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Freitag, 10. Feb. 12
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Urlaub
Mit dem „Canadian” durch die Rocky Mountains Saskatoon - Das Land ist weitläufig: Die Ankunft des „Canadian” ist daher in Saskatoon eine gute Stunde vorher auszumachen.
Der Zug ist nicht irgendein Zug, sondern der berühmte „Canadian”, der zu Kanada gehört wie das rote Ahornblatt in der Staatsflagge. Die Lichter des chromsilbern glänzenden Stolzes der Eisenbahngesellschaft VIA Rail blinken in der Dunkelheit. In der nächtlichen Stille wirkt das Rauschen und Quietschen der Räder schon von weitem ganz nah. Gemächlich rollt er ein, der König aller kanadischen, vielleicht gar aller nordamerikanischen Züge: 30 Waggons, gezogen von drei Dieselloks, 500 Passagiere und 40 Frauen und Männer, die für deren Leib und Wohl sorgen. Fünf Jahrzehnte liegt seine Jungfernfahrt über die rund 4400 Kilometer lange Strecke von Toronto im Osten bis nach Vancouver im Westen schon zurück. Die Waggons sind immer noch dieselben, jedenfalls von außen betrachtet. Alle sind renoviert worden, bieten moderne Duschen auf den Gängen, Toiletten und Waschbecken in den Doppel- und Einzelkabinen der ersten Klasse, die hier „Silver & Blue Class” heißt. Doch ansonsten wurde im „Canadian” der Stil der fünfziger Jahre konserviert, viel Art Déco und ein Schuss Nierentischromantik. „Bitte alle einsteigen, aber keine Hast. Wir lassen niemanden zurück”, sagt ein sommersprossiger Mann in der dunkelblauen Uniform der VIA Rail. Er sagt es auf Englisch, aber mit französischem Akzent. Zugbegleiter Martin Gagnon, der eher wie ein Nachfahre von Iren oder Schweden aussieht als das Abbild eines Frankokanadiers aus Montréal, spricht mit den Händen als Sprachrohr vor dem Mund. Mit Rücksicht auf die Schlafenden - es ist kurz nach Mitternacht - wird auf Lautsprecherdurchsagen verzichtet. Selbst tagsüber machen sich die Zugbegleiter meist die Mühe, ihre Gäste persönlich über alles Wichtige zu informieren. Das Gepäck ist verstaut. Der „Canadian” hat seinen Rhythmus gefunden, wiegt sanft hin her. Zwei Nächte und drei Tage dauert die Tour von Toronto bis Vancouver. „Bald wird es ganz spannend”, sagt Michael McAdam, der Küchenchef. In Jasper, dem „Tor der Rocky Mountains” macht der „Canadian” Rast. Unmengen von Wasser werden aufgefüllt, auch frisches Obst, Gemüse und Brot. Die Scheiben werden vom Staub der Prärie befreit, damit alle den attraktivsten Teil dieser Reise genießen können - die Fahrt durch die Bergwelt der Rocky Mountains. „Was wollt ihr danach zum Dinner haben?”, fragt Michael. „Steak vom Elch gibt es nur, wenn wir zufällig einen umfahren.” Der Chefkoch des „Canadian” weiß, dass sich sein kulinarisches Angebot auch ohne Elchsteak sehen lassen kann. Michael empfiehlt Lammspieß mit Kreuzkümmel, Koriander, Zitrone und Curry, serviert mit Minzjogurt oder das Filet Mignon. Aber eigentlich wäre an einem warmen Tag wie diesem der Garnelen- und Melonensalat mit Wasabi-Dressing und Kaurimuscheln mit Kokoskruste die beste Wahl. Dazu sollten wir einen kanadischen Wein probieren. „Europäer sind oft erstaunt, wenn sie hören, dass Kanadas Weingüter auf der selben geografischen Breite liegen wie einige der besten in Italien oder Frankreich”, sagt Michael. Alle Speisen und alkoholfreien Getränke sind im Preis für das Bahnticket enthalten. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/08/02/service/reise/t/rzo171435.html |
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