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Dienstag, 10. Dez. 19

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Tradition und Moderne im Großen Basar Istanbul

Istanbul - Istanbul hat traditionelle und sehr moderne Seiten.

Großer Basar Istanbuls

Der Basar hat 64 Straßen. (Bild: Türk. Kultur- und Tourismusministerium/dpa/gms)

Wenn Touristen den Basar im europäischen Traditionsviertel Beyazit besuchen, fühlen sie sich in ein Märchen aus 1001 Nacht versetzt.

Händler preisen den Kunden ihre Waren an, Lastenträger transportieren kostbare Teppiche und teure Lederjacken durch das Gedränge. Ausländer laufen staunend durch das Gassen-Labyrinth und bewundern die bemalten Kuppeln des überdachten Basars, der bereits 1461 von Sultan Mehmet II. erbaut wurde.

„Der Basar ist ein fast 550 Jahre altes Einkaufszentrum. Es gibt etwa 3500 Läden, 64 Straßen und 22 Eingangstore”, sagt der Generalsekretär der Basar-Vereinigung, Süleyman Ertas. Ertas hat selbst einen Laden. Seine Familie verkauft seit fünf Generationen gewebte Baumwolltextilien wie Badetücher, die traditionell im türkischen Bad, dem Hamam, verwendet werden.

Kaufen kann man fast alles im Kapali Carsi, wie der Basar auf Türkisch heißt: Gold- und Silberschmuck, Teppiche, Lederjacken, Schuhe, Handtücher, Porzellan, Wasserpfeifen, Antiquitäten, Kacheln, Taschen, Tee und Süßigkeiten. Außerdem gibt es Bankfilialen, Restaurants, Cafés, Teeküchen, eine Polizeistation und eine Post.

Nach alter Tradition sind in weiten Teilen des Basars alle Händler einer Branche in der selben Straße angesiedelt. In der Kalpakcilar- und Terzi Basi Straße glitzert es: Hier findet man Schmuckhändler neben Schmuckhändler. Ilhanis Familie hat seit 45 Jahren einen Goldschmuckladen. „Der Vorteil an einem Laden im Basar ist, dass man sowohl einheimische als auch ausländische Kunden hat”, sagt der Goldschmuckverkäufer.

Wie Ilhani bklagt auch Teppichhändler Celal, dass die Geschäfte nicht mehr so gut wie früher laufen. „Unsere besten Kunden waren Deutsche, Schweizer und Österreicher, aber im Moment kann man nicht so viel verkaufen - es ist einfach kein Geld da.” Umso härter wird um den Preis gerungen. In vielen Reiseführern wird empfohlen, die Verhandlungen bei einem Drittel des erst genannten Preises zu beginnen und zu versuchen, sich bei der Hälfte zu einigen.

Bei manchen Händler funktioniert das tatsächlich. Teppichhändler Celal hält jedoch nichts von dieser Verkaufstaktik. „Bei mir gibt es vielleicht einen Discount von 10 Prozent, aber nicht 50 Prozent oder so.” Im Laden von Süleyman Ertas kann man gar nicht handeln.

Der 20 Jahre alten Elisabeth aus Wien macht das Handeln Spaß. Sie kaufte im Basar bereits Taschen, Paschmina-Schals, eine Wasserpfeife, Tee und Süßigkeiten. „Mit Männern lässt es sich irgendwie leichter verhandeln als mit Frauen”, sagt sie lachend. „Männliche Verkäufer sehen das irgendwie spielerischer, die Frauen sind beinhart.”

Auch beim Thema Sicherheit geht es nicht viel anders als in einem deutschen Kaufhaus zu. An den 22 Eingangstoren stehen tagsüber Sicherheitsbeamte, und abends sorgen eine Sicherheitstruppe sowie Polizisten dafür, dass weder Gold, Geld noch Teppiche gestohlen werden.

www.reiseland-tuerkei-info.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/02/service/reise/t/rzo187922.html
Freitag, 07. Oktober 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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