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Donnerstag, 12. Dez. 19

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Psychische Probleme schlagen auf die Zähne

Münster/Kiel - Der Zahnarzt ist ratlos und der Patient leidet.

Zahngesundheit

Damit Zähne nicht unter Stress leiden, hilft eine Zahnschiene. Bild: dpa/gms

Wenn psychische Probleme auf die Zähne schlagen, lassen sich die Symptome häufig nicht durch körperliche Veränderungen erklären.

Stress, Anspannung und ein geschwächtes Immunsystem können die Ursache von Zahnschmerzen sein. „Das schlägt dann auf die Zähne, wenn ein Mensch dort seinen empfindlichen Punkt hat”, erklärt Stephan Doering, Professor für Psychosomatik in der Zahnheilkunde am Universitätsklinikum Münster.

„Es ist nicht so, dass dann immer eine nachweisbare Schädigung der Zähne vorliegt”, sagt Doering. Die scheinbar unerklärbaren Zahnschmerzen gehen häufig von der Schleimhaut oder direkt vom Zahn aus. Manchmal strahlt der Schmerz aber auch über die ganze Gesichtshälfte aus.

Eine erhöhte Anspannung der Kaumuskulatur in Stresszeiten führe zum Beispiel dazu, dass die Zahnsubstanz durch Knirschen angegriffen wird, erklärt Doering. Auch die Kiefergelenke leiden unter der ständigen Belastung durch Knirschen und Aufeinanderpressen der Zähne (Bruxismus). Die Zähne stehen für Kraft und Gewalt, aber auch für Emotionen, erklärt Gundula Körber, Diplompsychologin am Zentrum Integrative Psychiatrie in Kiel. „Viele Menschen reagierten deshalb auf Stress mit so genannten Parafunktionen - Tasten mit der Zunge und häufiges Zusammenbeißen.”

Um die Zähne zu schützen, verschreiben Zahnärzte in diesen Fällen häufig Kunststoffschienen, die vermeiden sollen, dass die Zahnflächen unbewusst aufeinander gerieben werden. Damit ist aber nur ein Teil des Problems gelöst, die Anspannung bleibt. „Entspannungsübungen, Biofeedback und bei Bedarf eine psychotherapeutische Bearbeitung der eigentlichen Probleme können diesen Patienten weiterhelfen”, sagt Doering.

Eine wichtige Rolle bei „psychosomatischen” Zahnschmerzen spielt das so genannte Schmerzgedächtnis im Gehirn. „Häufig war da ein Auslöser - zum Beispiel eine neue Prothese oder eine akute Erkrankung des Zahns”, sagt Doering. Das Gehirn melde den Schmerz auch dann noch, wenn die Ursache gar nicht mehr vorhanden ist.

Ältere Menschen, die Zahnersatz tragen, klagen häufig über Beschwerden, obwohl die Prothese perfekt sitzt. „Durch eine verstärkte Konzentration auf die Prothese kommt es dann zu Schmerzen”, erklärt Körber. Die Patienten klagten über Schmerzen, Brennen oder einen unerklärlichen Druck, berichtet Doering.

Schließlich werde auch das Immunsystem von psychologischen Faktoren beeinflusst. Ständige Stress-Situationen können die Widerstandskraft des Körpers verringern. Aber auch psychische Erkrankungen beeinflussen, wie schnell sich ein Mensch von bestimmten Belastungen erholt. „So heilt Parodontitis erwiesenermaßen unter Stressbelastung schlechter”, sagt Doering.

Bei chronischen Zahnschmerzen sind die körperlichen Ursachen häufig nicht mehr erkennbar, sagt Peter Jöhren, Vorsitzender des Arbeitskreises für Psychologie und Psychosomatik in der Zahnheilkunde der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) in Düsseldorf. Auch ein akuter Schmerz, der nicht behandelt wird, könne nach einiger Zeit zu einem chronischen Schmerz mutieren, obwohl die Ursache bereits beseitigt wurde.

Wenn nach einer Wurzelbehandlung der gleiche Zahn oder der nächste Zahn schmerzt, könne man davon ausgehen, dass der Schmerz nicht nur organische Ursachen hat, sagt Körber. Allgemeine Hinweise für chronische Schmerzerkrankungen seien zum Beispiel eine Odyssee zu mehreren Zahnärzten, ohne dass die Beschwerden geheilt werden, erklärt Privatdozent Jöhren. Auch stumpfe Schmerzen, die nicht eindeutig lokalisierbar sind und ausstrahlen, könnten ein Indiz dafür sein, dass der Schmerz primär nicht von einer Schädigung der Zahnsubstanz herrührt.

Die Behandlung solcher Symptome müsste im Prinzip immer zweigleisig fahren, sagt Körber. In einer umfangreichen Untersuchung müssten zunächst körperliche Ursachen ausgeschlossen werden, bevor nach psychischen Hintergründen für Zahnprobleme gesucht wird. Diffuse Schmerzen im Mund- und Kieferbereich könnten auch neurologische oder orthopädische Ursachen haben, erklärt Jöhren. Rückenschmerzen und eine schlechte Haltung könnten zum Beispiel zu Muskelanspannungen im Kiefer führen.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/02/service/gesundheit/t/rzo184019.html
Mittwoch, 21. September 2005, 10:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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