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Dienstag, 11. Jun. 13

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In der Unterwelt der Schwäbischen Alb

Sonnenbühl - Die Schwäbische Alb kennt viele Eingänge zur Unterwelt.

Skelett eines Höhlenbären

Das Skelett eines Höhlenbären ist besonders beliebt. (Bild: RSPS/dpa/gms)

Insgesamt 2500 Höhlen gibt es in dem baden-württembergischen Mittelgebirge. Das sind so viele wie in keiner anderen Region Deutschlands.

In rund 20 Schauhöhlen können Besucher am bequemsten Tropfsteine, bizarre Felsformationen und Überbleibsel von steinzeitlicher Kultur bestaunen. In die Nebelhöhle bei Sonnenbühl etwa geht es 141 Stufen hinab. Mit jedem Schritt wird die Luft kälter und feuchter. Unten zeigt das Thermometer fast immer zehn Grad an. Scheinwerfer beleuchten von den Decken hängende, eiszapfenähnliche Stalaktiten. Aus dem Boden sind innerhalb von Jahrmillionen die Stalagmiten genannten Gegenstücke gewachsen. Im Schein der Lampen wachsen Algen und Moose. Schon seit dem Mittelalter ist die Nebelhöhle bekannt.

Die nahe gelegene Bärenhöhle ist mit 150 000 Besuchern jährlich die am häufigsten besichtigte Höhle Deutschlands. Ein riesiges Skelett zeugt davon, dass hier einst nicht nur Menschen lebten: Forscher fanden bis zu 20 000 Jahre alte Knochen der ausgestorbenen Höhlenbären, die deutlich wuchtiger waren als Braunbären.

Wer mehr Abenteuer sucht, als auf Stufen in eine Tropfsteinwelt hinabzusteigen, kann sich von den Spezialisten der Höhlenvereine in die Unterwelt führen lassen. „Alle tragen Helm, Stirnlampe und warme, wasserdichte Kleidung”, erklärt Christoph Gruner vom Höhlenverein Grabenstetten. Er führt in die Falkensteiner Höhle. Mit knapp sechs erforschten Kilometern ist sie eine der längsten der Schwäbischen Alb. „Immer wieder muss man krabbeln oder klettern”, sagt Gruner. Die Teilnehmer stehen teilweise außerdem bis zum Bauch im Wasser.

Nicht nur zu Fuß, sondern im Boot lässt sich - als einzige in Deutschland - die Friedrichshöhle in Wimsen bei Hayingen erkunden. Für Besucher endet die Fahrt nach 70 Metern, Taucher stoßen allerdings hinter einem 20 Meter langen Unterwasser-Tunnel auf 700 Meter lange Gänge und Hallen.

Am tiefsten kommen Besucher in der Laichinger Tiefenhöhle hinab. Im „Gletschermühlenschacht” geht es 70 Meter hinunter in ein versteinertes Riff der Jurazeit. Über dem Eingang steht ein Höhlenmuseum. Anhand von Modellen wird anschaulich erklärt, wie die Höhlen der Alb entstanden, was dort gefunden und erforscht wurde.

Steinzeitinteressierte sollten nicht das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren auslassen. Unter anderem ist dort eine rund 30 000 Jahre alte Flöte aus Mammutelfenbein zu sehen. „Sie wurde gespielt, als in Europa sowohl die letzten Neandertaler als auch die ersten modernen Menschen lebten”, sagt der Archäologe Nicholas Conard. In Giengen an der Brenz entsteht zudem bis zum Frühjahr 2006 eine „Höhlen-Erlebnis-Welt” mit einem Steinzeit-Park.

Informationen: Nationaler GeoPark Schwäbische Alb (Tel.: 07381/18 21 45, Internet: www.geopark-alb.de); Tourismusverein Sonnenbühl (Tel.: 07128/925 18 oder 07128/92 73 65, www.sonnenbuehl.de); Höhlenkundliches Museum Laichingen (Tel.: 07333/55 86, www.tiefenhoehle.de); Urgeschichtliches Museum (Tel.: 07344/928 60, www.urmu.de); Landesverband für Höhlen- und Karstforschung, Postfach 50 07 26, 70337 Stuttgart (www.lhk-bw.de/vereine.htm).

Nationaler GeoPark Schwäbische Alb: www.geopark-alb.de

Tourismusverein Sonnenbühl: www.sonnenbuehl.de )

Höhlenkundliches Museum Laichingen: www.tiefenhoehle.de

Urgeschichtliches Museum: www.urmu.de

Landesverband für Höhlen- und Karstforschung: www.lhk-bw.de/vereine.htm

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/02/magazin/t/rzo193412.html
Freitag, 28. Oktober 2005, 9:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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