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Duisburg - Köln (ausgef.)

Schalke 04 entzaubert Werder Bremen

Gelsenkirchen - Für Kevin Kuranyi ist die Welt zur Zeit in Ordnung. „Mein Sohn und meine Freundin fühlen sich wohl hier. In der Mannschaft stimmt es.

FC Schalke 04 - Werder Bremen

Die Schalker Kevin Kuranyi (l) und Lincoln jubelt gemeinsam mit über ein Tor.

Es passt einfach alles”, sagte der 23-jährige Stürmer des FC Schalke 04, dessen Stimmungshoch sich auch auf dem Platz auswirkt.

Mit dem zweiten „Doppelpack” (2./64.) der Saison war der frühere Stuttgarter in der Veltins-Arena der gefeierte Matchwinner beim wichtigen 2:1 (1:0) gegen Werder Bremen. Der Erfolg gegen den über weite Strecken besseren Konkurrenten von der Weser, der den zweiten Platz an den Hamburger SV verlor, hält Schalke im Rennen um die Champions-League-Plätze. Auf vier Zähler verkürzte der Revierclub den Rückstand auf Bremen, sechs Zähler sind es auf den HSV. Für Schalke-Coach Ralf Rangnick war es ein „verdienter Sieg, weil wir nach dem Ausgleich den Schalter noch einmal umlegen konnten”.

Furios war der im Sommer für sieben Millionen Euro verpflichtete Kuranyi beim Vizemeister in die Saison gestartet. Gleich am 2. Spieltag schoss er sich mit zwei Toren beim Erzrivalen Borussia Dortmund (2:1) in die Herzen der Schalke-Fans. Doch es folgten schwächere Auftritte. Selbstzweifel kamen auf. Dazu gesellte sich die schwierige private Situation. Seine Freundin Viktorija war zunächst in Stuttgart geblieben, wo sie vor einigen Wochen einen gesunden Jungen zur Welt brachte. Von da an ging es bergauf. Jetzt ist die junge Familie vereint - und Kuranyi trifft und trifft und trifft.

Fünf Mal in den vergangenen fünf Pflichtspielen, wichtige Treffer für den Club und für das eigene Selbstbewusstsein. „Heute hatte ich zwei Chancen und habe zwei Tore gemacht”, freute sich Kuranyi über seine Ausbeute. Das momentan praktizierte System mit ihm als einzigem Stoßstürmer und zwei offensiven Außen komme ihm entgegen, betonte Kuranyi. „So haben wir zuletzt gut gespielt. Ich bekomme viele Chancen. Und das ist wichtig für einen Stürmer.”

Gegen Bremen stand er zwei Mal goldrichtig. Beim 1:0 spekulierte Kuranyi auf einen Rückpass des Werder-Verteidigers Naldo, dessen viel zu lasche Rückgabe zu Torwart Andreas Reinke er prompt erlief. Saisontor Nummer sieben fiel ihm nach dem Ausgleich von Nelson Valdez (56.) praktisch vor die Füße, als Reinke einen Schuss von Lewan Kobiaschwili nicht festhielt. „Da hatte er die richtige Nase und stand am richtigen Ort”, lobte Teammanager Andreas Müller, der bei Kuranyi gleichwohl „noch viel Luft nach oben” sieht.

Weil sich bei ihm Weltklasse-Aktionen mit haarsträubenden Fehlern zu häufig abwechseln, kann Kuranyi laut Müller (noch) nicht zur ersten Garde der europäischen Angreifer gezählt werden. Aber Müller gibt zu bedenken, dass „Kevin erst 23 ist” und großes Potenzial habe: „Wenn er in die Top-Elite vordringen will, muss er noch in vielen Bereichen hart arbeiten. Das weiß er aber auch.”

Immerhin brachte Schalke dank Kuranyi dem Rivalen aus Bremen 2005 schon die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Gelsenkirchen bei. Werder-Coach Thomas Schaaf kann diese Serie auch nicht erklären. „Es waren immer enge Spiele. Und wir haben hier eigentlich immer sehr gut gespielt. Vielleicht treffen wir uns nächstes Jahr vier Mal in Bremen - und gewinnen vier Mal.”

Dann ist womöglich wieder der hoch gelobte „K&K”-Sturm Miroslav Klose und Ivan Klasnic dabei. Das Duo traf schon 22 Mal in dieser Saison und wurde schmerzlich vermisst. Doch als Grund für die Niederlage wollte Schaaf das Fehlen der Verletzten nicht gelten lassen. „Sicher sind die beiden nicht zu ersetzen, aber wir hatten trotzdem elf Profis auf dem Platz.” In den letzten neun Minuten waren es allerdings nur zehn, weil Torsten Frings die Gelb-Rote-Karte sah.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/27/sport/fussball/t/rzo201085.html
Sonntag, 27. November 2005, 10:40 © RZ-Online (NewsDesk)
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