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Freitag, 10. Feb. 12

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Märchenschlösser auf der Schwäbischen Alb

Hechingen - Bei Nebel im Tal scheint das Schloss im Himmel zu schweben: Aus samtigen Wolken stechen funkelnde Türme und Zinnen hervor.

Ahnensaal

Das Schloss der Hohenzollern in Sigmaringen. (Bild: Arno Schütze/dpa/gms)

Die Burg Hohenzollern thront majestätisch auf einem vorgelagerten Berg der Schwäbischen Alb nahe Hechingen.

Im Inneren warten prunkvolle Räume , Schatzkammern und Geheimgänge. Ein Besuch dort oder im wenige Kilometer entfernten Hohenzollernschloss Sigmaringen ist aber immer auch ein spannender Trip in die lange Geschichte einer der bedeutendsten Herrscherfamilien Deutschlands.

Die letzten deutschen Kaiser gehörten zu den Hohenzollern. Die Burg in Hechingen ist der Stammsitz ihres Geschlechts. Wie einer riesigen Zeichnung in der Stammbaumhalle zu entnehmen ist, teilte sich die Adelsfamilie im 15. Jahrhundert in eine schwäbische und eine fränkische Linie, letzterer fiel die Herrschaft über Brandenburg zu. Dort krönten sich die Hohenzollern 1701 zu Königen, ab 1871 waren sie auch deutsche Kaiser. Ihre schwäbischen Wurzeln vergaßen sie, bis die beiden eigenständig gebliebenen hohenzollerischen Fürstentümer im Südwesten 1849 an Preußen fielen.

Die märchenhafte Burg Hohenzollern sieht mit ihren wehrhaften Mauern und der schroffen Verspieltheit ihrer Giebel und Erker aus, als stamme sie aus dem tiefen Mittelalter. Tatsächlich haben Architekten sie erst vor rund 150 Jahren entworfen. Die Vorgänger waren im Krieg zerstört oder mangels Pflege zur Ruine geworden. Ab 1850 bauten die Preussen ihren Stammsitz wieder auf und trugen dort auch Kunst und Kitsch zusammen. Neben den üblichen Herrscherporträts, Ritterrüstungen und goldüberladenen Trinkhörnern, ist in der Burg aber auch die schwer Edelstein beladene echte Krone der letzten Preußen zu sehen.

Mittlerweile hat sich die Burg zum Besuchermagnet entwickelt. „Rund 350 000 Menschen kommen jedes Jahr”, sagt Touristenführer Dirk Hörmann. Zu den Höhepunkten eines Rundgangs gehören der neogotische Grafensaal mit seinen kirchähnlichen Säulen und den schweren Lüstern sowie das holzgetäfelte Markgrafenzimmer. „Für Kinder ist besonders der erst kürzlich entdeckte Geheimgang ein spannendes Abenteuer”, sagt Hörmann. Der stamme schon aus dem Mittelalter, als von der Burg aus noch Raubritter in die Umgebung zogen.

Das Schloss Sigmaringen liegt in einer nicht minder reizvollen Landschaft wie die Hechinger Burg, wenn auch nicht so hoch. Von einem Jurafelsen im Donautal blicken Besucher auf die Stadt, hinter der sich der Naturpark Obere Donau mit seinen Radfahr-, Wander- und Kanumöglichkeiten erstreckt.

Das Gesicht der Festung auf dem Fels, die schon von den Römern genutzt wurde, hat sich im Verlauf der Jahrhunderte und zahlreichen Besitzerwechsel stark verändert. Die mittelalterlichen Bauten der Staufer machten bis auf Reste für Renaissancebauten Platz. Später kamen neogotische und historistische Elemente dazu. In den prächtigen Sälen findet sich ein Sammelsurium wertvoller Möbel, Porzellangegenstände und Gemälde sowie eine der größten Waffensammlungen Europas.

Besucher können den Prunk nicht nur anschauen, sondern selbst für ein paar Augenblicke wie ein Fürst leben. „Bei den Themenführung "Prunk, Putz, Puder, Pastete, Poker und Paradies" können die Teilnehmer in den Gemächern auf den echten Möbeln Platz nehmen und bekommen in der Schlossküche zubereitete Häppchen und Sekt gereicht”, erklärt Führer Heiner Brod. Auch Gegenstände und Kleidungsstücke dürfen sie mit den Händen betasten. Bei anderen Rundgängen geht es um Frauen oder Kammerdiener im Schloss sowie Adel und Arbeiter. „Kinder können mit Nase, Ohren und Händen auf Spurensuche gehen.”

www.preussen.de , www.hohenzollern.com

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/08/02/service/reise/reisetipp/t/rzo168788.html
Freitag, 22. Juli 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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