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Sonntag, 8. Dez. 19

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Ber­lin/Hep­pen­heim - Niesen, Husten und Hei­ser­keit - nach einem son­nigen Herbst hat jetzt die Erkäl­tungs­zeit begon­nen. „Bei Erkäl­tun­gen sind Haus­mit­tel auf jeden Fall pri­ma”...

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Hausmittel eignen sich gut gegen Erkältungen

Berlin/Heppenheim - Niesen, Husten und Heiserkeit - nach einem sonnigen Herbst hat jetzt die Erkältungszeit begonnen.

Erkältungszeit

Tees und heiße Getränke helfen bei Erkältungen. (Bild: DAK/dpa/gms)

„Bei Erkältungen sind Hausmittel auf jeden Fall prima”, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Angesichts von Praxisgebühr und Zuzahlungen bei Medikamenten spüren die Patienten die Erkältung nicht nur am eigenen Leibe, sondern auch im Geldbeutel. Viele versuchen zu sparen und greifen dabei auf altbewährte Tricks aus Urgroßmutters Zeiten zurück.

Da Erkältungsmittel in Deutschland meist rezeptfrei sind, müssen sie vom Patienten selbst gezahlt werden. Nur verschreibungspflichtige Medikamente übernehme die Krankenversicherung, obwohl der Versicherte auch hier zuzahlen muss, erklärt Joachim Trauboth von der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) in Heppenheim (Hessen). „Das Gute an Hausmitteln ist, dass sie preiswert sind und nicht schaden”, erläutert Sellerberg. Denn sogar rezeptpflichtige Erkältungsmittel müssten mittlerweile selbst gezahlt werden.

Bei einer normalen Erkältung braucht der Körper eine Woche, bis er Antikörper gegen den Infekt gebildet hat. „Der Erkrankte sollte sich das stärkste Symptom der Erkältung heraussuchen und gezielt dagegen vorgehen”, rät Sellerberg. Ist eine Erkältung erst im Anflug, könne ein Erkältungsbad helfen. Geht der Betroffene anschließend früh ins Bett, sei die Erkältung möglicherweise am folgenden Morgen überstanden. Bei Fieber sei das Erkältungsbad jedoch nicht geeignet, da der Kreislauf zu sehr belastet wird.

Auch mit verschiedenen Wickeln kann einer Erkältung zu Leibe gerückt werden: „Mit den Wickeln lassen sich zum Beispiel sehr gut Halsschmerzen lindern”, empfiehlt die Expertin. Besonders geeignet seien zudem Wickel mit gekochten Pellkartoffeln. Diese könnten Wärme viel länger speichern als eine Wärmflasche.

„Wadenwickel werden außerdem eingesetzt, um bei Fieber die Temperatur ein wenig zu senken”, sagt Ingolf Dürr vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg. Bei Schnupfen oder einer Nasennebenhöhlenentzündung können wiederum tägliche Kamillendampfbäder etwas Linderung verschaffen, empfiehlt Hans Jürgen Thomas, Vorsitzender der Ärztevereinigung Hartmannbund in Berlin. Bei Kindern mit Halsbeschwerden könne die allseits bekannte Milch mit Honig den ersten Schmerz etwas wegnehmen.

Ursula Sellerberg rät wiederum zu Kräutertees: „Die Wirkung wird über die ätherischen Öle im Tee vermittelt”. Einige der Tees seien schweißtreibend, so dass das Fieber gesenkt werde. Die fiebersenkende Wirkung wird durch die Aufnahme von Flüssigkeit noch zusätzlich unterstützt.

Neben Holunder-, Lindenblüte- und Kamillen- seien auch Kräutertees mit Efeu und Primel sehr zu empfehlen, wobei Efeutee jedoch einen etwas gewöhnungsbedürftigen Geschmack habe, sagt Sellerberg. „In der Apotheke kann man sich außerdem einen individuellen Kräutertee mischen lassen”, rät die Pharmazeutin.

Im Gegensatz zu Hausmitteln seien pflanzliche Mittel eher wissenschaftlich getestet und geprüft, sagt Dürr. Empfehlenswert sei hier zum Beispiel der indianische Wasserdost, der das Immunsystem stärke und somit einer Erkältungskrankheit vorbeuge. Bei Husten und Heiserkeit würden wiederum Efeu- oder Thymianpräparate helfen. Der Wirkstoff Cineol aus Eukalyptusblättern wirke hingegen schleimlösend und unterstütze ein schnelleres Abhusten.

Unter dem Motto „Wo Naturmedizin hilft” veranstaltet das Deutsche Grüne Kreuz gemeinsam mit den Apothekern noch bis zum 19. November Beratungswochen für Naturmedizin. Interessierte Bürger können sich in teilnehmenden Apotheken, die durch spezielle Plakate gekennzeichnet sind, über Nutzen oder Chancen der Naturmedizin aufklären lassen.

Handelt es sich um eine hartnäckige Bronchitis oder eine echte Grippe, sind alternative Hausmittel jedoch keine Lösung. „Bleibt eine Erkrankung über zwei bis drei Tage konstant, führt kein Weg am Hausarzt vorbei”, sagt Hans-Jürgen Thomas, der gleichzeitig niedergelassener Arzt in Erwitte (Nordrhein-Westfalen) ist. Außerdem sei eine Grippe durchaus eine lebensbedrohliche Krankheit, an der im vergangenen Jahr rund 12 000 Menschen in Deutschland verstorben seien.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/02/service/gesundheit/t/rzo194667.html
Mittwoch, 02. November 2005, 10:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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