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Mittwoch, 30. November 05

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Duisburg - Köln (ausgef.)

HSV Bayern-Jäger Nummer eins - Bayer harmlos

Leverkusen - Der Hamburger SV hat seine Charakterprüfung bestanden und ist zum Bayern-Verfolger Nummer eins aufgestiegen.

Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV

HSV-Trainer Thomas Doll (r) bedankt sich nach dem Sieg bei seinen Spielern.

„Das war ein ganz wichtiger Sieg. Den werden wir im Unterbewusstsein verankern und uns dran erinnern, wenn es mal nicht so gut läuft”, freute sich HSV-Chefcoach Thomas Doll nach dem beeindruckenden, wenn auch etwas glücklichen 1:0 bei Bayer 04 Leverkusen. Nur 41 Stunden nach der 0:2-Niederlage im UEFA-Cup-Spiel bei AS Monaco nutzten die Hamburger die Chance, um die Moral wieder aufzubauen und Kraft für die Bundesliga zu tanken.

„Das war ein Sieg von jedem über sich selbst. Wir sind über die Schmerzgrenze gegangen”, sagte Doll, der seiner Mannschaft nach dem 29. Pflichtspiel der Saison ein besonderes Reifezeugnis ausstellte: „Wenn man nach 40 Stunden wieder so auf den Beinen steht, spricht das für den Charakter der Spieler.” Ein Beweggrund, die Ziele nun neu zu definieren, gebe es jedoch nicht. „Wir haben einen tollen Lauf, 31 Punkte und sind Zweiter. Für Deutschland ist das schön, dass ein Bayern-Jäger dazu gekommen ist”, meinte Doll. Titel-Träume versuchte er aber im Keim zu ersticken: „Wir wollen in einen internationalen Wettbewerb - Bayern München spielt in einer anderen Liga.”

Dies gilt in der Trainer-Zunft auch für den erst seit gut einem Jahr beim HSV beschäftigten Doll, der mit ungewöhnlichen Maßnahmen die Revitalisierung seiner Truppe nach der Pleite an der Cote d'Azur schaffte. So besuchte er mit seinen Profis in Köln ein Wellness-Center, ließ sie dort von drei Physiotherapeuten und einem Chiropraktiker pflegen und hielt die Mannschaftsbesprechung statt im Hotel in der Kabine der BayArena ab. „Absicht war, mal andere Abläufe zu haben. Dies haben wir professionell vorbereitet”, berichtete Doll.

Wie erfolgreich das Alternativ-Programm gewesen ist, zeigte David Jarolim, der sieben Minuten vor Schluss das Tor des Tages erzielte. „Wir wollen nun sehen, was möglich ist. Fakt ist, dass wir die einzigen sind, die den FC Bayern in dieser Saison geschlagen haben”, sagte der Tscheche, der mit seinen Teamkollegen in 14 Spielen nur sechs Gegentreffer kassierte und auswärts ungeschlagen blieb.

In Leverkusen trug dazu auch Ersatztorwart Sascha Kirschstein bei, der für den verletzten Stefan Wächter einspringen musste und ein eindrucksvolles Bundesliga-Debüt gab. „Ich war sehr nervös, bin um zwei Uhr schlafen gegangen und um fünf wieder wach geworden”, bekannte der 25-jährige gelernte Elektriker, der zuvor nur vier Einsätze in der Regionalliga hatte. „Ich kenne ihn, er ist klasse. Deshalb war ich draußen ganz ruhig gewesen”, lobte Doll.

Mehr Anerkennung für den Gegner als für die eigene Mannschaft hatte Bayer-Trainer Michael Skibbe: „Der HSV hat sich zu einem absoluten Spitzenteam entwickelt. Wir hatten nicht die gleiche Qualität in der Ballsicherheit.” Nach nur einem Sieg in sieben Pflichtspielen unter Skibbe und der neuerlichen Pleite dümpeln die Leverkusener im Mittelfeld der Liga. „Das ist ein Rückschritt”, resümierte der sichtlich enttäuschte Coach.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/11/30/sport/fussball/t/rzo201084.html
Sonntag, 27. November 2005, 10:31 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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