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Freitag, 19. Apr. 19
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KürschnerFrank­fur­t/Main/Fürth - Susanne Kolb-Wach­tel vom Deut­schen Pelz­ver­band in Frank­furt bringt es auf den Punkt: „Krea­tiven bietet der Kür­sch­ner-Beruf beste Mög­lich­kei­ten, selbst Mode zu machen.

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Esch­born/Bonn - Bisher glaubte Geschäfts­füh­rer Theo Dolin­schek, an seine Aus­zubil­den­den keine sehr hohen Erwar­tun­gen zu stel­len.

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Wie werde ich...? Änderungsschneider

Bonn/Berlin - Ist die Hose zu lang, können Änderungsschneider meist schnell helfen.

Änderungsschneiderei

Arbeit an der Nähmaschine: Ausbildung nun möglich. (Bild: Schierenbeck/dpa/gms)

In Anspruch genommen werden sie schon lange, doch nun gibt es dafür auch einen eigenen Ausbildungsberuf, so Petra Westpfahl vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Anders als sonst üblich, dauert die Lehrzeit nur zwei Jahre. „Entsprechend sind die Anforderungen auch nicht so hoch wie bei Maß- oder Modeschneidern”, erklärt Westpfahl.

Das neue Ausbildungsangebot bietet auch solchen Jugendlichen Chancen, die es bei der Lehrstellensuche schwierig haben, weil sie nicht mit glänzenden Zeugnissen punkten können. „Angesprochen werden Jugendliche mit praktischer Begabung”, sagt Kirsten Kielbassa-Schnepp vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Feste Voraussetzungen etwa hinsichtlich des Schulabschlusses gibt es nicht: „Wer die Ausbildung abschließt, hat damit den Fuß in der Tür.”

Damit ergeben sich Möglichkeiten auch über die Arbeit als Änderungsschneider hinaus: „Jugendliche eröffnen sich einen Karrierepfad”, ergänzt Petra Westpfahl. „Anschließend kann man beispielsweise eine weitere Ausbildung zum Modeschneider draufsatteln.” Die zwei Lehrjahre werden darauf voll angerechnet.

In Deutschland gibt es etwa 16 000 Änderungsschneidereien. 3300 Fachgeschäfte für Herren- und Damenoberbekleidung haben einen eigenen Änderungservice. „Oft sind Änderungsschneidereien auch an größere Kaufhausketten assoziiert”, sagt Kirsten Kielbassa-Schnepp. „Das können durchaus Betriebe mit mehreren Angestellten sein.”

Eine Umfrage durch das Bibb ergab entgegen den ursprünglichen Erwartungen, dass die Mehrzahl der Betriebe (55 Prozent) in deutscher Hand ist und die Hälfte der Befragten eine Ausbildung in Deutschland absolviert hat. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) ist grundsätzlich bereit, selbst auszubilden. 44 Prozent dieser Betriebe könnten sich vorstellen, Azubis nach der Ausbildung auch zu übernehmen.

„Jeder Änderungsschneiderbetrieb darf grundsätzlich ausbilden”, sagt Petra Westpfahl. Bedarf ist da: „Wir kriegen bisher nur Personal, das wir noch anlernen müssen”, sagt Mustafa Karadeniz von der Firma Citex, einer der größeren Änderungsschneidereien in Berlin. „Der Beruf ist jahrelang belächelt worden.” Längst sei es Zeit für eine eigene Ausbildung. Citex, von Mustafas Bruder Murat Karadeniz gegründet, hat rund zwei Dutzend Mitarbeiter. „Und wir möchten fünf Stellen für Auszubildende besetzen.”

Erwartet wird von Änderungsschneidern zwar nicht, dass sie nach eigenen Entwürfen arbeiten - aber vorgefertigte Kleidung müssen sie akkurat ändern können. „Handwerkliches Geschick ist dabei gefragt. Auch ein Gefühl für Schnitte und ein Händchen für Materialien ist wichtig”, erläutert Petra Westpfahl. „Und man muss beraten können. Schließlich soll der Kunde zufrieden sein.” Zunächst lernen die Azubis, einfache Kleidungsstücke wie Röcke zu kürzen, später dann etwa auch Blazer mit Schlitz und Knöpfen enger und kürzer zu machen.

Änderungsschneider passen aber nicht nur Jacken, Hosen, Hemden, Blusen oder Westen an: „Wir bearbeiten alles, was unter die Maschine passt”, sagt Mustafa Karadeniz, der als Diplom-Betriebswirt jedoch nicht mehr selbst näht. „Auch bei Leder- oder Pelzarbeiten übernehmen wir Änderungen.” Das gilt zum Beispiel für Handtaschen oder Mützen, aber auch für Zelte, Gardinen oder Vorhänge. „Das Gros der Arbeit betrifft allerdings Textilien”, sagt Karadeniz. „Was wir nicht machen dürfen, ist Kurzwaren verkaufen.”

Davon abgesehen, kann das Spektrum von Änderungsschneidern aber breit sein: „Wir arbeiten auch für viele Fünf-Sterne-Hotels”, sagt Karadeniz. „Für große Firmen-Events ändern wir schon mal das Outfit für die Models. Und auch Fahnen für den Bundestag haben wir bereits repariert, die palästinensischen zum Beispiel vor dem Besuch von Arafat.”

Wie viel Änderungsschneider-Auszubildende verdienen, ist noch nicht ganz sicher. Die Gründung eines Bundesverbandes, der solche Fragen klärt, steht noch bevor. Das Gehalt wird sich nach Einschätzung der Experten aber an dem der Mode- und Maßschneider orientieren. Noch sei der neue Beruf wenig bekannt, sagt Petra Westpfahl. Langfristig sei aber von mehreren hundert Azubi-Plätzen pro Jahr auszugehen. Die Chancen auf eine spätere Anstellung hält Mustafa Karadeniz für gut: „Viele Betriebe brauchen dringend Nachwuchs.”

www.zdh.de , www.bibb.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/30/service/berufbildung/wiewerdeich/t/rzo179824.html
Montag, 05. September 2005, 10:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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