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Mittwoch, 30. November 05

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Duisburg - Köln (ausgef.)

Spott für 1:5-Debakel bei Wolf-Debüt gegen 96

Hannover - Wer ein 1:5-Debakel erlebt hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Hannover 96 - 1. FC Kaiserslautern

Hannovers Spieler jubeln nach dem 5:1-Sieg gegen Kaiserslautern.

„Der Unterschied zum Training war, dass wir da nicht so viele Tore gemacht haben”, witzelte Hannovers Kapitän Altin Lala nach dem locker und leicht herausgespielten Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Während sein neuer Trainer Peter Neururer mit dem höchsten 96-Saisonsieg einen Traumeinstand in der AWD-Arena feierte, erlebte Wolfang Wolf bei seinem Debüt als FCK-Coach einen Albtraum. Um die Talfahrt zu stoppen, will Wolf nun ins Trainingslager ziehen und in der Winterpause neue Spieler verpflichten.

Hilflos musste Wolf mit ansehen, wie sein neues Team in Hannover unterging und dabei deutliche Auflösungserscheinungen zeigte. „Das ist bitter, so wollte ich meine Mannschaft nicht kennen lernen. Man hat die Unsicherheit im Team bemerkt, über das ganze Spiel”, sagte der neue Coach des Bundesliga-Tabellenletzten. Der in Nürnberg entlassene und in Kaiserslautern als Hoffnungsträger verpflichtete Fußball-Lehrer erklärte trotzig: „Wir sind nicht bereit, die weiße Fahne zu hissen.”

In seiner Analyse des Debakels machte es sich Wolf indes zu einfach. Er behauptete: „Wenn wir die Standardsituationen im Griff gehabt hätten, wären wir nicht als Verlierer vom Platz gegangen, so komisch das klingt.” Das klang sogar mehr als komisch, denn es stimmte nur rechnerisch, weil die Treffer von Michael Tarnat (13./26.), Thomas Brdaric (62.) und Vahid Hashemian (83.) nach ruhenden Bällen fielen und nach dem Lauterer Treffer durch Boubacar Sanogo (69.) nur dem zweiten Tor von Brdaric (73.) eine herausgespielte Situation vorausging. Tatsächlich aber zeigte Kaiserslautern auch in anderen Szenen erschreckende Schwächen - sowohl in der Defensive als auch in der Offensive.

Wolfs überraschendes wie missglücktes Experiment mit dem Offensivspieler Ervin Skela als einer Art Ersatz-Libero zeugt von den vielen Problemen des 1. FCK. Zumindest bei der Perspektive zeigte der Nachfolger des entlassenen Michael Henke Realitätssinn, als er prognostizierte: „Ich habe die Mannschaft drei Tage gesehen und der Eindruck festigt sich: Wir müssen personell in der Winterpause nachlegen, sonst wird es nicht reichen, das weiß ich jetzt schon.”

Im Gegensatz zu Wolf konnte sein Kollege Neururer behaupten, alles richtig gemacht zu haben. Am Morgen vor der Partie hatte er noch ausgiebig Ecken und Freistöße geübt. „Einige Spieler haben wahrscheinlich gedacht, der Trainer ist bekloppt”, sagte Neururer später grinsend.

Kaiserslautern war für Hannover der passende Aufbaugegner. „Wenn der Tanne zwei Tore macht, sagt das wohl alles”, scherzte Lala auch über seinen Teamkollegen. Routinier Tarnat bevorzugte hingegen die sachliche Betrachtungsweise und sagte: „Man darf jetzt nicht glauben, alles ist gut.” Der ehemalige Nationalspieler brach sogar eine Lanze für Neururers vor zweieinhalb Wochen entlassenen Vorgänger. „Man darf bei aller Freude die gute Arbeit von Ewald Lienen nicht vergessen.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/30/sport/fussball/t/rzo201074.html
Sonntag, 27. November 2005, 10:14 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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