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Freitag, 05. August 05

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Uranumwandlung in IranTeher­an/Wien/Pa­ris - Im Streit um sein Atom­pro­gramm zeigt sich Iran trotz umfang­rei­cher Vor­schläge der EU für ein wirt­schaft­liches und poli­tisches Abkom­men weiter kom­pro­miss­los.

Berlin - Die Spitzen von SPD und Links­par­tei haben sich trotz rech­neri­scher Mög­lich­kei­ten fest­gelegt - eine Koali­tion nach der Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber kommt für sie nicht in Frage.

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Hou­ston/Wa­shing­ton - Für die Besat­zung des Space-Shuttle „Dis­cove­ry” hieß es am Freitag „Kof­fer­packen”: Nachdem die NASA nach einer vor­aus­gegan­genen Serie von Pro­ble­men grünes Licht für den Heim­flug gegeben hat­te...

Kas­sel/Ber­lin - Trotz der jüngs­ten Rück­schläge sieht Bun­des­kanz­ler Gerhard Schrö­der (SPD) wei­ter­hin Chancen für einen stän­digen deut­schen Sitz im UN-Sicher­heits­rat.

 Das Thema des Tages 

Analyse: Saban und Döpfner feiern Milliarden-Deal

München - Die bisher spektakulärste Übernahme in der deutschen Medienbranche ist auch ein Fall für das Familienalbum. Als es sich der US-Milliardär Haim Saban im mondänen Bayerischen Hof in München gemütlich macht, um den Verkauf seiner ProSiebenSat.1-Anteile an den Springer-Verlag zu erläutern, mischt sich unter das Heer der Fotografen auch seine Frau Cheryl und macht gleich eine Serie von Schnappschüssen.

Saban und Döpfner

Der US-Milliardär Haim Saban (r) gestikuliert neben Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner in München.

Für die Sabans ist es schließlich ein großer Tag. Ob er seinen Einsatz verdreifacht habe, wird der gewiefte Unternehmer gefragt. „Haben Sie einen Taschenrechner für mich?”, fragt er zurück und das Grinsen lässt kaum einen Zweifel, dass hier einer ein gutes Geschäft gemacht hat.

Die Verhandlungen zwischen der Investorengruppe und Saban hatten sich bis in die frühen Morgenstunden hingezogen. Er habe sechs, sieben Stunden geschlafen, behauptet Saban. Seine Leute hätten schließlich die Schlussverhandlungen geführt. Springer-Chef Mathias Döpfner war da bei den Gesprächen etwas länger dabei. „Bei mir war es etwas weniger Schlaf”, sagt er. Morgens um sieben Uhr wurden die Verträge unterschrieben. Springer-Finanzvorstand Steffen Naumann muss sich mühen, bei der Pressekonferenz die Augen offen zu halten.

Gemeinsam haben die beiden für Springer das bisher kniffligste Geschäft in der Firmengeschichte eingefädelt. Springer zahlt allein an die Gruppe um Saban 2,5 Milliarden Euro, einschließlich des fälligen Barangebots an die freien Aktionäre und der übernommenen Schulden lässt sich Deutschlands größtes Zeitungshaus die Übernahme mehr als 4 Milliarden Euro kosten. „Ja, es gibt auch Risiken”, räumt Döpfner ein. Wenn aber alles klappt, ist er künftig nicht nur der Herrscher über „Bild” und „Welt”, sondern auch über ProSieben, Sat.1 und den Nachrichtensender N24. Springer sei „der natürliche Käufer”, ist Döpfner überzeugt. Saban plauderte, eigentlich habe er ja sondiert, ob Springer zu kaufen sei. Da aber da keine Chance bestanden habe, habe man es eben andersherum gemacht.

Saban und Döpfner können miteinander. Den Abschluss habe man mit einer Umarmung besiegelt, sagte Döpfner. Während der Pressekonferenz bekam er dann noch einen Handkuss von Saban. Die Verhandlungen über den Verkauf der Anteile wurden denn auch auf Augenhöhe geführt. Beim offiziellen Foto allerdings steigt Saban lachend auf einen Stuhl, um den hoch gewachsenen Döpfner einmal zu überragen. Dem aber gefällt das nicht, schnell setzt sich Döpfner wieder hin.

Auch bei Springer werden Döpfner und Saban künftig zusammenarbeiten. Saban soll Vorsitzender des TV-Beirats bei Springer werden, dessen Aufgaben allerdings noch nicht klar sind. Er wolle aber auch München nicht untreu werden, beteuerte Saban im Bayerischen Hof. „Ich komme wieder.” Allerdings wird er sich mit dem Erlös aus dem Geschäft auch anderswo auf der Welt in neue Medienabenteuer stürzen können. „Er hat schon einen exzellenten Deal gemacht”, sagt auch Herbert Kloiber, der sich an diesem Freitag unter das Publikum in der Pressekonferenz gemischt hat. Der Filmhändler und ehemalige Rivale von Leo Kirch hat mit seiner Tele München Gruppe auch schon so manches trickreiches Geschäft eingefädelt. Vor einem Saban muss aber selbst ein Kloiber den Hut ziehen.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/08/05/tt/t/rzo172381.html
Freitag, 05. August 2005, 14:43 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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