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Mittwoch, 17. Okt. 18
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KürschnerFrank­fur­t/Main/Fürth - Susanne Kolb-Wach­tel vom Deut­schen Pelz­ver­band in Frank­furt bringt es auf den Punkt: „Krea­tiven bietet der Kür­sch­ner-Beruf beste Mög­lich­kei­ten, selbst Mode zu machen.

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Wie werde ich...? Kürschner

Frankfurt/Main/Fürth - Susanne Kolb-Wachtel vom Deutschen Pelzverband in Frankfurt bringt es auf den Punkt: „Kreativen bietet der Kürschner-Beruf beste Möglichkeiten, selbst Mode zu machen.”

Kürschner

Eine Kürschnerin fertigt ein Kleid. (Bild: Deutsche Kürschner-Innung/dpa/gms)

Natürlich müssten bei der Arbeit mit dem hochwertigen Material auch die handwerklichen Fähigkeiten auf entsprechendem Niveau sein. „Gute Kürschner sind gefragt”, sagt Matthias Geignetter, Inhaber eines Ateliers in Fürth und beim Bundesinnungsverband zuständig für Ausbildungsfragen.

„In Deutschland gibt es derzeit etwa 850 Betriebe mit 2900 Beschäftigten”, sagt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Kürschner-Handwerks in Kaiserslautern, Helmut Knieriemen. Meist seien es kleine Unternehmen. Die seit 2004 bestehende neue Handwerksordnung erlaubt, dass schon nach bestandener Gesellenprüfung ein Geschäft eröffnet werden kann. Früher war dafür zwingend der Meisterbrief erforderlich, der als Gütesiegel allerdings weiter gefragt ist.

Den Beruf des Kürschners in der heutigen Form gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Pelzverarbeiter begannen, Jacken, Capes und Mäntel ganz aus Fellen zu arbeiten. Drei Jahre dauert die Ausbildung im dualen System, also im Betrieb und in der Berufsschule. In Fürth, früher Hochburg der fränkischen Pelzindustrie, gibt es eine Fachklasse für dieses Handwerk, in der jährlich im Blockunterricht von elf Wochen Theorie unterrichtet wird.

Die Auszubildenden im Kürschnergewerbe sind laut Knieriemen ein „kleiner Kreis” von 40 Azubis. „Der Frauenanteil ist sehr hoch”, ergänzt Geignetter. Und er rät: „Ehe man sich für diesen Beruf entscheidet, soll man auf jeden Fall ein Praktikum machen.” Bei der Suche nach einer Lehrstelle ist Flexibilität gefragt. „In seinem Dorf darf man nicht festsitzen.” Im ersten Jahr der Ausbildung gibt es 415 Euro. Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 1350 Euro monatlich.

„Pelz ist die älteste und natürlichste Bekleidung des Menschen”, erläutert Susanne Kolb-Wachtel. Schon im Altertum diente er dem Schutz vor Kälte, fand aber auch für dekorative Zwecke Verwendung. Heute überwiegt bei Kleidungsstücken aus Fell der modische Gesichtspunkt. Viele Kürschner verstehen sich deshalb als Kreative. Kürschnermeister Stefan Buchmann aus Hamburg gilt in der Branche als eine Art „junger Wilder”, weil seine Kreationen die konservative Linie verließen. „Derzeit arbeite ich an einem sandfarbenen Breitschwanzpersianermantel, der beidseitig zu tragen ist. Die andere Seite besteht aus nougatfarbenem Leder.”

Kürschner liefern „eine hochwertige Handwerksleistung mit hochwertigem Material”, die zu Schnäppchenpreisen nicht zu haben sei, sagt Buchmann. So lernt jeder Auszubildende von Anfang an den gewissenhaften Umgang mit Fellen. Dazu muss er sich gute Sachkenntnisse aneignen, die bei der Gesellenprüfung abgefragt werden. Notwendig sind zudem mathematische Fähigkeiten. „Es muss schließlich der Bedarf an Pelzen sowie des Stoffs für ein Futter genau berechnen werden können”, sagt Geignetter.

Kürschner brauchen ein gutes Vorstellungsvermögen, um vor Augen zu haben, wie das fertige Produkt schließlich aussehen wird. Skizzen und Entwürfe sind umzusetzen, häufig im engen Kontakt mit Kunden. Kernstück sind die handwerklichen Fähigkeiten, die Technik des Aufbereiten und Schneidens der Pelze. Die kommen heute schon vorbearbeitet in die Werkstatt. Bis vor etwa 150 Jahren mussten Kürschner die rohen Tierhäute noch selbst zurichten, also von Fleischresten und Fett säubern, gerben und veredeln. „Ganz wichtig für einen Kürschner oder eine Kürschnerin ist natürlich das Interesse für Mode. Man muss wissen, was die modische Frau will. Dazu informiert man sich auch auf Messen”, erklärt Buchmann. „Alle Designer vermarkten Pelz”, sagt Knieriemen. Das Spektrum erstreckt sich vom Pelzmantel über Jacken, Umhänge, breite Schals, Kragenbesätze, Kappen und vieles andere mehr.

„Pelze sind langlebig. Nerz beispielsweise bis zu 40 Jahre”, erklärt Kolb-Wachtel. So muss der alte, nicht mehr zeitgemäße Pelzmantel nicht in die Altkleidersammlung gegeben werden. „Ein Kürschner macht daraus ein neues Modell oder zumindest ein wärmendes Innenfutter für einen Stoffmantel oder eine Jacke.”

Im seriösen internationalen Pelzhandel sind heute die Felle artengeschützter Tiere wie Leopard oder Tiger verschwunden. Die Natur liefert genügend Rohstoffe aus Überpopulationen, Jagd und Zuchtfarmen. So lernt der Auszubildende früh, Lamm Bisam, Waschbär, Coyote, Hamster, Opossum, Fohlen oder Nerz voreinander zu unterscheiden und mit diesen Rohstoffen bewusst umzugehen. Wer ein Gefühl dafür hat, den erwarten gute Berufsaussichten.

www.kuerschner-verband.de ; www.kuerschner-innung.de ; www.deutscherpelzverband.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/30/service/berufbildung/wiewerdeich/t/rzo201291.html
Montag, 28. November 2005, 10:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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