Zeit", sagt Kolin­ger über seine ins­gesamt drei Jahre am Mil­lern­tor, wo er ähnlich wie seiner Station in Offen­bach die Nähe zu den Fans genießen konn­te.

Vier Abstiege, aber auch zwei Auf­stiege, es gibt wohl wenige Profis die einen ähnlich beweg­ten Lebens­lauf vor­zuwei­sen haben, weshalb Kolin­ger wohl auch die letzten beiden durch­wach­senen Jahre in Schwein­furt oder Regens­burg fast als logi­sche Kon­sequenz einer kurio­sen Kar­riere zu werten sind. Lizen­zent­zug und Fast-Insol­venz über­schat­teten dort das Gesche­hen. "Es gab in Regens­burg große Wir­ren", reißt der Mit­tel­feld­spie­ler nur grob den Fall des Bas­ler-Klubs an, der um ein Haar in der Pleite geendet hät­te.

"Wollte wieder in der Nähe meiner Familie sein"

So gesehen dürften die nächs­ten Monate doch etwas ruhiger werden, nachdem Kolin­ger nun bei der TuS ange­heu­ert hat. "Ich wollte vor allem wieder in der Nähe meiner Familie sein", schil­dert er eines seiner Motive, in der Ober­pfalz die Zelte abzu­bre­chen. Und viel­leicht auch, um in Koblenz seinen Teil dazu bei­zutra­gen, dass sich die TuS in der Regio­nal­liga eta­bliert. "Hut ab, hier wird doch einiges auf die Beine gestell­t", so seine ersten Ein­drücke.

Mit den Jahren hat Kolin­ger jedoch auch gelernt, dass sich gerade in den ersten Tagen vieles rosarot dar­stellt. "Der Cha­rak­ter einer Mann­schaft zeigt sich meis­tens, wenn es mal nicht so läuft", kennt er Bei­spiele zur Genüge, "aber das wird schon klap­pen."

Sven Sabock - Foto: Thomas Frey


http://rhein-zeitung.de/on/05/07/07/sport/r/tus.html
Donnerstag, 07. Juli 2005, 08:02 © RZ-Online GmbH (aj)
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