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Freitag, 22. Nov. 19
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Wie werde ich...  

Wie werde ich...? Polster- und Dekorationsnäher

Lünen - Manchmal fragen kräftige junge Männer bei Jan Lübke in Lünen nach einem Ausbildungsplatz.

Polster- und Dekorationsnäher

Die Spezialisten widmen sich den Inventaren. (Bild: Frommholz/dpa/gms)

Wenn der Raumausstatter antwortet, dass er einen Polster- und Dekorationsnäher, gerne auch mit Näherfahrung, sucht, winken die jungen Männer schnell ab.

„Die haben sich unter der Berufsbezeichnung etwas anderes vorgestellt und wollten eigentlich als Polsterer arbeiten”, so der Geschäftsführer. Polster- und Dekorationsnäher widmen sich den nützlichen und zugleich dekorativen Dingen der Inneneinrichtung. Sie fertigen Sofabezüge, Lampenschirme oder Kissenhüllen und versehen diese mit Reißverschluss, Fransen oder Rüschen. Sie nähen Tischdecken, Vorhänge oder Stoffrollos und verzieren diese mit Kordel, Borte und Troddeln, den so genannten Posamenten.

Ein vielseitiger Beruf mit soliden Chancen, sagt Christiane Reuter vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn: „Die Zahl der rund 200 Ausbildungsverhältnisse ist in etwa konstant geblieben.” Genau 214 Lehrlinge, darunter 35 Männer, bildete das Handwerk in Raumausstatterbetrieben, Nähateliers und Polstereien im Jahr 2004 aus. In Industrie und Handel, Gardinenfabriken, Kauf- und Möbelhäusern erlernten dagegen nur 12 Polster- und Dekorationsnäher den zweijährigen Ausbildungsberuf.

Zu dem Zeitpunkt allerdings war die Ausbildung noch nicht geregelt, es gab lediglich Vorschriften aus dem Jahre 1942. Seit August 2005 ist die Neuregelung in Kraft, die Kundenorientierung, Teamarbeit und Qualitätssicherung betont. Die entscheidende Änderung ist die Anrechnungsfähigkeit auf die dreijährigen Ausbildungsberufe Polsterer und Raumausstatter, betont Kirsten Kielbassa-Schnepp, Referentin für Berufsbildung im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Damit hätten die Polster- und Dekorationsnäher die Chance, sich weiterzuentwickeln und auch ihren Meister zu machen.

Das stärkt aber nicht die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, gibt Christiane Reuter zu bedenken: „Das ist ja nur ein sehr kleiner Beruf.” Für Ausbilder Lübke trägt die neue Verordnung lediglich der Weiterentwicklung in der Produktion Rechnung: „Wir arbeiten doch nicht mehr mit der Technik von 1942.” Die Nähmaschine wird ergänzt durch den Nähautomat, das Bügeleisen ist zur Bügelanlage geworden.

„Es wird immer technischer , die Anforderungen steigen”, betont Christel Kops-Asimus. Daher wünscht sich die Mitinhaberin der Polsterei Kops in Saarbrücken Bewerber, die neben der Fingerfertigkeit auch räumliches Vorstellungsvermögen und mathematische Kenntnisse mitbringen. Umgang mit Nähmaschinen sei keine Voraussetzung. Unverzichtbar sei ein Sinn für Formen und Farben: „Wir setzen die Beschäftigung mit Innendekoration und ein gewisses Kunstverständnis voraus.”

Etliche Bewerbungen sind schon für eine Ausbildungsstelle in der Polsterei Kops eingetroffen. „Aber es sind nicht immer die Richtigen”, so Christel Kops-Asimus. Der Beruf hat keinen so guten Ruf. Und er wird auch nicht besonders gut bezahlt: Die Auszubildenden erhalten rund 400 Euro, anschließend liegt der Verdienst bei etwa 2000 Euro brutto, so Christiane Reuter. Vor der Ausbildung kommt häufig ein Praxistest: „Ein Praktikum ist bei uns Bedingung. Der schulische Abschluss ist sekundär”, sagt Jan Lübke.

Die Stellen zu besetzen, ist nicht immer einfach: Das Berufsbild ist wenig bekannt und bisweilen missverständlich. Wenn die Auszubildenden nach dem ersten Lehrjahr in der Zwischenprüfung eine Schabracke aufbügeln sollen, ist damit keinesfalls die ungepflegte Nachbarin gemeint. Es geht um die Stoffleiste vor dem Gardinenbrett oder den Abschluss eines Polstermöbels. „Schabracken sind zur Zeit nicht so in Mode”, erklärt Jan Lübke das Missverständnis. Warum sie dennoch in der neuen Verordnung abgefragt werden: „Der Geschmack ändert sich laufend. Das Gute am Handwerksberuf ist ja, dass alte Techniken und Traditionen nicht in Vergessenheit geraten.”

Informationen: Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie, Engerstraße 4 b, 32051 Herford (Tel.: 05221/126 50); Zentralverband Raum und Ausstattung, Burgstraße 81, 53177 Bonn (Tel.: 0228/36 79 00).

www.zvr.de

www.bibb.de/de/15781.htm

berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/P/B4924100eignung_a.html

www.hwk-stuttgart.de/ausbildung/berufe-von-m-p_8513_7481.shtml

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/30/service/berufbildung/wiewerdeich/t/rzo185204.html
Montag, 26. September 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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