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Dienstag, 11. Jun. 13

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Celentano versus Berlusconi - Rummel um Satire-Show

Rom - „Il Molleggiato” nennen die Italiener Adriano Celentano wegen seines tänzelnden Gangs - der Abgefederte. In Deutschland vor allem wegen seiner Single „Azzurro” bekannt, sorgt der mittlerweile 67-jährige Altrocker derzeit im staatlichen RAI-Fernsehen in Italien mit einer Polit-Show für Furore, die Ministerpräsident Silvio Berlusconi vermutlich schlaflose Nächte bereiten dürfte.

Adriano Celentano

Adriano Celentano hat mit seiner Politsatire den Zeitnerv getroffen (Archivbild vom 29.10.1994)

Abgefedert scheint er dabei tatsächlich zu sein - ist er in Italien doch einer der wenigen, der noch öffentlich gegen die Regierung mobil machen kann, ohne dass seine Sendung gleich aus dem Programm genommen wird. Über zwölf Millionen Zuschauer verzeichnete „Rockpolitik” bei der zweiten Ausgabe am Donnerstagabend - eine Rekordmarke selbst für italienische Verhältnisse.

Der Rummel um die Satire-Show ist so groß, dass sich gleich nach der ersten Sendung Spitzenpolitiker von Regierung und Opposition dazu gezwungen sahen, öffentlich Stellung zu nehmen. Celentanos Sendung sei der Beweis, dass das Fernsehen von der Linken kontrolliert werde, mokierte sich Berlusconi - was vielen etwas seltsam anmutete, wenn man bedenkt, dass der Medienunternehmer fast über das gesamte italienische Fernsehen waltet. Seit Jahren steht er wegen dieses „Interessenkonflikts” zwischen dem Amt des Ministerpräsidenten und dem des Medienunternehmers in der Kritik. Aber Celentano, der über eine eigene Produktionsfirma verfügt, hatte sich vorsichtshalber schon mal totale Autonomie für sein TV-Spektakel zusichern lassen.

„Interessenkonflikt?”, fragte auch der als Stargast in die Show geladene Oscar-Preisträger Roberto Benigni. „Interessen ja, aber was für ein Konflikt? Silvio ist da ganz ruhig.” Über 40 Minuten lang ließ der beliebte Komiker - dessen Name allein in Italien hohe Einschaltquoten garantiert - ein Feuerwerk an liebevoll verpackten Breitseiten gegen Berlusconi los. „Der Narr gegen den König - oder umgekehrt”, kommentierte die links-gerichtete Zeitung „La Repubblica”. „Rockpolitik” habe sich zu einem „unberechenbaren und Aufsehen erregenden Duell zwischen Celentano und Berlusconi” entwickelt, freute sich das Blatt.

Dabei ist die Sendung eigentlich so harmlos, dass sich in Satire- gewöhnten Ländern wie Großbritannien oder Deutschland kaum jemand darüber aufregen würde. In Italien aber, wo Politsatire nach Berlusconis Amtsantritt fast gänzlich aus dem Programm genommen wurde, hat Celentano den Zeitnerv getroffen. Berlusconi erwischt dies in einem denkbar ungünstigen Moment: In sechs Monaten stehen Parlamentswahlen an - und er muss ohnehin schon um seinen Posten bangen. „Er sollte sich in eine Ecke zurückziehen und lange darüber nachdenken, wie er am besten auf die Show reagiert, sonst reagiert er mit Sicherheit total falsch”, riet ein Journalist am Freitag.

Kopfschmerzen bereiten dem Regierungschef wohl vor allem die kleinen Wahrheiten und Statistiken, die Celentano mal ernst, mal mit süffisant-sympathischem Lächeln verbreitet. So etwa die Länder- Rangliste der US-Organisation Freedom House zur aktuellen Lage der Pressefreiheit. Italien liegt dort fast gleichauf mit Bolivien, Nicaragua und der Mongolei auf dem 77. Platz und wurde als nur „teilweise frei” eingestuft. Das wussten bis zu Celentanos Show nur ganz wenige in Italien. Oppositionsführer Romano Prodi bezeichnete „Rockpolitik” denn auch zufrieden als „schönes Spektakel der Freiheit”.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/10/30/magazin/t/rzo193521.html
Freitag, 28. Oktober 2005, 14:03 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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