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Montag, 9. Dez. 19

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Messgeräte helfen bei Bluthochdruck

Berlin/Heidelberg - Ein dauerhaft zu hoher Blutdruck kann Herz, Arteriensystem oder andere Organe schädigen.

Blutdruck-Messgerät

Handgelenks- stehen Oberarmmessgeräten in nichts nach. (Bild: Braun/dpa/gms)

Weil Bluthochdruck (Hypertonie) aber zunächst keine direkten Beschwerden verursacht, ist regelmäßiges Messen wichtig.

Messgeräte zum Selbstgebrauch helfen dabei, vorausgesetzt der Anwender weiß, wie er messen muss. Von Bluthochdruck betroffen sind in Deutschland schätzungsweise rund 20 Millionen Deutsche. „Im Alter ab 60 Jahren ist sogar jeder Zweite Hypertoniker”, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Hochdruckliga (DHL) in Heidelberg, Joachim Leiblein. Die auf dem Markt befindlichen Blutdruckmessgeräte teilen sich in zwei Gruppen, die je nach dem Ort, am dem sie den Kreislauf die Werte entnehmen, unterschieden werden: Oberarm- und Handgelenksmessgeräte.

„Das Messprinzip ist aber bei allen Geräten gleich”, erklärt Oliver Wolf, kaufmännischer Leiter des Herstellers Boso in Jungingen (Baden-Württemberg). Anders als der Arzt, der mit dem Stethoskop lauscht, wann das Blut wieder in den von der Luftmanschette abgedrückten Oberarm fließt, bedienen sich elektronische Messgeräte der so genannten oszillometrischen Messung.

Auch hierbei wird mit einer Luftmanschette die Arterie abgedrückt. Während der Luftdruck der Manschette langsam verringert wird, wird der mit den Pulsschlägen des Herzens einhergehende Wechsel des Blutdrucks elektronisch ausgewertet. Dabei werden die Druckschwankungen (Oszillationen) in der Arterie aufgenommen und über die Manschette zu den Sensoren des Gerätes übertragen.

Das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit von elektronischen Blutdruckmessgeräten, die in der Regel zwischen 30 und 80 Euro kosten, ist die Messgenauigkeit. Doch gerade daran hapert es oft: Weil viele der auf dem Markt erhältlichen Geräte nach Angaben der DHL bei jeder vierte bis sechste Messung Fehler bei der Angabe des Blutdrucks von mehr als 100 Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) aufweisen, vergibt der Verband selbst ein Prüfsiegel. Der Gerätetest ist jedoch freiwillig und erfolgt nur auf Wunsch der Hersteller. Die Ergebnisse sind auf der Website der DHL aufgeführt.

„Wir haben bisher 50 Geräte getestet” , sagt der Mediziner Ulrich Tholl vom Klinikum Bremerhaven Reinkenheide, der für die DHL die Messgeräte prüft. Von diesen messen 29 hinreichend genau. Sie dürfen nun das runde DHL-Etikett tragen. Ein Ergebnis der Untersuchungen: Die Messgenauigkeit der früher in die Kritik geratenen Handgelenksgeräte unterscheidet sich prinzipiell nicht mehr von den Oberarmgeräten. Der Vorteil der Blutdruckmessung am Handgelenk ist die einfache Handhabung. Das Messen ist möglich, ohne dass der Oberarm von Kleidung befreit werden muss.

Genauso wichtig wie die ordnungsgemäße Funktion der Messgeräte ist das Messen selbst: „Viele nehmen sich nicht genug Zeit für die Messung”, sagt Carl Friedrich Theill, der für die Stiftung Warentest in Berlin Blutdruckmessgeräte getestet hat. Gerade die Handgelenksgeräte würden zum schnellen Messen zwischendurch verführen.

Handgelenkmessungen sind aber nicht für jeden Hypertoniker zu empfehlen: Patienten mit starken Arterienverkalkungen an den Handgelenken, wie sie beispielsweise bei Zuckerkranken auftreten können, sollten dem DHL-Experten Ulrich Tholl zufolge immer ein Oberarmgerät wählen.

Wer Bluthochdruck hat und gleichzeitig einen durch Herzrhythmusstörungen verursachten unruhigen Puls, muss auf die Hilfe elektronischer Messgeräte verzichten: „Bei einem völlig unregelmäßigem Puls kommen die Geräte nicht klar”, sagt Tholl. Doch auch für solche Fälle gibt es spezielle Geräte, die auf der klassischen Messmethode aufbauen. Bei diesen ist die Stethoskopmembran bereits in die Manschette eingebaut. Eine medizinische Ausbildung ist für das Abhören der Pulstöne nicht erforderlich - bloß etwas Übung.

INFO-KASTEN: So wird der Blutdruck richtig gemessen

Die Deutsche Herzliga (DHL) in Heidelberg empfiehlt Patienten, sich eine etwas dreiminütige Ruhepause zu gönnen, bevor gemessen wird. Der beste Zeitpunkt für eine Messung ist morgens vor der Einnehmen von Medikamenten. Gemessen werden sollte immer an dem Arm mit dem höheren Blutdruck und unbedingt in Herzhöhe. Ist die Manschette tiefer als das Herz, werden zu hohe Blutdruckwerte angezeigt. Ist sie höher als das Organ, ist der Blutdruck scheinbar zu niedrig. Um dies zu verhindern, bieten viele Geräte Positionierungssensoren, die helfen, die richtige Armhaltung zu finden. Außerdem sollten Patienten nicht vergessen, die Breite der Manschette an den Umfang von Oberarm oder Handgelenk anzupassen.

Informationen: Deutsche Hochdruckliga, Berliner Straße 46, 69120 Heidelberg (Tel.: 06221/411 774, Fax: 06221/402 274).

www.hochdruckliga.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/02/service/gesundheit/t/rzo192548.html
Mittwoch, 26. Oktober 2005, 10:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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