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Dienstag, 11. Jun. 13

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Sonne, Mond und Sterne im Dezember

Hamburg - Schon bald nach Sonnenuntergang leuchtet im Südwesten der Abendstern auf, die Venus.

Sternenhimmel

Der Blick durch ein Teleskop beschert dem Betrachter eine faszinierende Ansicht des Sternenhimmels.

Am 9. Dezember erstrahlt unser innerer Nachbarplanet in seinem hellsten Glanz. Gegenwärtig ist die europäische Raumsonde „Venus Express” auf dem Weg dorthin.

Im April 2006 soll die ESA-Raumsonde die Venus erreichen und in einen Orbit um sie einschwenken. Als künstlicher Venusmond wird sie den wolkenverschleierten Planeten erforschen, insbesondere seine dichte Atmosphäre sowie die bizarren Formen auf seiner Oberfläche. Im Teleskop zeigt Venus jetzt eine schöne, schlanke Sichel. Spätestens gegen 19.00 Uhr verschwindet sie jedoch im Horizontdunst. Ein beeindruckender Himmelsanblick ergibt sich, wenn am frühen Abend des 4. Dezember weit im Südwesten die schmale Sichel des zunehmenden Mondes knapp südlich von Venus zu sehen ist.

Mars im Sternbild Widder dominiert nach wie vor den Nachthimmel. Im Laufe des Monats nimmt seine Helligkeit deutlich ab. Trotzdem bleibt der Rote Planet auch am Jahresende ein auffallendes Gestirn, das nur noch vom Fixstern Sirius im Großen Hund an Helligkeit übertroffen wird. In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember steuert der zunehmende Mond auf Mars zu.

Vollmond ist am 15. Dezember um 17.15 Uhr. Die Nacht zum 16. Dezember ist die längste Vollmondnacht des Jahres. Neumond ist in diesem Monat gleich zwei Mal: am 1. Dezember um 16.01 Uhr und am 31. um 4.12 Uhr.

Dritter heller Planet am Abendhimmel ist Saturn. Der ringgeschmückte Planet taucht am späteren Abend am Osthimmel auf. Zurzeit hält sich Saturn im lichtschwachen Sternbild Krebs auf. Am 19. Dezember erhält er Besuch vom noch fast vollen Mond. Am 27. Dezember zieht die abnehmende Mondsichel am Morgenhimmel an Jupiter vorbei. Der Riesenplanet kann am Morgenhimmel im Sternbild Waage gesehen werden.

Der schwierig zu beobachtende Merkur bietet um die Monatsmitte eine passable Sichtbarkeit am Morgen. Vom 5. bis 20. Dezember lässt sich der flinke und sonnennahe Planet gegen 7.00 Uhr tief im Südosten erspähen. Am günstigsten ist die Zeit um den 12. Dezember, wenn Merkur seinen größten westlichen Winkelabstand von der Sonne erreicht.

Zwei Sternschnuppenströme lassen im letzten Monat des Jahres zahlreiche Meteore aufglühen. Die Geminiden sind vom 6. bis 17. Dezember aktiv. Die Sternschnuppen dieses Stromes scheinen den Zwillingen zu entströmen, wobei stündlich bis zu 120 Meteore zu erwarten sind, darunter auch sehr helle Objekte. Der Ursidenstrom lässt seine Sternschnuppen dann vom 17. bis 24. Dezember aufleuchten. In der Nacht vom 22. auf 23. Dezember entfaltet er seine maximale Aktivität, wobei stündlich rund 20 Meteore aufflammen. Die Ursiden kommen scheinbar aus dem Sternbild Kleiner Bär und sind die ganze Nacht über beobachtbar.

Der abendliche Fixsternhimmel stellt sich nun vollends auf den Winter um. Außer Perseus, der gerade die Mittagslinie durchschreitet, sind alle Herbstbilder in die westliche Himmelshälfte gerückt. Im Südwesten erkennt man noch relativ hoch das gewaltige Pegasusquadrat, auch als Herbstviereck bekannt. Von Pegasus aus zieht sich die Sternenkette der Andromeda zum Zenit empor. Der Widder passiert gerade den Meridian.

Der Ost- und Südosthimmel funkelt nur so von hellen Sternen. Alle wichtigen Wintersternbilder sind gegen 22.00 Uhr bereits aufgegangen: Der Orion mit den beiden hellen Sternen Beteigeuze und Rigel, tief im Südosten der Große Hund mit Sirius, höher schon der Kleine Hund mit Prokyon. Hoch im Süden steht der Stier mit Aldebaran, dem roten Stierauge, und den beiden Sternhaufen der Plejaden und Hyaden, und im Osten die Zwillinge mit Kastor und Pollux. Fast im Zenit strahlt die helle, gelbliche Kapella, Hauptstern im Fuhrmann, dem Erbauer des Himmelswagens.

Die Sonne wandert durch die südlichsten Gefilde des Tierkreises. Am 21. Dezember exakt um 19.35 Uhr passiert sie den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn. Dieser so genannte Winterpunkt liegt im Sternbild Schütze und markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Steinbock, weshalb man auch vom Wendekreis des Steinbocks spricht. Denn nach dem 21. Dezember steigt die Sonne wieder zum Himmelsäquator auf. Zur Wintersonnenwende erleben wir die längste Nacht des Jahres, die in unseren Breiten rund 16 Stunden dauert.

Am letzten Tag des Jahres beginnt bereits das astronomische Jahr 2006. Denn am 31. Dezember 2005 passiert die Sonne um 11.41 Uhr jenen Punkt, der nach dem Königsberger Astronomen Friedrich Wilhelm Bessel den astronomischen Jahresbeginn definiert. Wenn die Menschen zu Silvester um Mitternacht auf das neue Jahr anstoßen, dann ist es also bereits mehr als zwölf Stunden alt.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/12/05/news/science/t/rzo199739.html
Montag, 21. November 2005, 21:28 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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