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Dienstag, 11. Juni 13
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Duisburg - Köln (ausgef.)

BVB auf Europa-Kurs - „Club” in Not

Nürnberg - Borussia Dortmund bewirbt sich für Europa, der „Club” ist reif für die Zweite Liga.

1. FC Nürnberg - Borussia Dortmund

Der Dortmunder David Odonkor (M) freut sich über seinen Treffer zum 0:1.

Mit dem ersten Auswärtssieg dieser Saison hat der BVB die Abstiegsnot beim 1. FC Nürnberg verschärft und sich selbst ein Empfehlungsschreiben fürs internationale Geschäft ausgestellt.

„Wir sind auf dem richtigen Weg und können vom spielerischen Potenzial europäische Ansprüche erfüllen”, sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach dem verdienten 2:1 im Frankenstadion. Auch Trainer Bert van Marwijk traut seinem Team höhere Aufgaben zu. „Wir sind noch nicht so stabil, aber es wird immer besser”, erklärte der Niederländer: „Dortmund hat eine Mannschaft mit Zukunft.”

Auf der Pressekonferenz beruhigte van Marwijk seine Nerven mit einem kräftigen Schluck Bier, nachdem Nürnberg durch den sechsten Saisontreffer von U-21-Nationalspieler Stefan Kießling (88.) Dortmunds zweiten Sieg in Serie in Gefahr gebracht hatte. Am Ende einer vom Gast klar dominierten Begegnung gingen die drei Punkte zu Recht an die Westfalen, mit denen nach holprigem Saisonstart ernsthaft zu rechnen ist. „Wenn wir von weiteren Verletzungen verschont bleiben, können wir den UEFA-Cup im Auge behalten”, sagte Watzke und stellte zufrieden fest: „Zwei Siege, eine harmonische Versammlung, Vertrauen in Borussia - das war eine gute Woche.”

Die durch die Langzeitverletzten Jan Koller und Lars Ricken arg strapazierte Personalsituation werde in der Winterpause womöglich mit einer Neuverpflichtung entspannt, kündigte Watzke an. Der Trainer beklagt sich aber nicht und gab froh gelaunt zum Besten, dass er auch nach eineinhalb Jahren Dortmund „jeden Tag mit Freude zur Arbeit geht”. Wohl auch wegen der Jungen wie dem 21-jährigen David Odonkor, der den BVB nach 13 Minuten in Führung schoss, oder Nuri Sahin, dem Torschützen zum 2:0 (42.). Mit seinem ersten Bundesliga-Tor verewigte sich der erst 17 Jahre alte türkische Nationalspieler in die Bundesliga-Annalen und kündigte später ganz frech an: „Wir werden mit der Mannschaft noch sehr viele Erfolge feiern.”

So „bedröppelt” wir schon zur Halbzeit fühlte sich Hans Meyer auch nach seiner misslungenen Heimpremiere. „Das ist richtig Mist, wenn man als Trainer verliert”, bekannte der 63-Jährige, der nach dem 3:1 vor einer Woche in Kaiserslautern fast schon als Retter gefeiert wurde, und in seinem zweiten Spiel als neuer „Club”-Coach eine bittere Lektion erteilt bekam. „Bis auf die ersten fünf Minuten war Dortmund uns in allen Belangen überlegen, und nach dem 0:1 haben wir das Spiel total an den Gegner abgegeben”, sagte Meyer, „aber ich bin weniger enttäuscht als die Fans, die vielleicht an ein Wunder glauben, aber im Fußball ist wenig Platz für Wunder.”

Meyer, der beim FCN-Weihnachtsbasar die Glücksfee spielte, hatte mit seiner total offensiv ausgerichteten „Harakiri” Taktik völlig daneben gegriffen. Die hervorragend organisierten und geordneten Dortmunder hatten leichtes Spiel mit den führungslos angreifenden Nürnbergern. „Es ist nicht zu erwarten, dass wir mit drei Punkten Abstand auf die Abstiegsplätze Weihnachten feiern. Wir haben noch viel Arbeit vor uns”, stellte Meyer nach der vierten Heimpleite ernüchtert fest.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/27/sport/fussball/t/rzo201082.html
Sonntag, 27. November 2005, 10:26 © RZ-Online (NewsDesk)
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