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Sonntag, 11. September 05

UnfallSpa-Fran­cor­champs - Auf der Arden­nen-Rutsch­bahn von Spa- Fran­cor­champs hat Kimi Räik­könen mit seinem Sieg im Großen Preis von Belgien die WM-Ent­schei­dung noch einmal vertagt und Spit­zen­rei­ter Fer­nando Alonso zwei...

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Räikkönen siegt vor Alonso - Schumacher wütend

Spa-Francorchamps - Auf der Ardennen-Rutschbahn von Spa- Francorchamps hat Kimi Räikkönen mit seinem Sieg im Großen Preis von Belgien die WM-Entscheidung noch einmal vertagt und Spitzenreiter Fernando Alonso zwei weitere Wochen der Vorfreude beschert.

Unfall

Michael Schumacher und Takuma Sato krachen zusammen.

Der spanische Renault-Pilot profitierte bei seinem zweiten Platz einmal mehr vom Pech für McLaren-Mercedes, als der hinter dem führenden Räikkönen fahrende Juan Pablo Montoya in der viertletzten Runde von Heidfeld-Ersatz Antonio Pizzonia im BMW-Williams von der Strecke befördert wurde. In dem turbulenten Rennen erwischte es in Runde 14 auch Noch-Weltmeister Michael Schumacher, der von BAR-Honda-Pilot Takuma Sato von der Piste geschoben wurde.

Sein designierter Nachfolger Alonso kann sich nun im zweiten Versuch am 25. September beim Brasilien-Grand-Prix in Sao Paulo erstmals zum Formel-1-Weltmeister krönen. In dem von einigen spektakulären Ausfällen geprägten Rennen verkürzte Räikkönen mit seinem sechsten Saisonerfolg den Rückstand auf Renault-Fahrer Alonso (111) um zwei Punkte auf 25 Zähler. Schumacher bleibt in der Gesamtwertung auf Rang drei (55) vor Montoya (50). Ralf Schumacher kam im Toyota auf den siebten Rang. Auch in der Konstrukteurs-Wertung behauptete Renault (152) die Führung vor McLaren-Mercedes (146), da auch Alonsos Teamkollege Giancarlo Fisichella (Italien) ausfiel. Ferrari (90) blieb Dritter.

Obwohl gar nicht am Start wurde auch Heidfeld zum großen Unglücksraben dieses Wochenendes. Der 28-Jährige zog sich in seiner Schweizer Wahlheimat bei einer selbst verschuldeten Kollision mit einem Motorrad einen Riss des rechten Schulterblatts, eine Verstauchung eines Fingers sowie mehrere Schürfwunden zu. „Dadurch kann ich beim nächsten Formel-1-Rennen leider nicht starten”, sagte er.

Wäre Heidfeld in Spa dabei gewesen, wäre Räikkönen vielleicht näher an Alonso herangekommen. „Schade, dass das mit Juan Pablo passiert ist und wir nicht bekommen haben, was wir verdient gehabt hätten”, meinte der Finne sichtlich verärgert, der nach 1:30:01,295 Stunden und 306,944 km (44 Runden à 6,976 km) als Erster über die Ziellinie fuhr. „Pizzonia ist aufgefahren. Das war unnötig”, sagte Mercedes-Teamchef Norbert Haug. Unfallverursacher Pizzonia wurde mit einer Geldstrafe von knapp 6500 Euro belegt.

Alonso verpasste es zwar als Zweiter, sich im viertletzten Saisonrennen mit 24 Jahren und 44 Tagen zum bislang jüngsten Weltmeister zu krönen. Beim nächsten Duell in Brasilien reicht dem Spanier in jedem Fall aber der dritte Platz zum Titel. „Zweiter ist besser, als wir erwartet hatten. Wir mussten nichts riskieren. Wir haben das Rennen so durchgezogen, wie es für uns ging”, sagte Alonso.

Der seit einer Woche gestürzte Titelverteidiger Michael Schumacher erlebte unterdessen einen weiteren bitteren Moment in dieser Saison, als er von Sato von der Piste befördert wurde. „Ich glaube, wir haben schon öfter Harakiri-Aktionen von ihm erlebt. Wir haben schon oft mit ihm gesprochen. Ich weiß nicht, welche Therapie jetzt noch bei ihm hilft”, schimpfte Schumacher, nachdem ihn Sato kurz nach der Safety-Car-Phase ins Heck gekracht war.

„Die Bremsen haben blockiert”, gab Sato als Entschuldigung an. Er wurde dennoch bestraft und wird in Brasilien in der Startaufstellung zehn Plätze nach hinten versetzt. Schumacher hatte sich den Japaner bereits auf der Strecke vorgeknöpft und ihm wild gestikulierend die Leviten gelesen. „Wir sollten lieber davon Abstand nehmen, darüber zu sprechen. Da schauen auch noch Kinder zu”, sagte Schumacher auf die Frage, was er Sato gesagt hat.

Fisichellas Crash in der zwölften Runde ausgangs der berüchtigten Eau Rouge bei rund 300 km/h brachte das Feld durch die folgende Safety-Car-Phase wieder zusammen, in denen die Teams die Zeit zum Boxenstopp nutzten. Größter Nutznießer schien Ralf Schumacher gewesen zu sein, als er sich zwischenzeitlich auf den zweiten Rang verbesserte. Bei einem erneuten Reifenwechsel verzockten sich die Toyota-Ingenieure in der 25. Runde allerdings, und der 30-Jährige fiel wieder auf den siebten Rang zurück.

An der Spitze bauten Montoya und Räikkönen ihren Vorsprung wieder aus, wobei der zum Siegen verdammte Finne mit einer Rundenbestzeit nach der anderen immer näher an den Kolumbianer herankam. Nach einem erneuten Stopp zehn Runden vor Schluss kehrte Räikkönen dann vor Montoya auf die Strecke zurück, ehe Pizzonia den ersten Doppelerfolg des britisch-schwäbischen Rennstalls in dieser Saison verhinderte.

dpa-infocom



http://rhein-zeitung.de/on/05/09/11/sport/t/rzo181421.html
Sonntag, 11. September 2005, 18:55 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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