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Freitag, 05. August 05

 Mini-U-Boot vom Typ PrisMoskau - Die rus­sische Pazi­fik­flotte hat bei der Bergung des mit sieben Mann Besat­zung ver­unglück­ten Mini-U-Boo­tes vor der Halb­insel Kamtschatka nach eigenen Angaben Fort­schritte gemacht.

Uranumwandlung in IranTeher­an/Wien/Pa­ris - Im Streit um sein Atom­pro­gramm zeigt sich Iran trotz umfang­rei­cher Vor­schläge der EU für ein wirt­schaft­liches und poli­tisches Abkom­men weiter kom­pro­miss­los.

Berlin - Die Spitzen von SPD und Links­par­tei haben sich trotz rech­neri­scher Mög­lich­kei­ten fest­gelegt - eine Koali­tion nach der Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber kommt für sie nicht in Frage.

Ber­lin/Pots­dam - Trotz der mas­siven Kritik an seinen Äuße­run­gen zu Gewal­tur­sachen in Ost­deutsch­land sieht Bran­den­burgs Innen­minis­ter Jörg Schön­bohm (CDU) keinen Grund zum Rück­tritt.

Hou­ston/Wa­shing­ton - Für die Besat­zung des Space-Shuttle „Dis­cove­ry” hieß es am Freitag „Kof­fer­packen”: Nachdem die NASA nach einer vor­aus­gegan­genen Serie von Pro­ble­men grünes Licht für den Heim­flug gegeben hat­te...

Kas­sel/Ber­lin - Trotz der jüngs­ten Rück­schläge sieht Bun­des­kanz­ler Gerhard Schrö­der (SPD) wei­ter­hin Chancen für einen stän­digen deut­schen Sitz im UN-Sicher­heits­rat.

 Das Thema des Tages 

Analyse: Neue TV-Landschaft

Hamburg - Wer in Deutschland den Fernseher einschaltet, hat bundesweit die Wahl unter mehr als 30 frei empfangbaren Programmen.

Saban, Döpfner und Posch

Der US-Milliardär Haim Saban (M), Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner (r) und der Vorstandssvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Guillaume de Posch, unterhalten in München.

Trotz dieser großen Auswahl, die regional noch wesentlich größer sein kann, landet fast die Hälfte aller Zuschauer bei einer der beiden großen privaten Senderfamilien: ProSiebenSat.1 und die RTL-Gruppe haben mit ihren Sendern zusammen einen Marktanteil von fast 50 Prozent, bei der werbewirtschaftlich interessanten Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen sind es über 60 Prozent. Wenn das Bundeskartellamt nicht noch interveniert, wird nach RTL auch ProSiebenSat.1 einem Verlagskonzern, der Axel Springer AG, gehören.

Mit der am Freitag verkündeten Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Springer entsteht nach Bertelsmann der zweite integrierte Medienkonzern mit starker Position sowohl auf dem Print- als auch TV- Markt. Deutschlands größter Zeitungsverlag („Bild”, „Die Welt”, „Hörzu”) hat dann auch das Sagen bei ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24. In einer ähnlichen Lage ist die Bertelsmann AG, der nicht nur Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr („Stern”, „Geo”, „Brigitte”) gehört, sondern auch mehrheitlich die RTL-Gruppe mit den Sendern RTL, RTL II, Super RTL, Vox und n-tv.

Während es für die bisherigen Investoren um Haim Saban wohl vor allem um eine profitable Anlage auf Zeit ging, verfolgt Springer offensichtlich eine längerfristige Strategie. Mit dem Fernsehgeschäft bekommt der Verlag ein zweites Standbein neben dem Printsektor, wo die Auflagenzahlen in den vergangenen Jahren rückläufig waren und besonders die Rubrikenanzeigen Inserenten an das Internet verloren. Hinzu kommen Möglichkeiten der Mehrfachvermarktung in den verschiedenen Medien („cross-media”).

Das Bundeskartellamt will sich einige Monate Zeit lassen für die Prüfung, ob durch die Übernahme eine marktbeherrschende Stellung entsteht. Auch die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), die regelmäßig die Entwicklung bei den Privatsendern prüft, wird die neue Situation unter die Lupe nehmen. Die KEK hat vor allem darauf zu achten, ob durch die Fusion eine „vorherrschende Meinungsmacht” entsteht.

Diese Frage haben die Gewerkschaften bereits bejaht. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach sofort von einem „Meinungsmonopol mit gewaltigem Einfluss auf die öffentliche Meinung” und appellierte an das Bundeskartellamt, der Übernahme nicht zuzustimmen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verlangte eine „Begrenzung von Meinungsmacht” in Form von Regelungen der Konzentrationskontrolle für die gesamte Medienwirtschaft.

Dass das Kartellamt Fusionen im Medienbereich durchaus auch in wesentlich kleineren Dimensionen stoppt, zeigte sich im vergangenen Jahr, als der Holtzbrinck-Verlag die „Berliner Zeitung” übernehmen wollte. Das Kartellamt sah eine marktbeherrschende Stellung auf dem Berliner Zeitungsmarkt, weil auch der „Tagesspiegel” Holtzbrinck gehörte. Diese Einschätzung änderte sich auch nicht, nachdem Holtzbrinck den „Tagesspiegel” an seinen früheren Manager Pierre Gerckens verkauft hatte. Bei Springer jedoch ist man zuversichtlich, dass das Milliardengeschäft mit ProSiebenSat.1 die Hürde Kartellamt nehmen kann. Schließlich gibt es das Beispiel Bertelsmann.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/08/05/tt/t/rzo172398.html
Freitag, 05. August 2005, 14:41 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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