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Freitag, 05. August 05

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Kas­sel/Ber­lin - Trotz der jüngs­ten Rück­schläge sieht Bun­des­kanz­ler Gerhard Schrö­der (SPD) wei­ter­hin Chancen für einen stän­digen deut­schen Sitz im UN-Sicher­heits­rat.

 Das Thema des Tages 

Springer kauft ProSiebenSat.1

Berlin/München - Die deutsche Medienlandschaft wird neu geordnet: Der Verlagsriese Springer kauft für insgesamt mehr als vier Milliarden Euro Deutschlands größten TV-Konzern ProSiebenSat.1 und rückt damit zum Branchenprimus Bertelsmann auf.

Haim Saban und Mathias Döpfner

Der Aufsichtsratsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Haim Saban (r), und Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner sind sich scheinbar einig geworden.

„Die Übernahme hat Logik, sie rechnet sich, sie ist eine Investition in die Zukunft”, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Freitag in München. Die Kartellbehörden müssen der Akquisition noch zustimmen. Die Übernahme löste Sorgen um die Meinungsvielfalt in Deutschland aus. Durch den Zukauf gewinnt Springer („Bild”, „Welt”) die Kontrolle über die Fernsehsender ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und den Nachrichtenkanal N24.

Der Springer-Verlag kauft einer Investorengruppe um den US- Milliardär Haim Saban die Mehrheit an der ProSiebenSat.1 Media AG ab. Dafür sind knapp 2,5 Milliarden Euro fällig, der Löwenanteil in bar. Springer muss nun auch noch den freien Aktionären ein Angebot machen und Schulden übernehmen, so dass sich der Kaufpreis auf insgesamt knapp 4,2 Milliarden Euro summieren kann. „Bilanziell kann Springer die Übernahme gut verkraften”, betonte Döpfner. Springer schaffe sich ein starkes zweites Standbein in der Fernsehbranche, die traditionell höhere Margen habe als das Verlagsgeschäft.

Zur Finanzierung will Springer drei Milliarden Euro Bankkredite aufnehmen und neue Aktien ausgeben. Die Kontrolle über das Verlagshaus behält aber die Verlegerwitwe Friede Springer. „Mit der Transaktion sind auch Risiken verbunden, aber die Chancen überwiegen die Risiken bei weitem”, sagte Döpfner. Wenn die Übernahme klappt, sollen die Axel Springer AG und ProSiebenSat.1 schnellstmöglich miteinander verschmolzen werden. Der neue gemeinsame Konzern kommt auf einen Umsatz von etwa 4,3 Milliarden Euro und einen Gewinn von mehr als 300 Millionen Euro in diesem Jahr.

Neben Bertelsmann („Stern”, RTL) entsteht damit ein zweiter Konzern in Deutschland, der Verlags- und Fernsehaktivitäten vereint. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nannte die Übernahme „verheerend für die Meinungsvielfalt in Deutschland”. Döpfner sagte dazu: „Vielfalt ist wichtig.” In Deutschland sei diese aber durch die öffentlich-rechtlichen Sender garantiert. Zudem gebe es auf der Seite der privaten Anbieter ja zwei starke Gruppen. „Es entsteht erstmals ein echter Wettbewerber für Bertelsmann.”

Die Investoren um Saban haben ein gutes Geschäft gemacht. Gemeinsam mit Finanzinvestoren wie Providence Equity Partners und Hellman & Friedman hatte der US-Milliardär vor zwei Jahren die Sendergruppe aus der Insolvenzmasse der zusammengebrochenen KirchGruppe übernommen. Derzeit ist er Aufsichtsratschef von ProSiebenSat.1. Branchenbeobachter schätzen, dass die Gruppe ihren Einsatz mindestens verdreifacht hat. Im Zuge der Übernahme erhält die Gruppe neben der milliardenschweren Barüberweisung auch 820 000 Stamm-Aktien der Axel Springer AG. Dies entspricht 2,4 Prozent des Grundkapitals. Saban und einige Partner wollen die Beteiligung weiter aufstocken. Saban wird zudem künftig Vorsitzender des TV-Beirats bei Springer, dessen Aufgaben aber noch nicht klar definiert sind.

Die Prüfung des Geschäfts durch die Kartell- und Medienwächter wird sich eine Weile hinziehen. Eine Kartellamtssprecherin sagte in Bonn, die Übernahme sei der erste Fall einer so großen „cross- medialen Fusion”, bei der Zeitungs- und Fernsehunternehmen zusammengeführt würden. Daher sei nicht damit zu rechnen, dass eine vierwöchige Vorprüfphase ausreiche. Voraussichtlich werde es danach zu einem Hauptprüfverfahren kommen, das drei Monate dauern könne. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) wollte zu der Übernahme zunächst nicht Stellung nehmen. Dies werde erst geschehen, wenn die Unternehmen diese Veränderung bei den zuständigen Landesmedienanstalten angezeigt hätten und dies der KEK weitergeleitet worden sei, sagte ein KEK-Sprecher in Potsdam.

Im Zuge der Transaktion zahlt Springer den Investoren 22,60 Euro in bar sowie 0,77 Euro in eigenen Aktien je ProSiebenSat.1 Stammaktie. Für die Vorzugsaktien zahlt Springer 14,10 Euro je Aktie. Dieses Angebot sollen auch die freien Aktionäre voraussichtlich bekommen. Am Freitag stieg der ProSiebenSat.1-Aktienkurs zwischenzeitlich leicht auf 14,80 Euro. Freie Aktionäre, die das Pflichtangebot nicht annehmen, sollen später im Rahmen der Verschmelzung Springer-Vorzugsaktien für ihre Anteile erhalten.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/08/05/tt/t/rzo172309.html
Freitag, 05. August 2005, 15:35 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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