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Freitag, 10. Apr. 20

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Für den Einsatz von Anhängern gelten Regeln

Losheim/Stuttgart - Irgendwann ist es für jeden das erste Mal: Wer sich im Möbelhaus in die Schrankwand verguckt hat, stellt vielleicht erst später fest, dass der Kofferraum zu klein ist. Zwar wartet direkt hinter der Kassenzone der Mietanhänger.

Anhängerfahrt

Das Kurvenfahren mit einem Wohnwagen sollte geübt werden. (Bild: Opel/dpa/gms)

Doch an welches Fahrzeug darf welcher Hänger? Und wie schnell darf man damit fahren? Auch Bootsbesitzer oder Wohnwagenurlauber müssen sich mit diesen Fragen beschäftigen, wenn sie ein Gespann zusammenstellen.

„Prinzipiell darf jedes Auto jeden Anhänger ziehen”, sagt Hans-Georg Marmitt, Pressesprecher der Sachverständigen-Organisation KÜS in Losheim am See (Saarland). Allerdings ist vorher ein Blick in den Fahrzeugschein erforderlich. Unter der Rubrik „Anhängelast” oder den Ziffern O.1 und O.2 in den neuen Papieren sei aufgeführt, wie schwer ein Anhänger mitsamt Ladung sein darf.

Außerdem gibt der Führerschein eine Beschränkung vor: „Mit der Klasse B und einem Pkw darf ein ungebremster Anhänger nur bis 750 Kilo gefahren werden. Und auch mit einem gebremsten Anhänger liegt das Limit für das gesamte Gespann bei 3500 Kilogramm.” Das Tempo ist im Gespannbetrieb grundsätzlich auf 80 Stundenkilometer begrenzt, Ausnahmen sind bei entsprechend überprüften Fahrzeugen aber möglich.

Doch nicht alle Kombinationen , die der Gesetzgeber erlaubt, sind auch empfehlenswert. „Damit dem Gespann unterwegs nicht die Puste ausgeht, müssen Motorleistung und Drehmoment entsprechend hoch sein”, sagt Dietmar Breitling, Entwickler von Bremssystemen der Mercedes Car Group in Stuttgart. „Wir empfehlen den Kunden deshalb 25 bis 30 kW (34 bis 41 PS) Motorleistung pro Tonne Gesamtgewicht des Zuges.”

„Dennoch ändert sich natürlich das Fahrverhalten im Gespannbetrieb”, sagt KÜS-Sprecher Marmitt. Deshalb sind vorausschauendes Fahren und ein großer Sicherheitsabstand besonders wichtig. Kurven sollte man künftig lieber etwas weiter nehmen, damit man an Bordsteinkanten, Begrenzungspfosten und Ampeln vorbei kommt.

Allerdings sollte man als Anfänger nicht gleich in den Verkehr starten, rät Mercedes-Fachmann Breitling. „Besser fährt man erst einmal ein paar Runden auf dem Parkplatz vor dem Baumarkt, damit man ein Gefühl für das Zusammenspiel von Zugfahrzeug und Hänger bekommt.” Außerdem empfiehlt er auf jeden Fall einen Bremstest, weil sich der Anhalteweg je nach Beladung erheblich verändert.

Besonderes Augenmerk verdient auch die Beladung. Ist sie falsch verstaut, kann ein Anhänger in Pendelschwingungen kommen und damit zum Risiko werden. Deshalb sollte man auf einen tiefen Schwerpunkt und eine ausgeglichene Lastverteilung achten. „Schwere Einzelstücke gehören in die Mitte des Anhängers in Achsnähe auf den Boden, leichte Ladung verstaut man davor oder dahinter”, sagt Breitling.

Trotz allem sind Gespanne weniger stabil als einzelne Autos und können etwa durch Spurrillen oder Seitenwind aufgeschaukelt werden. Dann helfen nach Angaben des ADAC nur spezielle Fahrmanöver. „Auf keinen Fall gegenlenken, sondern erst einmal den Fuß vom Gas nehmen”, heißt es dazu in den einschlägigen Leitfäden. Wenn der Hänger dann noch immer schlingert, helfen nur beherzte Bremsstöße. Vollbremsungen allerdings seien Tabu - ebenso wie Gas geben.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/12/12/service/auto/t/rzo203396.html
Dienstag, 06. Dezember 2005, 10:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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