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Dienstag, 11. Jun. 13

Mainz - Mehr als 2500 Men­schen nutzten beim „Tag der offenen Tür” am Samstag in der Mainzer Staats­kanz­lei die Gele­gen­heit, hinter die Türen des Poli­tik­betriebs zu schauen.

Mainz/Saar­brü­cken - Tief „Rudi” über Mit­tel­europa bringt in den nächs­ten Tagen gemein­sam mit Bis­kaya-Tief „Sieg­fried” feuchte Luft nach Rhein­land-Pfalz und ins Saar­land.

Mainz/Saar­brü­cken - Der Samstag startet in Rhein­land- Pfalz und im Saar­land oft stark bewölkt. Auch ein­zelne Schauer sind mög­lich. Im Laufe des Vor­mit­tags lockert es großzü­gig auf und die Sonne kommt durch­...

Trier - Bei einem fest­lichen Dinner ist die Wahl zur neuen Wein­köni­gin der Region Mosel-Saar-Ruwer am Frei­tag­abend in die ent­schei­dende Runde gegan­gen. Die sieben Kan­dida­tin­nen mussten dabei sowohl Fach­wis­sen...

Aalen - Der VfR Aalen hat am Frei­tag­abend in der Fuß­ball-Regio­nal­liga Süd gegen die SV Elvers­berg mit 0:2 (0:1) ver­loren. 2050 Zuschauer sahen die Führung für die Saar­län­der durch einen Treffer von Sascha...

Pful­len­dorf - Die TSG Hof­fen­heim hat die Tabel­len­führung in der Fuß­ball-Regio­nal­liga Süd durch einen 3:0 (2:0)-Aus­wärts­sieg beim SC Pful­len­dorf über­nom­men. Sahr Sensesi (30./44.) erzielte vor 890 Zuschau­ern...



Kanz­ler­kan­dida­tin wirkt enga­giert und unbe­irr­t

Merkel setzt auf die Kraft der Argu­men­te

Ko­blenz - Noch acht Tage bis zur Wahl. Schluss­spurt für die Par­teien - auch für Angela Merkel, die Kanz­ler­kan­dida­tin der Union. Am Freitag sprach sie in Kob-lenz und Trier. Wir schau­ten und hörten genau hin: Zeigt Merkel Nerven wegen der wach­sen­den Umfra­gewerte für die SPD?

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Angela Merkel in Koblenz - bei einer von drei Kund­gebun­gen mit ihr in Rhein­land-Pfalz. Hinter ihr der Koblen­zer CDU-Kan­didat Michael Fuchs und CDU-Lan­dess­chef Chri­stoph Böhr.

Das Wetter ist bes­tens, die Stim­mung auf dem Münz­platz in der Alt­stadt von Koblenz gut. Gleich kommt Angela Merkel - "An­gie", wie auch viele ältere War­tende sagen. Viele spre­chen aber auch über die neuen Wahl­umfra­gen, an denen die Union zu knab­bern hat. Lag sie Anfang August noch 19 Pro­zent­punkte vor der SPD, so sind es jetzt nur noch 8. Und eine Koali­tion von Union und FDP käme der­zeit, glaubt man dem Schnitt der Umfra­gen, nur noch auf 48 Pro­zent. Rot-Rot-Grün hätte 49 Pro­zent. Schwächelt die Union auf der Ziel­gera­den? Kommt Merkel kurz vorm Kanz­ler­amt ins Schleu­dern?

Angela Merkel weiß, dass ihre Zuhörer am späten Nach­mit­tag in Koblenz wie am Abend in Trier von ihr eine Antwort auf diese zen­trale Frage der letzten Wahl­kampf­tage erwar­ten. Die vielen Men­schen auf dem Münz­platz wie vor der Porta Nigra, die ihr erkenn­bar gewogen sind, und die ver­streu­ten Mer­kel-Kri­tiker nicht minder. Allen gibt die 51-Jäh­rige da-rauf eine ein­deu­tige Ant­wort: Sie beschäf­tigt sich nicht mit einer Silbe mit den Fie­ber­kur­ven der Demo­sko­pie - sie wirbt statt­des­sen unbe­irrt und hoch enga­giert, für ihre Ver­hält­nisse teils lei­den­schaft­lich für die Ziele der Union.

"Kämp­fen, kämp­fen, kämp­fen!"

Christ­demo­kra­ten, die Angela Merkel derzeit auch in kleinen Runden und ver­trau­lichen Gesprächen erle­ben, kennen das: "Sie lässt sich von den Stim­mungs­schwan­kun­gen nicht aus der Ruhe brin­gen", beschei­nigt CDU-Lan­des­vor­sit­zen­der Chris-toph seiner Bun­des­vor­sit­zen­den. Mehr noch: "Sie ist sehr kämp­ferisch. Sie will Kanz­lerin werden, sie will den Sieg für die Union. Man spürt das in jeder Äuße­rung von ihr." Und "wir haben eine klare Mehr­heit", ist Böhr über­zeugt, "wir müssen sie nur mobi­lisie­ren".

