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Dienstag, 11. Jun. 13

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Mythos Jacques Brel als Tanzstück

Trier - Die Träume haben Jacques Brel nie losgelassen. Das Boot, mit dem er in See stechen kann, um neue Welten kennen zu lernen, steht sein ganzes Leben lang bereit.

Szene aus «Brel - Le Grand Jacques»

Szene aus „Brel - Le Grand Jacques” am Theater Trier.

Doch erst nach seinem Aufstieg zum Star, nach Ruhm und Einsamkeit, bricht er auf zu einer Insel im Pazifik.

Das bewegte Leben des belgischen Chansonniers, der wie kaum ein anderer das französische Chanson verkörperte, stand am Theater Trier erstmals im Mittelpunkt eines Tanzstücks. Das originelle und ausdrucksstarke Ballett „Brel - Le Grand Jacques” des Berliner Choreografen Sven Grützmacher wurde am Samstagabend mit großem Erfolg uraufgeführt.

Die zwölf Tänzer nehmen das Publikum mit auf die Reise durch Brels (1929-1978) Leben. Nicht vollkommen chronologisch, sondern über ausgewählte, besonders intensive Stationen. Wie etwa das Kennenlernen seiner Frau Miche, die als die einzige große Liebe seines Lebens gilt, auch wenn er sie noch in jungen Jahren verlassen hat, um zu leben, wie es ihm behagte: frei, ungebunden, exzessiv und mit seiner Musik. Oder aber seine Verletzlichkeit und Einsamkeit am Ende eines Konzerts, mit der er nun alleine zurecht kommen muss und die ihn als gespaltenen Menschen zeigt. Das Bühnenbild beeindruckt mit seiner Schlichtheit - ein paar verrückbare Türme und das Boot gehören zur Lebensszene, die viel Platz für Fantasie lässt.

Der Mythos Brel wird auch über seine Lieder eingespielt: Klassiker wie „Amsterdam” oder „Ces gens là” dürfen natürlich nicht fehlen. Darüber hinaus setzt Grützmacher aber auch auf Ethno-Musik und Rockpop: „Sonst wäre das Stück die reinste Nummernrevue und leicht kitschig geworden”, sagt der neue Ballettdirektor am Trierer Theater. Rührend die Ethno-Klänge, als Brel sich für seine letzten Jahre mit einer neuen Liebe in Französisch-Polynesien niederließ.

Es sei die große Emotionalität des Musikers gewesen, die ihn zu dem Werk inspiriert habe, sagte Grützmacher. Mit 20 habe er seine Musik zum ersten Mal gehört. Damals, als er noch in der DDR lebte, sei Brels „Amsterdam” für ihn Ausdruck einer Sehnsucht nach einer unerreichbaren Stadt gewesen. Je mehr er sich mit dem Leben und Werk des Musikers beschäftigte, desto faszinierter war er: „Ich glaube, dass ich sehr begeistert von ihm gewesen wäre, wenn ich das Glück gehabt hätte, ihn persönlich kennen zu lernen”, sagt der 39-Jährige.

Tanz sei besonders geeignet, das facettenreiche Leben Brels zu fassen. „Damit kann man ausdrücken, was man mit Worten nicht kann”, sagt Grützmacher, zuvor unter anderem Mitglied des Ballettensembles der Komischen Oper Berlin und stellvertretender Ballettdirektor am Staatstheater Saarbrücken. Auch die tänzerische Umsetzung von Brels kritischen Ansichten ist gelungen: Eine Parodie auf die bürgerliche Ehe, bei der junge Brautpaare von Brel in die Hölle geschickt werden, oder ein Spottlied auf Heuchelei in den Kirchen, bei dem Mönche in ihren Kutten mit nackten Hintern tanzen.

Der Abgang des rastlosen Musikers in einem Leben zwischen Liebe und Leere ist stilvoll: Nach dem Abschied entschwindet er im gleißend weißen Licht. Nach einem Moment der Stille braust der begeisterte Beifall auf, der - von Bravo-Rufen unterbrochen - lange nicht enden will.

www.theater-trier.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/10/30/magazin/t/rzo193903.html
Sonntag, 30. Oktober 2005, 12:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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