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Dienstag, 11. Jun. 13

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Analyse: Freude über Frauenkirchen-Weihe

Dresden - Dresden erlebte einen Tag der Freude, an dem die Tränen nur so flossen: Tränen des Glücks und der Ergriffenheit über die Weihe und damit die Vollendung der Frauenkirche.

Blick in die Frauenkirche

Besucher verfolgen von einer Empore der wiedererrichteten Frauenkirche den Beginn des Weihgottesdienstes in Dresden.

Die Gewissheit, gemeinsam Unmögliches geschafft zu haben, einte Politiker, Stifter und Spender im Kirchraum an diesem Sonntag ebenso wie Zehntausende Menschen vor dem Gotteshaus.

Jeder Zweite trug das offizielle rote Bändchen mit dem Gruß des Wiederauferstandenen an seine Jünger „Friede sei mit Euch”, das von hunderten Helfern in der gesamten Innenstadt verteilt wurde.

Viele Menschen verkürzten sich die Wartezeit damit, sich ihre ganz persönlichen Erinnerungen an das Bauwerk zu erzählen. „Ich sehe immer noch mehr die Birken auf der Ruine als die Rosen”, sagte die 67 Jahre alte Dresdnerin Margit Schutter. Ein Mann zeichnete die „Steinerne Glocke” auf die erste Seite seines Reise-Skizzenbuchs. Adelheid und Hartmut Flach hatten extra ein Gesangbuch mitgebracht. „Wir waren kritisch und für die Ruine als Mahnmal, der Versöhnungsgedanke hat uns überzeugt.”

Der strahlende Sonnenschein des milden Oktobertages erfüllte auch das Innere der spätbarocken Kirche mit hellem Licht und Wärme, als Kanzel, Taufstein, Altar, Orgel und schließlich die Kirche gewidmet und in den Dienst Gottes gestellt wurden. Bibel, Taufschale und -kanne, Leuchter und Kerzen, den über 400 Jahre alten Abendmahlskelch aus der alten Frauenkirche und das Nagelkreuz aus der Kathedrale von Coventry hatten Jugendliche und Kinder verschiedener Nationen, Schüler der Internationalen Schule, hineingetragen.

Absolute Stille lag über der Festgemeinde, als Landesbischof Jochen Bohl und seine beiden Vorgänger Johannes Hempel und Volker Kreß die aus Trümmern und neuen Steinen sowie mit Spenden aus aller Welt wiedererrichtete Kirche ihrer Bestimmung übergaben, für die sie einst gebaut wurde: Ein lebendiges Haus Gottes zu sein, ein Ort der Einkehr und Begegnung, Freundschaft und Hoffnung.

60 Jahre nach dem Einsturz des im 18. Jahrhundert erbauten Originals haben die Dresdner ihre „Dickmadam” wieder. „Ich bin überwältigt, das muss ich erst sacken lassen”, sagte Andrea Fritzsche (47) aus Magdeburg. Zu dritt waren sie um 6.00 Uhr morgens schon am Neumarkt und acht Stunden später die Ersten, die ins Innere des Gotteshauses durften. Ihr Mann Berthold ist gebürtiger Dresdner und hielt den ganzen Tag in Dutzenden von Fotos fest. „Es ist wie im Märchen, so hell, licht und weit, ich dachte, ich wäre im Himmel”, schwärmte die 63 Jahre alte Dresdnerin Petra Heinrich.

Die 65-jährige Ilona Siedt war gar aus Berlin angereist und hatte die Nacht im Auto verbracht. „Ich freue mich, dass Dresden Stück für Stück wiederersteht und dass der Versöhnungsgedanke solch eine große Rolle spielt.” Pfadfinder und evangelische Jugend sorgten auf dem Platz, auf dem sich die Menschen über Stunden dicht drängten, für Ordnung und wiesen den richtigen Weg. Überall in der Stadt war neben Sächsisch auch Russisch, Französisch, Englisch oder Arabisch zu hören.

Die Kirche selbst, ermöglicht durch weltumspannende Begeisterung, ist ein Versöhnungswerk, das fortgeschrieben werden soll. Das Turmkreuz fertigte ein britischer Goldschmied, dessen Vater Luftangriffe auf Dresden flog. Eine von einem polnischen Steinmetz geschaffene Flammenvase spendeten Hinterbliebene von zwölf Männern aus Gostyn, die 1942 von den Nazis als Widerstandskämpfer in Dresden hingerichtet wurden. „Sie soll ein Ort des Zusammenhalts für alle Menschen sein, die sich begeistern lassen, scheinbar Unmögliches zu wagen, ein Ort der Besinnung, wo sie Kraft und Zuversicht finden”, sagte Bischof Bohl.

Deshalb geht die Kollekte nicht in den Spendentopf, sondern ans Internationale Versöhnungswerk im britischen Coventry. Die dortige Kathedrale wurde 1940 von deutschen Bomben zerstört. „Die Antwort war ein Nein zu Vergeltung und ein Ja zu Versöhnung”, sagte Pfarrer Stephan Fritz. Die Hand zur Freundschaft begründete die Verbundenheit mit Dresden. „Die Frauenkirche steht zwar in Dresden, aber sie gehört allen Menschen der Welt”, sagte Oberbürgermeister Ingolf Roßberg.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/10/30/tt/t/rzo193937.html
Sonntag, 30. Oktober 2005, 16:09 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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