Genau daran arbei­tet die Her­aus­for­derin von Kanzler Schrö­der auch in Koblenz. Erst aber das Ritual der Begrüßun­gen - denen Merkel auf der moder­nen Bühne mit zuschau­erfreund­licher TV-Großlein­wand auf­merk­sam zuhört: Michael Fuchs, CDU-Kan­didat in Koblenz, begrüßt sie als "künf­tige Bun­des­kanz­lerin" - und Chri­stoph Böhr "als künf­tigen Minis­ter­prä­siden­ten". Joachim Hörs­ter, Spit­zen­kan­didat der Union im Land, rät den Zuhö­rern, am 18. Sep­tem­ber "mit wachem Ver­stand zu ent­schei­den - so wie sie es vor acht Wochen auch getan hät­ten". Böhr schließ­lich schärft seinen Par­tei­freun­den ener­gisch wie selten ein: "Kämp­fen, kämp­fen, kämp­fen!"

Dann Angela Merkel. Sie scheint nicht eine Spur ver­unsi­chert, wirkt hoch moti­viert. Kraft­voll und mit viel Druck beginnt sie, vor einer nur von zwei Frauen auf­gelo­cker­ten christ­demo­kra­tischen Männ­errie­ge, um die Zuhörer zu werben. Nicht mit Schau, Gaudi oder Mätz­chen. Nicht mit brül­len­der Rhe­torik oder Trom­mel­feuer gegen den poli­tischen Gegner. Viel­mehr wagt Merkel es, auch auf diesem Platz, auch vor 2500 Men­schen auf die Kraft ihrer Argu­mente zu setzen. Straff und dis­zipli­niert, mit viel Kraft in der Stimme, arbei­tet sie rele­vante The­men­fel­der ab: Bil­dung, Büro­kra­tie, Rente, Fami­lie, Innere Sicher­heit, Europa. Und natür­lich Steu­ern.

"Nur ein ein­faches Steu­ersys­tem ist gerecht"

Stets geht die pro­movierte Phy­sike­rin dabei linear vor: Erst ana­lysiert sie die Lage, ver­bun­den mit klar for­mulier­ten Vor­wür­fen gegen SPD und Grüne. Dann erläu­tert Merkel straff, was die Union warum ändern will. Die meisten Men­schen auf dem Platz, dar­unter auf­fäl­lig viele junge Leute, folgen ihr dabei kon­zen­triert. Nicken. Klat­schen. Deut­lich weniger pro­tes­tie­ren, rufen ab und an dazwi­schen - von Merkel kon­sequent igno­rier­t.

Am aus­führ­lichs­ten geht die Kan­dida­tin auf das Thema Steuern ein, nennt dabei offen­siv den Namen Kirch­hof. Bei­fall, schon bei der Nennung dieses Namens. "Nur ein ein­faches Steu­ersys­tem ist gerecht", ruft Merkel. Die rechte Hand unter­malt und unter­streicht ihre Sätze, pocht una­bläs­sig in der Luft, fährt auch schon mal, zur Faust geballt, aufs Pult. Etwa als sie betont, dass nach dem Regie­rungs­pro­gramm der Union "die Steu­ersätze für alle sinken" und dadurch "jeder ent­las­tet" wird, dass eine Familie mit zwei Kindern dann 32 000 Euro steu­erfrei hat. Fast schon in Rage redet sie sich bei diesem Thema - weil die Angriffe der SPD sie hier offen­bar beson­ders fuch­sen.

Zum Abschluss erklingt die Natio­nal­hym­ne

Doch nicht nur die Zahl der Argu­mente ist bei dieser Kund­gebung unge­wöhn­lich: Merkel, acht Jahre Minis­terin im Kabi­nett, gesteht frei­mütig ein, dass die CDU vor dem Verlust der Macht zu "viele Pro­bleme auf die lange Bank gescho­ben hat". Mit ihr als Kanz­lerin soll es das nicht mehr geben. Sie will "des­halb die Pro­bleme offen anspre­chen". Und "nichts ver­spre­chen, was man nicht auch ein­hal­ten kann".

Am Schluss bittet sie die Menge auf dem warmen Platz ohne Pomp und Schnör­kel: "Geben Sie uns, geben Sie auch mir Ihre Stim­me." Die vielen Helfer von der Jungen Union in ihren oran­genen Hemden stimmen sofort "Angie, Angie"-Rufe an, stei­gern das Stak­kato der Rufe zu "Angie für Deutsch­lan­d". Fol­gerich­tig erklingt dann zum Abschluss die Natio­nal­hymne. Auf­fal­lend viele Men­schen singen dabei mit. Nicht leise und ver­schämt, sondern laut und unver­krampft.

Chris­tian Lindner - Foto: Michael Wall­rath


http://rhein-zeitung.de/on/05/09/10/rlp/r/merkel-2.html
Samstag, 10. September 2005, 10:33 © RZ-Online GmbH (aj)
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Frage: die cdu hat im wahlkampf ihre gute ausgangsposition durch interne querelen aufs spiel gesetzt.das zeugt nicht gerade von einheit und führungsstärke,oder?
Antwort: Schade, dass Sie Ihren Namen nicht nennen. Innerhalb einer demokrat.Partei muss man auch diskutieren können. I.Ü. stehen wir in den Umfragen nach wie vor gut da, Werner Wittlich, CDU
Wahlkreis Neuwied (199)