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Freitag, 10. Feb. 12
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Urlaub
Private Auslandskrankenversicherungen sind bei Urlaubsreisen ein Muss München/Wuppertal - Kurz vor Urlaubsbeginn träumen viele Menschen lieber von Sonne und Meer, als an Krankheit oder Unfall zu denken.
Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung wird deshalb gern verdrängt oder schlicht vergessen. Im Ernstfall kann sich die Reise dann zum teuren Vergnügen entwickeln. „Die private Zusatzversicherung ist ein Muss”, sagt Lilo Blunck, Geschäftsführerin des Bundes der Versicherten in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein). Das gelte sowohl für Privatversicherte als auch für Kassenpatienten. Die kostenlose Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) der gesetzlichen Krankenkassen gewährt zwar in den Ländern der EU sowie in Liechtenstein, Norwegen, Island und der Schweiz eine medizinische Grundversorgung. Viele Kosten, wie beispielsweise die Rückführung nach Deutschland, werden jedoch nicht erstattet. Die Rechnung für einen Hubschrauberflug kann mehrere tausend Euro betragen. Zudem erstattet die Auslandskrankenversicherung auch Behandlungskosten, wenn sie über den deutschen Sätzen liegen. Besonders in skandinavischen Ländern kann diese Differenz sehr hoch sein. Allerdings ersetzt die private Zusatzversicherung auch nicht die Europäische Krankenversichertenkarte, erklärt Susanne Uhrig von der Barmer Krankenkasse in Wuppertal. „Auslandskrankenversicherungen greifen nur bei plötzlichen Notfällen”. Muss beispielsweise ein Dialyse-Kranker im Urlaub einen Arzt aufsuchen, ist die gesetzliche Versicherung gefordert. Die kostenlose EHIC hat zu Beginn dieses Jahres den herkömmlichen Auslandkrankenschein abgelöst. Viele Versicherungen haben ihren Mitgliedern die Karte bereits zugesendet. Wer noch keine Post bekommen hat, kann die EHIC telefonisch oder per E-Mail bestellen. Bei manchen Kassen kann eine vorläufige Version kurzfristig aus dem Internet heruntergeladen werden. Ab 2006 sollen die EHIC-Daten Bestandteil der neuen elektronischen Mitgliedskarten der Krankenkassen sein. Auch Uhrig hält eine zusätzliche Auslandversicherungen, die mitunter schon für wenig Geld zu haben ist, für unerlässlich. „Der Preis variiert je nach Umfang des Angebots.” So umfassten manche Verträge die Rückreisekosten, während andere lediglich überschüssige Behandlungskosten ausglichen. Zudem gelte, dass ältere Menschen grundsätzlich tiefer in die Tasche greifen müssten. Einem aktuellen Bericht der Stiftung Warentest in Berlin zufolge kosten die günstigsten Policen nur fünf bis sechs Euro. Die Laufzeiten betragen in der Regel ein Jahr. Die einzelnen Reisen innerhalb dieses Zeitraums dürfen bei vielen Anbietern aber nicht mehr als 45 Tage dauern. Wer einen längeren Auslandsaufenthalt plant, muss ein paar Euro mehr einkalkulieren. Nach Einschätzungen des ADAC verzichten etwa 40 Prozent der deutschen Auslandsreisenden auf den Schutzbrief. „Besonders Fernreisende gehen dabei ein Risiko ein, da für sie keinerlei Absicherung besteht”, sagt Marco Völklein, Sprecher des Automobilclubs in München. Dass ärztliche Behandlungen in den USA teuer sind, sei bekannt. Aber auch in Ländern wie der Dominikanischen Republik könne es zu hohen Rechnungen kommen. So habe sich ein Karibikurlauber vor kurzem bei einem Unfall mehrere komplizierte Brüche zugezogen. Der 17-tätige Krankenhausaufenthalt des Kunden sei dem Automobilclub mit 37 000 Euro, der Rückflug nach Deutschland mit 35 000 Euro in Rechnung gestellt worden. Bei der Auswahl der Versicherungen lohnt ein Blick auf das Kleingedruckte. Während viele Versicherer den Rücktransport nur zahlen, wenn er „nötig” ist, reicht es nach den Recherchen der Stiftung Warentest bei Huk-Coburg, ADAC oder Europäischer Reiseversicherung schon aus, wenn er als „medizinisch sinnvoll” erachtet wird. So starten die hauseigenen Ambulanzdienstjets des ADAC durchschnittlich dreimal am Tag um Unfallopfer oder Kranke nach Deutschland zurückzufliegen. Der Traum vom sorgenfreien Urlaub endet für den Passagier dann zwar im Krankenbett. Doch richtig versichert wird er immerhin nicht zum finanziellen Alptraum. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/08/02/service/reise/t/rzo160443.html |
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